Abzüge Steuerklasse 5: Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse 5 ist Ehepaaren vorbehalten.
  • Derjenige Ehepartner, der weniger verdient, erhält diese Steuerklasse, der andere die Steuerklasse 3.
  • In der Steuerklasse 5 sind weniger Abzüge möglich.
  • In der Steuerklasse 5 gibt es keinen Grundfreibetrag.
  • Ein Tausch der Steuerklassen kann für den Bezug von Elterngeld sinnvoll sein.

Steuerklasse 5 gilt nur in Verbindung mit einem anderen Ehepartner, der in Steuerklasse 3 eingeordnet ist. Wer die Steuerklassenkombination 3 und 5 wählt, muss darauf achten, dass:

  • das Verhältnis des Gesamtgehalts in einem Jahr mindestens 60% zu 40% beträgt
  • derjenige mit dem geringeren Einkommen die Steuerklasse 5 wählt
  • sich die Jobsituation vorausschaubar nicht in kurzer Zeit ändert
  • Wenn sich bei einem Ehepaar mit der Steuerklassenkombination 3 und 5 grundlegend etwas ändert wie bei einer Trennung oder einem Jobwechsel mit anderen Gehaltskonditionen kann ein Steuerklassenwechsel NICHT sofort erfolgen.

Steuerklasse 5

Welche Abzüge gibt es in der Steuerklasse 5?

Insgesamt drei Abzüge dürfen in der Steuerklasse 5 dazu genutzt werden, um die zu zahlende Lohnsteuer zu reduzieren. Die Steuerklassen 5 und 6 sind dabei die einzigen Steuerklassen, in denen es keinen Grundfreibetrag gibt. Die Grenze für die Lohnsteuer liegt im Jahr 2017 in der Steuerklasse 5 bei lediglich 1272,99 Euro - entsprechend klein sind die Freibeträge.

AbzügeHöhe in Euro (Stand 2016)
Pauschbetrag für Arbeitnehmer1.000
Pauschbetrag für Sonderausgaben36
Vorsorgepauschalegehaltsabhängig

Häufig gestellte Fragen zu den Abzügen in der Steuerklasse 5

Gewöhnlich raten Experten dazu, dass Eheleute die Klassen 3 und 5 wählen sollten, wenn ein Partner wenigstens 60 Prozent zum gemeinsamen Einkommen beisteuert. Der Partner, der höchstens 40 Prozent verdient, wählt die Steuerklasse 5.

In einem Fall, in dem die beiden Eheleute tatsächlich 60 zu 40 verdienen, kann es aber für die Lohnsteuer günstiger sein, die Steuerklasse 4 mit Faktor zu wählen. Dann ist eine Einzelfall-Prüfung vorzunehmen.

Kompliziert wird es, wenn der Partner in der fünften Steuerklasse in absehbarer Zeit eine staatliche Transferleistung beziehen soll.

  • Arbeitslosengeld oder beispielsweise Elterngeld hängen vom letzten Netto-Gehalt ab. Deshalb wäre es eigentlich sinnvoll, die Klassen 3 und 5 aufzugeben bzw. zu tauschen, um so die Nettobezüge so erhöhen. Beim Elterngeld muss dieses allerdings 7 Monate vor Erstbezug geschehen.

Allerdings zahlt der Partner in der Steuerklasse 3 in einem solchen Fall auch wesentlich mehr Lohnsteuer.

Es ist ratsam, einen solchen Fall mit einem Steuerklassenrechner durchzuspielen, um die beste Lösung zu finden.

Um die Kombination der Klassen 3 und 5 wählen zu dürfen, müssen die beiden Partner über eine Ehe bzw. eine eingetragene Lebenspartnerschaft verbunden sein.

Zudem muss bei dem Partner von der Person, die Mitglied in der fünften Steuerklasse werden möchte, laut § 38b EStG die Steuerklasse 3 in der Lohnsteuerkarte eingetragen sein.

Eine Kombination der Steuerklassen 4 und 5 ist also beispielsweise nicht möglich.

Zudem bestimmt das Mitglied in der Steuerklasse 3 über die gemeinschaftliche Einstufung. Lässt sich dieses in die 4 umschreiben, zieht automatisch auch der Partner um.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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