Zwischen Vermieter und Mieter kommt es in Deutschland sehr oft zu Streitigkeiten wegen Unregelmäßigkeiten bei den Mietzahlungen, bezüglich der Kostenübernahme bei Reparaturen oder wegen auftretender Lärmbelästigung. Streitereien zwischen den Vertragsparteien zählen zu den am häufigsten gerichtlich ausgefochtenen Auseinandersetzungen zwischen Mieter und Vermieter.

Da solche Rechtsstreitigkeiten nicht selten auch finanzielle Folgen nach sich ziehen, haben die Versicherer den Vermieterrechtsschutz in ihr Versicherungs-Portfolio aufgenommen und bieten eine Vermieterrechtsschutzversicherung an.

Es besteht ein Unterschied zwischen dem Vermieterrechtsschutz und dem sogenannten Eigentümerrechtsschutz bzw. Immobilienrechtsschutz.

Welche Kosten übernimmt der Vermieterrechtsschutz?

Wer sich durch einer Vermieterrechtsschutzversicherung abgesichert hat, der hat im Falle von drohenden Rechtsstreitigkeiten vor einem Gericht keine Kosten zu erwarten. Eine solche Versicherung übernimmt in der Regel die Kosten, die dem Vermieter im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten vor Gericht entstehen. Dies sind vor allem:

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  • Anwaltskosten
  • Notarkosten
  • Gerichtskosten
  • Kosten für Zeugenaussagen
  • Gutachter-Kosten
  • Kosten für Sachverständige

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Vermieterrechtsschutz ohne Wartezeit

Im Regelfall muss der Versicherungsnehmer eine gewisse Wartezeit (auch Karenzzeit genannt) in Kauf nehmen bis der Versicherungsvertrag in vollem Umfang gültig wird und vom Versicherer im Schadensfall Kosten übernommen werden.

Bei den meisten Versicherungsunternehmen beträgt diese Wartezeit drei Monate. In den folgenden Fällen besteht normalerweise aber keine Wartezeit:

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  • Anzeige gegen den Versicherten wegen fahrlässiger Körperverletzung (z. B. nach Räumversäumnissen im Winter)
  • Nutzung eines Anwaltstelefons durch den Versicherten
  • Einsatz eines vom Versicherten beauftragten Mediators

Ansonsten galt bisher die Regel, dass der Versicherungsschutz bei einem Vermieterrechtsschutz erst greift, wenn sich das Ereignis, das zum Streitfall führte, erst nach dem Ende der dreimonatigen Wartezeit zugetragen hat. Inzwischen wird es allerdings so gehandhabt, dass der Versicherungsschutz beginnt, sobald das dem Streitfall zugrundeliegende Ereignis nach der Wartezeit bekannt wird.

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Was kostet der Vermieterrechtsschutz?

Wer als Vermieter mit dem Gedanken spielt, sich einen Vermieterrechtsschutz zuzulegen, der sollte vor seiner Entscheidung die einzelnen Versicherungsunternehmen und ihre Leistungen miteinander vergleichen. Die jährlichen Kosten für eine solche Vermieterrechtsschutzversicherung liegen zwar bei den meisten Versicherern im niedrigen dreistelligen Bereich, aber der Leistungsumfang kann dennoch sehr variieren.

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Bei einem Vergleich sollte man vor allem auf folgende Angaben achten:

  • Deckungssumme (zwischen 300.000 Euro und unbegrenzter Deckung)
  • Höhe der Selbstbeteiligung (zwischen 150 und 400 Euro)
  • Wartezeit (meist zwischen drei und sechs Monate)

Je nach der Höhe der Deckungssumme sowie der Selbstbeteiligung sind die Kosten höher oder niedriger. Je höher die Deckung und je niedriger die Selbstbeteiligung, desto höher die jährlichen Kosten für den Vermieterrechtsschutz.

Wählt man eine niedrige Deckungssumme und eine hohe Selbstbeteiligung, dann sinkt der zu zahlende Versicherungsbeitrag.

Je mehr zusätzliche Leistungen man als Versicherter im Rahmen eines Versicherungspaketes wünscht, umso höher werden die Kosten für den Vermieterrechtsschutz sein.

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Ist der Vermieterrechtsschutz steuerlich absetzbar?

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Die Beiträge zum Vermieterrechtsschutz kann der Versicherte in vollem Umfang steuerlich geltend machen. Dazu ist es meistens notwendig, das er den Finanzbehörden den Versicherungsschein vorlegt oder eine Kostenaufstellung für die von ihm abgeschlossene Versicherung vorlegt. Beide Dokumente erhält der Versicherte vom Versicherungsunternehmen.

Ist die Vermieterrechtsschutzversicherung Teil einer größeren Gesamtversicherung, darf nur der Teil steuerlich abgesetzt werden, der tatsächlich für den Vermieterrechtsschutz aufgebracht wird. Wird mit der Versicherung privat genutztes Wohneigentum versichert, muss dieser Teil ebenfalls herausgerechnet werden, da er nicht steuerlich absetzbar ist.

  • Die Kosten für die Vermieterrechtsschutzversicherung werden in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht, also wie Finanzierungs-, Instandhaltungs- oder Bürokosten. Sie dürfen übrigens auch nicht im Rahmen der Nebenkostenabrechnung auf den Mieter abgewälzt werden.

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Gilt Vermieterrechtsschutz rückwirkend?

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Einen Vermieterrechtsschutz rückwirkend abzuschließen, ist bei den allermeisten Versicherungsunternehmen nicht möglich. Eine Vermieterrechtsschutzversicherung ist nämlich auf Vorsorge angelegt. Falls man also auf die Idee kommt, bei drohenden Rechtsstreitigkeiten noch schnell eine solche Rechtsschutzversicherung abzuschließen, wird es aufgrund der fast immer geltenden Wartezeit zu spät sein.

Nur ganz vereinzelt bieten Versicherer eine rückwirkend geltende Rechtsschutzversicherung an, vor allem im Bereich des Verkehrswesens. Im Bereich der Vermietung von Wohnungen, Gewerbe-Immobilien oder Häusern gibt es solche rückwirkenden Versicherungen nicht.

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Quellen

Nöllke, Matthias: Nebenkostenabrechnung für Vermieter »
Steck, Dieter: Praxiswissen Immobilien und Steuern, inkl. Arbeitshilfen online »


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