Steuerschulden können für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Manchmal erfährt der Steuerzahler erst mit dem Steuerbescheid die Höhe der Nachzahlung, was schnell zu einer bösen Überraschung werden kann, gerade für Gewerbetreibende. Dennoch müssen die Schulden beim Finanzamt beglichen werden.

Hier erfahren Sie alles wichtige zum Thema Steuerschulden und welche Möglichkeiten Sie haben, wenn Sie eine hohe Steuernachzahlung begleichen müssen, für die Sie aktuell nicht aufkommen können.


Was sind Steuerschulden?

Steuerschulden

Eine hohe Steuernachzahlung kommt manchmal völlig unerwartet. Besonders wenn es Gewerbetreibende betrifft, kann eine hohe Nachzahlung die wirtschaftliche Existenz bedrohen.

Steuerschulden kommen zustande, wenn im vergangenen Abrechnungszeitraum zu wenige Steuern an das Finanzamt abgeführt wurden. Sollte die Differenz aber im Plus liegen, erhält man eine Rückerstattung, was in der Regel bei den meisten Steuerzahlern der Fall ist. Ergeht ein Steuerbescheid, in dem die Nachzahlung von Steuern verlangt wird, so muss der steuerzahlende Bürger oder das Unternehmen bis zu dem Tag, der auf diesem Bescheid festgelegt ist, die fällige Steuer auf das Konto des Finanzamtes eingezahlt haben. Meist beträgt dieser Zeitraum ab dem Eingang des Bescheids einen Monat.

  • Steuernachzahlungen müssen fristgemäß beim Finanzamt beglichen werden, ansonsten drohen zusätzliche Strafgebühren, sodass die Schulden beim Finanzamt immer höher werden.

Dabei geht der Zeitverlust durch die Banklaufzeit zulasten des Steuerbürgers. Wird dieser Termin versäumt, erhebt das Finanzamt einen Säumniszuschlag von einem Prozent pro Monat auf den Betrag, der nicht gezahlt wurde. Das ergibt pro Jahr einen 12-prozentigen Säumniszuschlag.

Beispiel: Säumnisgebühren und Zinsen auf Steuerschulden

  • Wenn jemand etwa 1.000 € Steuern nachzahlen muss und dies versäumt, muss er dafür pro versäumten Monat 10 € extra entrichten. Für ein Jahr würden sich die Säumnisgebühren demnach auf 120 € belaufen.
    Hinzu kommt, dass beginnend nach 15 Monaten, Schuldzinsen auf die Steuerschuld in Höhe von 0,5% pro Monat bzw. 6 % pro Jahr zu zahlen sind.

Ihre Möglichkeiten bei Steuerschulden

Eine besonders kritische Situation entsteht für den Steuerzahler dann, wenn er weder seine Schuld zahlt, noch sich mit dem Finanzamt in Verbindung setzt. Die Schulden zu ignorieren bringt nichts, denn das Finanzamt wird die Forderung inklusive Kontosperrung und Verfahrensgebühren per Zwangsvollstreckung in die Wege leiten.

Was tun bei Zahlungsschwierigkeiten?

Bei momentanen Zahlungsschwierigkeiten ist es empfehlenswert, sich mit dem Finanzamt rechtzeitig in Verbindung zu setzen. Am besten so schnell wie möglich und bevor die Zahlungsfrist für die Steuerschulden abgelaufen ist. Nur dann kann der Steuerbürger (sofern das Finanzamt dem einwilligt), eine Steuerstundung beantragen oder wenigstens die Aussetzung des Vollzugs anfordern.

Die Stundung (Ratenzahlung) muss vom Finanzamt geprüft werden. Die dafür erforderlichen Voraussetzungen sind einheitlich geregelt. Sie wird dann gewährt, wenn der Steuerbürger sowohl stundungswürdig als stundungsbedürftig ist und die Zahlung der eigentlichen Forderung durch diese Stundung nicht gefährdet ist.

Unsere Tipps bei Steuerschulden
  1. Prüfen Sie gründlich die Richtigkeit des Steuerbescheids. Bei Unstimmigkeiten sollten Sie so schnell wie möglich Einspruch einlegen.
  1. Wird rechtmäßig eine Nachzahlung von Ihnen gefordert, sorgen Sie dafür, dass diese innerhalb der gesetzten Frist beim Finanzamt bezahlt wird. Ansonsten drohen Ihnen hohe Säumnisgebühren.
  1. Sollten Sie finanziell nicht in der Lage sein, die Steuerschulden zu begleichen, setzen Sie sich umgehend mit dem Finanzamt in Verbindung, um eine Lösung zu finden.

Die wichtigsten Fakten zu Steuerschulden

  • Steuerschulden können Privatpersonen und Unternehmer treffen.
  • Sie entstehen, wenn der Steuerzahler auf das vergangene Jahr gerechnet zu wenig Steuern bezahlt hat.
  • Die Differenz seiner Zahlung zu dem eigentlichen Jahresbetrag muss er dem Finanzamt zurückzahlen.
  • Steuerschulden müssen fristgemäß beim Finanzamt eingehen, sonst drohen hohe Gebühren.
  • Bei finanziellen Schwierigkeiten muss sich sofort an das Finanzamt gewendet werden.
  • Steuerschulden können in bestimmten Fällen auch als Ratenzahlung beglichen werden oder zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt werden.

Häufig gestellte Fragen

Steuerschulden entstehen in den meisten Fällen bei Unternehmern. Das liegt daran, dass Sie Ihren Steuerbetrag im Voraus entrichten und diesen der geschätzten Einnahmen des Geschäftsjahres anpassen. Sollte der Unternehmer allerdings mehr Gewinn aufbringen, muss er die nachträglichen Steuern dafür an das Finanzamt zahlen. Aber auch Privatpersonen können Steuerschulden haben. Oft betrifft dies Eheleute mit der Steuerklassenkombination 3/5, oder der Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren. Auch kann es Steuerzahler treffen, die mehrere Arbeitgeber besitzen oder von Freibeträgen profitieren. Die Differenz des jährlichen Steuerbetrags und der gezahlten Steuer ergibt die Steuerschuld, sofern sich dieser Betrag Defizit befindet. Hat der Steuerzahler zu viele Steuern gezahlt, als er eigentlich müsste, erhält er eine Rückerstattung.

Mit dem Eingang des Bescheids wird in der Regel eine Frist von ungefähr einem Monat gesetzt, bis wann die Steuerschulden beim Finanzamt beglichen werden müssen. Unter Umständen ist es möglich, die Zahlung mit Einverständnis des Finanzamtes zu einem späteren Zeitpunkt zu veranlassen oder in Raten zu begleichen. Vorausgesetzt der Steuerschuldner ist aktuell nicht in der Lage, die Schulden aufzubringen.

In diesem Fall sollte die zuständige Behörde umgehend darüber informiert werden. Diese wird dann die Stundungswürdigkeit und Stundungsbedürftigkeit des Steuerzahlers prüfen. Liegt diese vor, so können die Schulden meist zu einem späteren Zeitpunkt gezahlt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Zahlung auf Raten. In jedem Fall sollte die Kontaktaufnahme mit dem Finanzamt so schnell wie möglich erfolgen.

Das ist nur möglich, wenn Sie zum gegebenen Zeitpunkt nicht zahlungsfähig sind. Das Finanzamt muss einer Ratenzahlung zustimmen.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg: Schutz bei Steuerschulden »
  2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: § 302 Insolvenzordnung »
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: § 33 Steuerpflichtiger »

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