Zahnzusatzversicherung

Zum Zahnarzt geht niemand gern. Kaum ist der Bohrer zu hören, macht sich ein unangenehmes Gefühl breit.

Und auch das Portemonnaie würde am liebsten der Zahnarztpraxis Lebewohl sagen. Zahnersatz oder kieferorthopädische Behandlungen sind teuer.

Welche Alternativen bietet die Zahnzusatzversicherung? Wer kann sich hier versichern? Und deckt die Zahnzusatzversicherung wirklich alle Leistungen ab, die man als Patient in der Zahnarztpraxis braucht?

Festzuschuss – hier wird der Zahnarzt besonders teuer

Vorsorge und Prophylaxe rechnen sich nicht nur vor dem Hintergrund gesunder Zähne. Auch finanziell kann sich die Vorsorgeuntersuchung für den Patienten rechnen – besonders wenn er Mitglied einer Krankenkasse ist.

Durch das befundbezogene Festzuschusssystem erstattet die gesetzliche Krankenversicherung ausschließlich Leistungen, die:

  • zweckmäßig und
  • notwendig sind
  • dem anerkannten medizinischen Standard gerecht werden
  • dem Wirtschaftlichkeitsgebot folgen.

Für den Zahnersatz bedeutet dies zum Beispiel, dass jeder Diagnose (dem Befund) eine konkrete Therapiemaßnahme zugeordnet wird. Diese übernehmen die Kassen nicht voll.

Lediglich 50 Prozent der Aufwendungen werden bezuschusst, den Rest hat der Patient zu übernehmen. Ausnahme: Es wird regelmäßige Vorsorge nachgewiesen, dann steigt der Zuschuss bis maximal 65 Prozent an.

Was leistet die Zahnzusatzversicherung

Leider ist der Zahnersatz nicht der einzige Bereich, in dem es teuer werden kann.

  • Zahnfüllungen werden nach den Grundsätzen der Regelversorgung nur im sichtbaren Bereich als Kunststofffüllung übernommen. Bei den Backenzähnen ist nach wie vor Amalgam bis auf wenige Ausnahmen Standard.

Wer als Patient damit nicht einverstanden ist und eine andere Versorgung wünscht, muss die Mehrkosten aus Eigenmitteln finanzieren.

Die Zahnzusatzversicherung setzt als Versicherung genau hier an, sie übernimmt ergänzend zu den Leistungen der Krankenkassen einen Teil der Behandlungskosten.

Je nach Zahnzusatzversicherung sind die Leistungen unterschiedliche hoch. Im Grundschutz liegt die Gesamterstattung meist nur einige Prozentpunkte über dem Niveau der Krankenkassen. Premiumtarife gehen deutlich weiter – hier sind Übernahmen von 90 Prozent (oder mehr drin).

Versorgunggeschätzte Kosten
Vollprothese1.200 - 1.500 Euro
Brücke (2 Zähne)1.900 - 2.700 Euro
Implantat (je Implantat)mehrere tausend Euro

Zusatzbausteine – wie sinnvoll sind Mehrleistungen?

Eigentlich könnte die Kosterstattung bei Zahnersatz und Füllungstherapie reichen. In der Versicherung für gesunde Zähne ist häufig aber mehr drin. Leistungen wie:

  • professionelle Zahnreinigung (PZR)
  • Kieferorthopädie
  • Inlays oder Kronen
  • Wurzelbehandlungen

gehören in vielen Tarifen zur Zahnzusatzversicherung dazu.

Aber: Nicht alle Bausteine sind wirklich ein Muss. Die PZR wird zwar häufig als sinnvolle Leistung seitens der Zahnärzte angesehen und auch die Kunststofffüllung im Backenzahn kostet sicher Geld.

Beide Segmente verursachen aber meist nur geringe Kosten pro Jahr und liegen selbst bei regelmäßiger Zahnreinigung meist nur im unteren dreistelligen Eurobereich. Viel wichtiger sind umfassende Leistungen bei Zahnersatz, ein Verzicht auf Wartezeiten bei Unfällen und geringe Einschränkungen der Leistungen in den ersten Versicherungsjahren.

  •  Viele Versicherer leisten nur dann, wenn auch die gesetzlichen Krankenkassen ihren Teil zur Behandlung beitragen. Im Vergleich der Versicherung sollte das Kleingedruckte dringend auf entsprechende Klauseln geprüft werden.

Zahnzusatzpolice: Versicherung für Kassenpatienten

In eine Zahnzusatzversicherung kann jeder Verbraucher eintreten. Leider sieht die Situation in der Praxis anders aus. Im Regelfall richtet sich die Versicherung an Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung.

Andere Personen gelten in entsprechend ausgestalteten Tarifen als nicht versicherungsfähig. Meist tauchen entsprechende Klauseln bereits zu Beginn der Versicherungsbedingungen auf.

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