Eine Steuerklassenkombination ist entweder für ein Ehepaar oder für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften möglich. Das Stichwort der Steuerklassenkombination ist die Zusammenveranlagung.

Ehepaare und ähnliche Lebensgemeinschaften haben nämlich den Vorteil, dass sie durch die gemeinsame Veranlagung einen Steuervorteil gegenüber einzelner Veranlagung erhalten. Die Steuerklassenkombination sollte dabei wohl überlegt sein. Welche Steuerklassenkombination ist die passende?

Die richtige Steuerklassen Kombination bei Ehepaaren gibt es nicht. Sie hängt von verschiedenen persönlichen Faktoren ab. Dabei spielt insbesondere eine Rolle, ob das Gehalt in etwa gleich hoch oder sehr unterschiedlich ist. Die Wahl der Steuerklassen kann dann erheblichen Einfluss auf die Höhe der monatlichen Nettoverdienste beider Partner haben.


Welche Steuerklassenkombination ist möglich?

Steuerklassenkombination

Verheiratete und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften werden nach der Heirat bzw. nach Eintragung der Lebenspartnerschaft automatisch in die Steuerklassenkombination 4/4 eingestuft. Solange beide Partner in etwa gleich viel verdienen, ist diese Kombination in der Regel am sinnvollsten.

Doch die Wahl der Steuerklasse 4 für beide Partner ist nicht immer vorteilhaft. Liegen die Einkünfte weit auseinander (40 zu 60 Prozent und mehr), dann macht eine Kombination der Steuerklasse 3 mit der Steuerklasse 5 mehr Sinn.

Der Partner mit dem höheren Gehalt wählt die Klasse 3, der andere die Klasse 5. Bei dieser Variante muss der Geringverdiener zwar deutlich mehr Steuern als sein Partner zahlen, dennoch können die Lebenspartner insgesamt einen maximalen steuerlichen Vorteil geltend machen.

  • Jutta und Manfred sind beide berufstätig. Jutta hat ein Einkommen von 1.500 Euro monatlich, Manfred verdient 4.000 Euro. In der Steuerklassenkombination 4/4 kann das Paar mit einer Erstattung von knapp 700 Euro rechnen. Wählt Manfred allerdings die Steuerklasse 3 und Jutta die Klasse 5, ist eine Erstattung von mehr als 4.000 Euro möglich.

Steuerklassenkombinationen auf einen Blick

SteuerklassenkombinationVorteilhaft, wenn ...
4 und 4beide Partner in etwa gleich viel verdienen (Einkünfte sollten nicht mehr als 10 Prozent auseinanderliegen)
3 und 5ein Partner deutlich mehr verdient (Einkommensverhältnis von 40 zu 60 Prozent oder mehr)
4 und 4 je mit Faktordie Einkommen weiter auseinanderliegen (jeder Partner zahlt nur den Anteil an der Lohnsteuer, den er auch zum gemeinsamen Einkommen beiträgt)

Eine Alternative zur Steuerklassenkombination - das Faktorverfahren

Wer zu dem Schluss kommt, dass weder die Steuerklassenkombination 4/4 noch die Steuerklassenkombination 3/5 ideal ist, kann sich auch für das Faktorverfahren entscheiden.

Dabei gilt für beide Ehepartner die Steuerklasse 4. Diese wird aber mit einem zusätzlichen Faktor versehen, der vom Finanzamt anhand der jährlichen Bruttoverdienste beider Ehepartner ermittelt.

Mit dem Faktorverfahren können größere Rückzahlungen oder Nachforderungen in der jährlichen Steuererklärung weitgehend vermieden werden.

Jeder der beiden Ehepartner erhält automatisch den Grundfreibetrag und den Kinderfreibetrag, der ihm persönlich zusteht. Ein Ausgleich zum Jahresende ist hier nicht nötig.

Die richtige Steuerklassenkombination: Steuerklassenrechner als Hilfsmittel

Längst nicht in allen Fällen ist offensichtlich, welche Steuerklassenkombination die meisten Vorteile bringt. Doch wie lässt sich genau das herausfinden? Ein einfaches Hilfsmittel ist der Steuerklassenrechner. Dieser lässt sich schnell und unkompliziert bedienen und brauch nur wenige Angaben zur Berechnung. Lediglich die Jahresbruttogehälter beider Partner sowie das Bundesland, indem das Paar lebt, reichen für ein detailliertes Ergebnis aus.

Wie kann die Steuerklasse gewechselt werden?

Der eigentliche Wechsel der Steuerklasse ist sehr einfach. Es muss lediglich ein Formular ausgefüllt und unterschrieben an das zuständige Finanzamt geschickt werden.

PDF-Formular Steuerklassenwechsel

  • Möchte ein Ehepaar oder eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft die Steuerklassen wechseln, ist es zwingend erforderlich, dass beide Partner mit dem Wechsel einverstanden sind und beide das Formular unterschreiben.

Ein Steuerklassenwechsel kann einmal jährlich vollzogen werden. Der entsprechende Antrag muss bis zum 30. November eines jeden Jahres beim örtlichen Finanzamt vorliegen.

Beispiel für einen sinnvollen Steuerklassenwechsel

Ella ist Sachbearbeiterin und verdient als Vollzeitkraft 2.100 Euro brutto. Ihr Mann Max arbeitet als Industriekaufmann und hat mit seiner Vollzeitstelle ein monatliches Einkommen von 2.200 Euro. Da sich die Gehälter bisher nicht groß unterschieden haben, wählten Ella und Max die Steuerklassenkombination 4/4.

Nun tritt der Fall ein, dass Ella, um ihrem Hobby dem Malen mehr nachgehen zu können, von ihrer Vollzeit- zu einer Teilzeitanstellung wechseln möchte. Ihr monatliches Bruttogehalt würde dann bei 1000 Euro liegen.

Da sich die Einkünfte des Ehepaars in diesem Fall deutlich unterscheiden würden, bietet sich ein Wechsel der Steuerklassen an. Die Kombination der Klassen 3 und 5 wäre in diesem Fall ratsam.


Häufig gestellte Fragen zur Steuerklassenkombination

Ähnlich wie die meisten Arbeitnehmer müssen sich auch die verheirateten Rentner auf eine der beiden Steuerklassenkombinationen 4/4 oder 3/5 festlegen.

Die Steuerklassenkombination 3/5 ist insbesondere dann als Steuerklasse geeignet, wenn einer der beiden Ehepartner noch berufstätig ist und sehr gut verdient. Er kann dann die Steuerklasse 3 nutzen, während der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet wird.

Die Geburt eines Kindes hat für ein Ehepaar zunächst keinen Einfluss auf die Steuerklasse. Die Steuerklassenkombination 4/4 und Steuerklassenkombination 3/5 gelten auch immer mit Kind.

Zu beachten ist aber, dass die Anrechnung des Kinderfreibetrags unterschiedlich verläuft. Bei der Kombination 4/4 wird der Betrag aufgeteilt, sodass jeder Partner die Hälfte erhält. Bei den Steuerklassen 3 und 5 bekommt nur der Partner in Klasse 3 den Kinderfreibetrag. In diesem Fall aber in voller Höhe.

Zusammengefasst: die wichtigsten Fakten

  • Ehepaare und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften können eine Steuerklassenkombination wählen (Ledigen und Alleinerziehenden kommt dieses Recht in der Regel nicht zuteil).
  • Die Steuerklassenkombination 4/4 bietet sich für Paare mit ähnlich hohem Einkommen an.
  • Die Steuerklassenkombination bietet sich an, wenn ein Partner deutlich mehr verdient.
  • Die Steuerklassenkombination 4/4 mit Faktor bietet sich bei unterschiedlich hohen Einkünften an (jeder Partner zahlt nur den Anteil an der Lohnsteuer, den er auch zum gemeinsamen Einkommen beiträgt).
  • Wer die Steuerklassenkombination wechseln möchte, kann dies einmal jährlich bis zum 30. November tun.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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