Geld verdienen als Student

Aktualisiert am 14.04.2022 10:15 von Melanie Vahland

Anfang des Monats hat an den meisten Universitäten und Fachhochschulen das Sommersemester 2022 begonnen. Um sich das Studentenleben zu finanzieren, haben Studierende neben BAföG und Studienkrediten die Möglichkeit, neben ihrem Studium zu arbeiten. Besonders beliebt sind hier klassische Minijobs, doch auch Stellen als Werkstudent oder Studentische Hilfskraft werden gerne angenommen.

Worin genau der Unterschied zwischen diesen Beschäftigungsformen liegt und welche Vor- oder Nachteile sie mitbringen, haben wir uns genauer angesehen.

Beschäftigungsformen als Student im Überblick

Nebenjob

Nebenjobs mit einem Gehalt von bis zu 450 Euro sind Minijobs, die steuerfrei bleiben. Besonders beliebte Minijobs bei Studenten sind zum Beispiel Kassierer, Kellner oder Nachhilfelehrer.

Studentische Hilfskraft

Studentische Hilfskräfte sind an der Hochschule beschäftigt. Dort arbeiten sie beispielsweise in der Forschung oder in der Verwaltung in ihrer Fakultät unterstützend mit.

Werkstudent

Werkstudenten arbeiten neben ihrem Studium in Unternehmen der freien Wirtschaft. Unter bestimmten Voraussetzungen zahlen sie keine bzw. verringerte Sozialabgaben.

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Nebenjob als Student

Ein Nebenjob ist eine beliebte Möglichkeit, um neben dem Studium Geld zu verdienen. Dabei ist es möglich, eine Beschäftigung zu finden, die zum eigenen Studium passt, zum Beispiel als Nachhilfelehrer im eigenen Fach. Üblicher ist es jedoch, in einem gänzlich neuen Feld Arbeitserfahrung zu sammeln, beispielsweise als Aushilfe im Verkauf oder im Lager.

Vorteile Nebenjob

Bleibt der Nebenjob unter 450 Euro Monatsgehalt, handelt es sich um einen Minijob. Dabei fallen für den Studenten keine Lohnsteuer oder Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Lediglich Rentenversicherung muss ab 400 Euro Monatsgehalt gezahlt werden.

Ein Nebenjob ist in der Regel leichter zu finden als eine Anstellung als Werkstudent oder Studentische Hilfskraft. Die meisten Nebenjobs setzen außerdemkeine spezielle Vorausbildung voraus.

Ein fachfremder Nebenjob bietet dem Studenten neben erster Arbeitserfahrung Abwechslung und Einblicke in ein anderes Berufsfeld.

Nachteile Nebenjob

Anders als eine Stelle als Werkstudent oder Studentische Hilfskraft hat der Nebenjob in den meisten Fällen inhaltlich nichts mit dem Studium zu tun.

Durch die Doppelbelastung aus Nebenjob und Studium bleibt weniger Zeit für das Studium. Außerdem kann es sein, dass Arbeitsschichten zum Beispiel mit Abgabefristen für Semesterarbeiten oder Lernphasen für Klausuren kollidieren.

Verdient der Student im Nebenjob mehr als 450 Euro werden Steuern und Sozialabgaben fällig. Bei mehr als einem Nebenjob können diese durch die Besteuerung nach Steuerklasse 6 sogar besonders hoch ausfallen.

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Studentische Hilfskraft

Wer genau als Studentische Hilfskraft gilt, wird nach dem jeweiligen Landeshochschulgesetz geregelt. Im Allgemeinen sind Studentische Hilfskräfte jedoch Studierende, die an der Universität angestellt sind, in der sie eingeschrieben sind. Dort übernehmen sie unterstützende Tätigkeiten in einem Fachbereich ihrer Wahl, beispielsweise Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften.

Welche Aufgaben eine Studentische Hilfskraft übernimmt, hängt stark von der Fakultät ab, in der sie tätig ist. Besonders häufig sind beispielsweise Vorbereitungen von Veranstaltungen oder im Labor, Literaturrecherche, Büroaufgaben oder die Korrektur von Arbeiten jüngerer Fachsemester. In manchen Bundesländern dürfen Studentische Hilfskräfte auch in Form von Tutorien eigene Lehrveranstaltungen leiten.

Vorteile Studentische Hilfskraft

Als Studentische Hilfskraft können Studierende bereits während des Studiums erste Erfahrungen in ihrem Fachbereich sammeln und ihr Wissen aus dem Studium vertiefen.

Außerdem knüpfen sie erste Kontakte und schaffen sich somit bessere Einstiegsmöglichkeiten, wenn sie nach dem Studium einen Beruf im akademischen Umfeld annehmen wollen.

Dadurch, dass Studentische Hilfskräfte direkt an der Hochschule arbeiten, können sie ihre Nebentätigkeit besser mit Fristen und Terminen im Studium abstimmen.

Nachteile Studentische Hilfskraft

Stellen als Studentische Hilfskraft sind vergleichsweise selten. Deshalb müssen Studentische Hilfskräfte durch überdurchschnittliche Leistungen im Studium und ein besonderes Interesse für ihren Fachbereich herausstechen.

Eine Stelle als Studentische Hilfskraft kann frühestens ab dem 3. Semester angenommen werden und darf maximal 6 Jahre andauern.

Bei einem Verdienst von mehr als 450 Euro müssen Studentische Hilfskräfte Steuern und Sozialabgaben entrichten. Bleibt das Gehalt unter 850 Euro, können sie jedoch ermäßigte Sozialabgaben zahlen.

Werkstudent

Anders als Studentische Hilfskräfte, sind Werkstudenten nicht an der Hochschule, sondern in der freien Wirtschaft angestellt. In der Regel arbeiten sie in einem Unternehmensbereich, der thematisch zu ihrem Studienfach passt und in dem sie sich prinzipiell eine Beschäftigung nach dem Studium vorstellen könnten.

Ähnlich wie bei Studentischen Hilfskräften können die Aufgaben als Werkstudent stark variieren. In den meisten Fällen übernehmen sie Tätigkeiten, die eine gewisse Vorqualifikation erfordern, jedoch nicht zwangsläufig von einer ausgelernten Kraft übernommen werden müssen.

Vorteile Werkstudent

Werkstudenten können bereits während des Studiums praktische Erfahrungen sammeln und ihre Werkstudentenstelle unter Umständen als Praktikum anrechnen lassen oder für Abschlussarbeiten nutzen.

Außerdem knüpfen sie durch ihre Tätigkeit Kontakte in die freie Wirtschaft. Nicht selten werden Werkstudenten nach dem Studium durch das Unternehmen als feste Mitarbeiter übernommen.

Durch das Werkstudentenprivileg zahlen Werkstudenten unabhängig vom Gehalt reduzierte Sozialabgaben.

Nachteile Werkstudent

Um als Werkstudent zu gelten, dürfen Studierende maximal 20 Wochenstunden in der Vorlesungszeit bzw. in maximal 26 Wochen pro Jahr über 20 Stunden arbeiten.

Bei mehr als 26 Wochen pro Jahr mit mehr als 20 Stunden, gilt das Studium nicht mehr als Hauptberuf, sie verlieren ihr Werkstudentenprivileg und zahlen Abgaben wie reguläre Arbeitnehmer.

Da Werkstudenten nicht bei der Hochschule selbst angestellt sind, kann es schwieriger sein, Studium und Arbeit in Einklang zu bringen.

Nebenjob, Studentische Hilfskraft oder Werkstudent - Was eignet sich für wen?

Ob sich ein Nebenjob oder eine Stelle als Studentische Hilfskraft bzw. Werkstudent sich am meisten anbietet, kommt primär darauf an, welche Ziele man verfolgt.

Studierende, die ihre Tätigkeit ausschließlich zum Geld verdienen nutzen wollen, können mit einem Minijob durchaus zufrieden sein. So lassen sich ohne Vorqualifikation steuerfrei bis zu 450 Euro (ab dem 1. Oktober sogar 520 Euro) im Monat verdienen. Gleichzeitig kann der Nebenjob eine willkommene Abwechslung zum Studium bieten.

Wer eine akademische Laufbahn oder eine Anstellung in Forschung und Lehre nach dem Studium anstrebt, profitiert in der Regel am meisten von einer Stelle als Studentischer Hilfskraft. Dort lernen Studierende mehr über die wissenschaftliche Arbeitsweise und können gleichzeitig bereits Kontakte ins akademische Umfeld knüpfen.

Eine Werkstudentenstelle eignet sich vor allem für Studierende, die nach dem Studium in der freien Wirtschaft Fuß fassen möchten. Als Werkstudent können sie die Arbeitsweise im unternehmerischen Kontext kennenlernen und erste Weichen für den Berufseinstieg stellen.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Justiz: WissZeitVG - § 6 Wissenschaftliche und künstlerische Hilfstätigkeiten
  2. Deutsches Studentenwerk: Werkstudenten

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