Als Ehepaar hat man die Möglichkeit, zwischen drei unterschiedlichen Steuerklassenkombinationen zu wählen. Deshalb sollte man sich nach der Heirat darüber informieren, ob ein Steuerklassenwechsel vorgenommen werden sollte.

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Steuerklassenkombination als Ehepaar

Vor der Hochzeit dürften die meisten künftigen Partner in der Steuerklasse 1 oder 2 gewesen sein. Nach der Hochzeit sind drei Kombinationen möglich:

Nach der Trauung wird das Ehepaar automatisch in die Kombination 4 und 4 eingestuft, kann diese aber problemlos wechseln. Grundsätzlich gilt, dass ein Ehepaar jedes Jahr mehrfach die Steuerklasse wechseln darf. Bis 2019 war ein Steuerklassenwechsel nur einmal jährlich zulässig. Die Summe der Steuerklassenkombination muss dabei immer acht ergeben.

Die möglichen Steuerklassen als Ehepaar in der Übersicht

4/4bei ungefähr gleichem Einkommen (Unterschied maximal 10 Prozent)
4/4 mit Faktorbei leicht unterschiedlichem Einkommen
3/5bei deutlich unterschiedlichem Einkommen (Verhältnis der Einkünfte von 60/40 Prozent oder mehr)
Steuerklasse-Ehepaar

Steuervorteile als Ehepaar?

Die Einstufung in die Steuerklasse 4 bietet sich für ein Ehepaar dann an, wenn beide Partner etwa gleich viel verdienen. Die Regel lautet, dass die Differenz des Gehalts 10 Prozent nach Möglichkeit nicht überschreiten sollte.

Beide Partner erhalten in dieser Variante die gleichen Freibeträge, die in etwa mit dem Steuerfreibetrag der Steuerklasse 1 vergleichbar sind. Alle Vergünstigungen werden zu gleichen Teilen gesplittet. So wird die Steuerlast gleichmäßig zwischen den Partnern aufgeteilt, ohne dass es am Jahresende zu hohen Nach- oder Rückzahlungen kommt.

Einer der größten Steuervorteile dieser Variante für ein zusammenveranlagtes Ehepaar ist zudem, dass nur eine Steuererklärung abgegeben werden muss.

Die Steuerklassen 3 und 5 sollten gewählt werden, wenn die beiden Partner deutlich unterschiedlich viel verdienen.

Die Faustregel lautet: Verdient einer der Eheleute 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens und der andere 40 Prozent oder gehen die Einkünfte noch weiter auseinander, sollte ein Wechsel in die Steuerklassen 3 und 5 durchgeführt werden. Der besserverdienende Partner wählt dabei die Steuerklasse 3.

Der Steuerfreibetrag und die Vorsorgepauschale werden für den Partner in Steuerklasse 3 verdoppelt. In Steuerklasse 5 können dafür keine Steuerfreibeträge genutzt werden.

Diese Kombination lässt dem Ehepaar dann Netto die meisten Euro vom Brutto, wenn der Partner in Steuerklasse 5 keine Einkünfte hat oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht. Die monatlich eingesparten Steuern müssen jedoch nach der Steuererklärung in Form einer Nachzahlung zurückgezahlt werden. Es entsteht also keine absolute Steuerersparnis für das Paar.

Ist absehbar, dass ein Teil vom Ehepaar bald eine Lohnersatzleistung beziehen muss, kann es hilfreich sein, die Steuerklassen Kombination zu drehen. Wie viel Euro Elterngeld oder Arbeitslosengeld eine Person erhält, orientiert sich an ihrem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate.

Durch einen Tausch der Steuerklassen können diese Ersatzleistungen nach oben gebracht werden. Dazu wechselt der Partner, der die Ersatzleistung beziehen wird, in die günstigere Steuerklasse 3 - unabhängig davon, ob es sich bei ihm um den Besserverdiener handelt oder nicht.

Ein Ehepaar kann sich auch dazu entscheiden, die Variante 4 und 4 mit Faktor zu wählen. Die Idee dahinter ist, dass jeder Partner tatsächlich nur in etwa prozentual den Teil der Steuern zahlen muss, den er zum Einkommen beisteuert.

Diese Variante eignet sich wiederum dann, wenn das Ehepaar nicht gleich viel verdient, die Gehaltsdifferenz allerdings nicht so groß ist, dass die Variante 3 und 5 in Frage kommt.

Grundlage für den Faktor sind die voraussichtlichen Arbeitslöhne des laufenden Jahres. Die persönlichen Steuerfreibeträge werden sofort abgezogen. Man spricht in disem Fall davon, dass sich der Splittingvorteil direkt positiv auswirkt.

Durch den Faktor werden große Nachzahlungen (ebenso wie Rückzahlungen) am Jahresende vermieden. Entscheidet sich ein Paar für diese Variante, sollte es wissen, dass es monatlich einige Euro weniger netto vom Bruttogehalt haben kann, dafür jedoch am Jahresende keine oder nur eine geringe Nachzahlung leisten muss.

Steuerklassen als Ehepaar: Steuerklassenrechner als Hilfsmittel

Nicht immer ist offensichtlich, welche Steuerklassenkombination für ein Ehepaar die beste ist. Mit Hilfe eines Steuerklassenrechners können Partner schnell und unkompliziert herausfinden, ob die Kombination 3/5, die Variante 4/4 oder Steuerklasse 4 mit Faktor vorteilhafter ist.

Der Rechner benötigt nur wenige Angaben. Die Jahresbruttogehälter beider Partner sowie das Bundesland, indem das Paar lebt, reichen für ein detailliertes Ergebnis aus.

Steuerklasse berechnen

Steuerklasse als Ehepaar wechseln

Ehepaare haben den Vorteil, dass sie ihre Steuerklassen frei wählen können. Ändert sich beispielsweise durch eine Gehaltserhöhung das Einkommensverhältnis der Partner, kann ein Steuerklassenwechsel ratsam sein.

Doch wie kann die Steuerklasse gewechselt werden? Ein Steuerklassenwechsel kann immer vollzogen werden. Dafür muss das Ehepaar einen Antrag beim zuständigen Finanzamt einreichen.

Möchte ein Ehepaar die Steuerklassen wechseln, müssen beide Partner mit dem Wechsel einverstanden sein und das Formular unterschreiben.

PDF-Formular Steuerklassenwechsel

Wann ist ein Steuerklassenwechsel für Ehepaare sinnvoll?

Fallbeispiel für einen Steuerklassenwechsel: Fiona und David sind verheiratet. Fiona arbeitet Vollzeit als Bankkauffrau und verdient monatlich 2.700 Euro. Ihr Partner David ist in der Marketingabteilung eines Unternehmens tätig. Dort erhält er 2.800 Euro monatlich. Da die Einkünfte in etwa gleich hoch sind, hat sich das Paar für die Steuerklassenkombination 4/4 entschieden.

Nun hat sich David auf die Stelle des Marketingleiters beworben und diese auch bekommen. Mit der Beförderung ist eine Gehaltserhöhung auf 4.600 Euro monatlich verbunden. Die Gehälter der beiden Partner liegen jetzt weit auseinander.

Ein Steuerklassenwechsel ist daher ratsam. Die meisten Vorteile hätte das Paar in diesem Fall durch die Steuerklassenkombination 3/5. Fiona würde die Steuerklasse 5 wählen, David die Klasse 3.

Steuerklasse als Ehepaar: Die wichtigsten Fakten zusammengefasst

Beide Ehepartner erhalten nach der Hochzeit automatisch die Steuerklasse 4. Ein Ehepaar kann schriftlich eine andere Steuerklassenkombination beantragen.

Die Steuerklassen kann das Ehepaar mehrmals im Jahr wechseln. Möglich sind die Steuerklassen Kombinationen 3/5 oder 4/4 mit Faktor. Das Faktorverfahren verhindert größere Rück- und Nachzahlungen.

Häufig gestellte Fragen: Steuerklassenkombinationen für Ehepaare

Zieht ein Ehepaar Kinder groß, kommt schnell die Frage auf, welche Steuerklasse die richtige ist.

Grundsätzlich gilt: Ob ein Ehepaar ein Kind hat oder nicht, hat zunächst keinen Einfluss auf die Steuerklasse.

Das heißt: Möglich sind die Steuerklassenkombinationen 3/5, 4/4 und 4/4 mit Faktor. Je nach Steuerklasse können für das Kind unterschiedliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden. So richtet sich die Höhe des Kinderfreibetrags nach der Steuerklasse.

Wer neben seinem Hauptjob eine oder mehrere Nebentätigkeiten ausüben möchte, muss dabei akzeptieren, dass der Nebenerwerb in die Steuerklasse 6 eingeordnet wird. Eine Ausnahme besteht lediglich dann, wenn die Nebentätigkeit auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis durchgeführt wird.

Diese Verfahrensweise unterscheidet sich nicht von der Verfahrensweise, die auch bei Singles praktiziert wird.

Einzelnachweise und Quellen


  1. Bundesministerium der Finanzen und für Verbraucherschutz: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.