Sind vorausbezahlte Steuern zu hoch ausgefallen, können sich die Steuerpflichtigen über eine Steuererstattung freuen. Gesetzlich ist geregelt, dass dieses Steuerguthaben mit 0,5% monatlich verzinst wird. Der Zins-Lauf beginnt erst 15 Monate nach Ablauf des Jahres, in dem das Guthaben entstanden ist.


Steuererstattung bei der Einkommenssteuer

Der Arbeitgeber behält vom Gehalt des Arbeitnehmers die Lohnsteuer ein und führt sie direkt an das Finanzamt ab. Die einbehaltene Lohnsteuer richtet sich nach der Lohnsteuerklasse des Arbeitnehmers.

  • Ein alleinstehender Arbeitnehmer hat die Lohnsteuerklasse 1. Die Abzüge sind in dieser Lohnsteuerklasse relativ hoch. Ein alleinerziehender Arbeitnehmer hat die Lohnsteuerklasse 2 mit geringen Abzügen. Bei beiden Arbeitnehmern kann es passieren, dass die Lohnsteuer nicht exakt an das Einkommen des Arbeitnehmers angepasst ist. Hat der Arbeitnehmer beispielsweise Kinderbetreuungskosten, die er absetzen kann oder einen weiten Anfahrtsweg zur Arbeit, wird die Lohnsteuer zu hoch ausfallen. Diese Arbeitnehmer können dann mit einer Steuererstattung rechnen.

Die zu viel bezahlte Lohn- und Einkommenssteuer bei Arbeitnehmern, Selbstständigen und Gewerbetreibenden kann über die Einkommenssteuererklärung zurückgeholt werden.

Diese erstellt der Steuerbürger am Jahresende und trägt alle Faktoren ein, die er absetzen kann. Beispielsweise können Spenden, Arztkosten oder haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden. Erzielt der Steuerbürger auch negative Einkünfte, können diese mit den positiven Einkünften verrechnet werden. Verschiedene Sachverhalte können zu einer zu hoch bemessenen Einkommenssteuer und damit einer Steuererstattung führen.

Steuererstattung bei der Umsatzsteuer

Steuererstattung

Unternehmer müssen auf ihre Umsätze eine Umsatzsteuer bezahlen, sofern sie nicht steuerbefreit sind. Der Unternehmer muss eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben, in der die Monatsumsätze gemeldet und die Umsatzsteuern aus Eingangsrechnungen als Vorsteuer abgezogen werden. Am 10. des Folgemonats wird für größere Unternehmen die Umsatzsteuervorauszahlung fällig.

Zu einer Steuererstattung kommt es, wenn die Vorsteuern höher sind als die abzuführende Umsatzsteuer. Dies kann beispielsweise passieren:

  • wenn der Unternehmer in einem Monat keine Umsätze hatte, nur Vorsteuern
  • bei Anschaffung größerer Gegenstände (Maschinen, Lieferwagen).

Der Unternehmer muss am Ende des Jahres eine Umsatzsteuererklärung erstellen. Die jährlichen Vorauszahlungen werden dabei abgezogen.

Steuererstattung bei anderen Steuern

Auf Körperschafts- oder Gewerbesteuern werden Vorauszahlungen erhoben. Das Ergebnis eines ganzen Jahres kann nie exakt im Vorfeld ermittelt werden. So kann es am Jahresende zu einer Steuererstattung kommen. Für die Körperschafts- und Gewerbesteuer ist ebenfalls eine Steuererklärung abzugeben.

Der Steuerbescheid enthält die Abrechnung und die Information über die Erstattung. Mit einer Steuererstattung kann auch ein Fahrzeugbesitzer rechnen, der seinen PKW verkauft und damit abmeldet. Die Erstattung ergibt sich auf die bereits gezahlte Kfz-Steuer. Ebenso kann auch mit einer Steuererstattung gerechnet werden, wenn ein Haus verkauft wird. Dann sind die Grundsteuern zu erstatten.


Einzelnachweise

Christoffel, Hans Günter / Geiß, Wolfgang: Einkommen-Steuererklärung 2009/2010 »
Netzwerk Grundeinkommen: Kleines ABC des bedingungslosen Grundeinkommens »
Thomsen, Iris: Einnahme-Überschussrechnung 2012/2013 mit Arbeitshilfen online: für Freiberufler und Selbstständige »
Dinkelbach, Andreas: Ertragsteuern: Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer »
Seel, Barbara: Ehegattensplitting und Familienpolitik »


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