Die wichtigsten Fakten

  • Bei einer Scheidung steht der Kinderfreibetrag beiden Elternteilen zur Hälfte zu.
  • Bei welchem Elternteil das Kind wohnt, ist dabei unerheblich.
  • Unter bestimmten Bedingungen kann der Freibetrag auf ein Elternteil alleine übertragen werden.

Kinderfreibetrag Scheidung Steuern – Das müssen Eltern wissen

Nach § 32 EStG stehen Eltern pro Kind bis zu 7.356 Euro im Jahr 2017 an Freibeträgen zu. Davon sind

  • 4.716 Euro für das sachliche Existenzminimum und
  • 2.640 Euro für Betreuung, Erziehung und Ausbildung

gedacht. Kommt es zur Scheidung wird für jedes Elternteil der Kinderfreibetrag zur Hälfte berücksichtigt.

Bei getrennter Veranlagung stehen jedem Elternteil demnach 3.678 Euro an Kinderfreibetrag zu – bei den Lohnsteuermerkmalen wird 0,5 für den jeweiligen Freibetrag eingetragen.

Kinderfreibetrag Scheidung Steuern - Übertragung des Freibetrags

Grundsätzlich hat jedes Elternteil Anspruch auf seinen Freibetrag. Dessen Übertragung – also die Zusammenfassung – auf ein Elternteil ist nicht ohne Weiteres möglich. Selbst wenn sich beide Eltern einig sind, schieben die Finanzämter dem einen Riegel vor.

  • Sofern ein Elternteil nach der Scheidung den bestehenden Unterhaltspflichten nur unzureichend oder überhaupt nicht nachkommt, kann eine Zusammenfassung beim Kinderfreibetrag erfolgen. Elternteile kommen nach einer Scheidung ihrer Unterhaltspflicht im Wesentlichen nach, wenn der Unterhalt zu mindestens 75 Prozent erbracht wird. Erst beim Unterschreiten dieser Grenze ist die Übertragung möglich.

Häufig gestellte Fragen

Nicht unbedingt. Aus dem Antrag zur Übertragung des Freibetrags muss sich per se kein positiver Effekt bei den Steuern ergeben. Auch hier erfolgt wieder die Günstigerprüfung durch das Finanzamt.

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