Die wichtigsten Fakten

  • Man muss den Kinderfreibetrag einmalig über den 'Antrag auf Lohnsteuerermäßigung' beantragen.
  • Nach der Beantragung des Kinderfreibetrages führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch.
  • Den Kinderfreibetrag kann man nicht gleichzeitig mit dem Kindergeld beanspruchen.
  • Für die meisten Familien ist es steuerlicher günstiger, sich das Kindergeld auszahlen zu lassen.

Wo kann man den Kinderfreibetrag eintragen lassen?

Seit 2011 lässt man den Freibetrag im Finanzamt eintragen. Wer dies zum ersten Mal erledigt, wählt hierfür das FormularAntrag auf Lohnsteuerermäßigung.

Bei späteren Änderungen kann man dann das wesentlich knapper gehaltene Formular Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung nehmen.

Ist der Kinderfreibetrag einmal eingetragen, führt das Finanzamt bei jeder Steuererklärung automatisch die Günstigerprüfung durch. Durch sie ermittelt das Finanzamt, ob sich für den Steuerzahler der Kinderfreibetrag günstiger auswirkt oder das Kindergeld. Beides gleichzeitig kann allerdings nicht in Anspruch genommen werden.

  • Das Finanzamt geht bei der Günstigerprüfung grundsätzlich davon aus, dass das Kindergeld beantragt worden ist.

Einen Rechtsanspruch auf den Freibetrag hat man vom Geburtsmonat des Kindes an. Man sollte den Freibetrag zeitnah eintragen lassen, heißt es immer wieder von den Finanzämtern.

Häufig gestellte Fragen - Kinderfreibetrag eintragen

Der Kinderfreibetrag ist für Eltern eine Möglichkeit der steuerlichen Entlastung. Streng genommen gibt es eigentlich nicht nur einen Freibetrag für Kinder, sondern zwei.

Jährlich haben Eltern einen allgemeinen Freibetrag pro Kind in Höhe von 4.716 Euro. Hinzu kommt ein spezieller Freibetrag für Ausbildung, Erziehung und Betreuung in Höhe von 2.640 Euro.

In Summe liegt der Kinderfreibetrag demnach bei 7.356 Euro.

  • Sind beide Eltern gemeinsam in der Steuerklasse 4, erhalten sie je die Hälfte der genannten Beträge.

 

Mancherorts kann man lesen, dass seit 2006 der Freibetrag überhaupt nicht mehr für die Lohnsteuer berücksichtigt wird, sondern sich lediglich hemmend auf die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag auswirkt.

Dies ist so nicht ganz richtig: Der Freibetrag wird über das Kindergeld monatlich direkt ausgezahlt.

Es ist deshalb unbedingt notwendig, das Kindergeld bei der Familienkasse zu beantragen, um so seine steuerliche Vergünstigung nicht zu verlieren.

Diejenigen, die sich mehr Geld davon versprechen, sich den Kinderfreibetrag nicht als Kindergeld auszahlen zu lassen, sondern diesen direkt über die Einkommenssteuer als Ersparnis zu erhalten, können dies beim Finanzamt beantragen. Dieses führt dann mit der Steuererklärung eine Günstigerprüfung durch.

Hatte man tatsächlich einen finanziellen Nachteil, überweist das Amt die Differenz. Zumeist ist das Kindergeld allerdings vorteilhafter - den Überschuss dürfen die Empfänger im Sinne 'der Förderung der Familien' behalten.

  • Um überhaupt die Günstigerprüfung durchführen zu lassen, muss man den Freibetrag allerdings vermerken lassen.

 

Allgemeiner KinderfreibetragKinderfreibetrag für Ausbildung, Erziehung und BetreuungKinderfreibetrag insgesamt
4.716 Euro2.640 Euro7.356 Euro

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  2. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 

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