Steuern werden in nahezu jedem Staat der Welt erhoben, um die vielfältigen, staatlichen Aufgaben zu finanzieren. Als Steuer bezeichnet man eine Geldleistung, für die der Zahlende keinerlei Gegenleistungen erhält.

Über die Steuern finanziert sich der Staat und sorgt im Gegenzug dafür, dass beispielsweise die Infrastruktur funktionsfähig bleibt, Kinder in den Kindergarten und zur Schule gehen können und Menschen in Not Sozialleistungen in Anspruch nehmen können. Auch in Deutschland muss fast jeder Bürger Steuern zahlen.

Definition für das Steuerrecht

Steuerrecht

Unter dem Begriff Steuerrecht verstehen Experten sämtliche Rechtsnormen einer Rechtsordnung, welche sich, im engen und auch weitesten Sinne, auf die verschiedenen Formen von Steuern beziehen.

Durch die Rechtsnormen werden die Rechtsbeziehungen (also alle Rechte und Pflichten) zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen als Vertreter der staatlichen Steuerhoheit sowie den natürlichen und juristischen Personen geschaffen und geregelt, die Steuern zahlen müssen und damit dem Steuerrecht unterliegen.

Deutsches Steuerrecht: welche Gesetze gehören dazu?

Prinzipiell kann man das Steuerrecht in verschiedene Kategorien einteilen, die sich um jeweils eigene Bereiche kümmern und diese steuerrechtlich regeln. Die wichtigsten Kategorien heißen:

  • materielles Steuerrecht (für den Steuerzahler, die zu besteuernde Sache, Bemessungsgrundlagen und Steuersätze gemäß der einzelnen Steuergattungen zuständig)
  • formelles Steuerrecht (beinhaltet Regelungen bezüglich der anzuwendenden Verfahren)
  • allgemeines Steuerrecht (umfasst Rechtsnormen bezüglich aller Steuergattungen)
  • besonderes Steuerrecht (regelt hauptsächlich Belange des materiellen Steuerrechts)

Neben diesen Kategorien spielen natürlich die einzelnen Gesetze eine wichtige Rolle für die Erhebung und Berechnung der Steuern. Die wichtigsten Gesetze sind:

  • Abgabenordnung (AO)
  • Einkommenssteuergesetz (EStG)
  • Bewertungsgesetz (BewG)
  • Umsatzsteuergesetz (UStG)

Neben diesen gibt es zahlreiche, weitere Steuergesetze, die sich mit der Besteuerung bezüglich Grunderwerb, Tabak, Energie, Erbschaft, Feuerschutz, Versicherungen, Schenkungen und viele mehr befassen. Jedes einzelne Gesetz ist Teil des deutschen Steuerrechts.

Neben den vom Bund erlassenen Steuergesetzen können auch Verordnungen existieren, die von den Bundesländern, Kommunen oder gemeinden erlassen wurden und Abgaben regeln, die sich auf ihr Hoheitsgebiet beziehen (z. B. Vergnügungssteuersatzungen, Zweitwohnungsteuersatzungen).

Welche Ziele und Funktionen verfolgt das Steuerrecht?

Da die Steuern die wichtigste Quelle für Staatseinnahmen sind, ist dieses Recht geschaffen worden, um diese Einnahmen zu garantieren. Ein wichtiges Ziel, welches das Steuerrecht verfolgt, ist zudem die Steuerung des Verhaltens der Bürger. Beispielsweise soll die Hundesteuer die Bürger davon abhalten, in Gebieten mit wenig Platz für den Einzelnen zu viele der Vierbeiner zu halten. Aus diesem Grund werden in ländlichen Gebieten nicht so hohe Hundesteuern erhoben, wie in großen Metropolen.

Die wichtigste Funktion des Steuerrechts ist eine angemessene und vor allem gerechte Erhebung von Steuern. Es soll die Steuerlast möglichst so verteilen, dass niemand bevorteilt oder benachteiligt wird. Aus diesem Grund zahlen gut verdienende und wohlhabende Menschen in der Regel mehr Steuern, als schlecht verdienende Personen.

  • Das deutsche Steuerrecht hat inzwischen eine so komplexe Struktur, dass es sich lohnt, die Hilfe eines Experten in Anspruch zu nehmen, wenn man beispielsweise seine jährliche Steuererklärung machen möchte.

Quellen

Abgabenordnung (AO) § 1 »
Einkommenssteuergesetz (EStG) § 1 »
Birk, Dieter: Steuerrecht »
Fetzer, Thomas / Arndt, Hans-Wolfgang: Einführung in das Steuerrecht »


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