Welche Vorteile hat man durch die Steuerklasse 4 mit Faktor? Das Faktorverfahren gilt ausschließlich für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften, die sich gemeinsam in der Steuerklasse 4 befinden.

Ziel des Faktorverfahrens ist es, Steuernachzahlungen zu vermeiden und die Nachteile der bisherigen Kombinationen (Steuerklasse 3/5 oder 4/4 ohne Faktor) zu beseitigen. Zugleich soll die Steuerschuld gerecht verteilt werden. Vorteile vom Faktorverfahren haben daher vor allem Paare mit unterschiedlich hohen Einkünften.

+ 1.273,00 € jährlich kassieren
Staatliche Zulagen mitnehmen!

Was sind die Vorteile vom Faktorverfahren?

Grundsätzlich geht es beim Faktorverfahren um eine gerechte Verteilung der Lohnsteuer. In der Praxis bedeutet das, dass jeder Partner nur den Anteil an der Lohnsteuer trägt, den er auch zum gemeinsamen Einkommen beträgt.

Das heißt stark vereinfacht: Steuert ein Partner 25 Prozent zum Gesamteinkommen bei, muss er auch nur 25 Prozent der Lohnsteuer zahlen. Vorteile vom Faktorverfahren in Steuerklasse 4 haben also vor allem Paare mit unterschiedlichen höhen Einkünften.

Um den Faktor in der Lohnsteuerklasse 4 berechnen zu können, benötigt das Finanzamt die voraussichtliche Einkommenssteuer nach dem Splittingtarif (hier kann die Splittingtabelle zur Hilfe genommen werden) und die Summe der voraussichtlichen Lohnsteuer beider Ehegatten. Für Letztere wird die Steuerklasse 4 zugrunde gelegt.

Der Faktor muss kleiner Eins sein, drei Nachkomma-Stellen besitzen und wird auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Hier finden Sie die Vor- und Nachteile des Faktorverfahrens in der Übersicht:

Vorteile FaktorverfahrenNachteile Faktorverfahren
Splittingvorteil wirkt sich direkt ausMonatlich bleibt oft weniger Netto vom Brutto, insbesondere für den Partner, der mehr verdient
Faire Verteilung der SteuerlastSteuererstattungen bleiben in der Regel aus
Nachzahlungen bleiben in der Regel ausImmer wieder werden Bedenken bezüglich des Datenschutzes gegen das Verfahren angeführt
Bei einer Trennung kann ein Ehegatte, der zuvor in der Steuerklasse 5 eingestuft war, Splittingvorteile durch den Faktor erhalten, ohne dass dadurch dem Partner ein finanzieller Nachteil entstehen würdeDie Abgabe der Einkommen-
steuererklärung
wird zur Pflicht

Ehegattensplitting Rechner

  • Ist Steuerklasse 4 mit Faktor die richtige Wahl? Mit dem Ehegattensplitting Rechner kann schnell und einfach ermittelt werden, welche Steuerklassenkombination sich am besten für Sie eignet.
btn-pfeil

Jetzt berechnen!

Häufig gestellte Fragen: Vorteile Faktorverfahren

Wer die Vorteile vom Faktorverfahren nutzen möchte, muss die Steuerklasse 4 mit Faktor wählen. Die Steuerklasse kann mehrmals im Jahr gewechselt werden. Dies kann beim Finanzamt beantragt werden. In welcher Steuerklasse die Partner zuvor waren, spielt keine Rolle.

PDF-Formular Wechsel

Die Vorteile vom Faktorverfahren liegen darin, dass Paare, die unterschiedlich hohe Einkünfte haben, vom Ausgleich der Steuerlast profitieren können. Jeder Partner zahlt nur den Anteil an der Lohnsteuer, den er zum gemeinsamen Einkommen beigetragen hat. Doch es gibt auch andere Steuerklassenkombinationen, die je nach Einzelfall noch vorteilhafter sein können.

Gehen die Einkünfte sehr weit auseinander, bietet sich beispielsweise auch die Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 an. Für diese Variante sollte das Einkommensverhältnis bei 60/40 Prozent oder mehr liegen. Auch wenn nur ein Partner berufstätig ist, hat diese Kombination viele Vorzüge für das Paar.

Sind die Einkünfte der Partner hingegen gleich hoch, sollte die Steuerklassenkombination 4/4 gewählt werden. Diese Variante bringt die meisten Vorteile, wenn die Gehälter sich nicht um mehr als 10 Prozent unterscheiden.


Einzelnachweise

  1. Bundesministerium der Finanzen und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 39 Lohnsteuerabzugsmerkmale

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.