Gehalt Gerichtsvollzieher

Brutto Gehalt als Gerichtsvollzieher

Beruf Monatliches Bruttogehalt Jährliches Bruttogehalt
Gerichtsvollzieher/ Gerichtsvollzieherin  3.129,93€ 37.559,18€

Alle Details

Verdienen Sie als Gerichtsvollzieher genug?

GEHALTSCHECK

Gerichtsvollzieher - Die wichtigsten Fakten

  • Kaum jemand, der ihn gern im Haus hat - der Gerichtsvollzieher gehört sicherlich nicht zu den beliebtesten Jobs. Ihm eilt oft der Ruf des unbarmherzigen Schuldeneintreibers voraus, der säumige Schuldner um ihre letzten Ersparnisse bringt.
  • Doch weit gefehlt: die Ausbildung des Gerichtsvollziehers beinhaltet einen hohen Anteil an sozialen Fähigkeiten und bringt eine Menge Verantwortung mit sich.
  • Neben einer ausgeprägten Konfliktfähigkeit verlangt der Job Organisationstalent, Durchsetzungsvermögen und Disziplin. Die psychische Belastung ist nicht zu unterschätzen, denn man darf sich das persönliche Schicksal der Schuldner nicht zu sehr zu Herzen nehmen.
  • Gerichtsvollzieher sind in der Regel Beamte der Justiz und arbeiten für Amtsgerichte oder auch für das Finanzamt (dieses verfügt meist über eigene Vollstreckungsbeamte).

Die Hauptaufgaben des Gerichtsvollziehers:

  • Urteile und Beschlüsse eines Gerichtes durchzusetzen bzw. zwangsweise zu vollstrecken
  • Schriftstücke zuzustellen
  • Gegenstände zu pfänden: d.h. ein Siegel - den sogenannten Kuckuck - auf die Gegenstände zu kleben und sie abholen zu lassen

Meistens kommt es jedoch gar nicht so weit, denn Gerichtsvollzieher sind nämlich dazu angehalten, in erster Linie eine gütliche Einigung mit den Schuldnern zu erzielen.

Ein krisensicherer Job

Als Gerichtsvollzieher hat man also einen krisensicheren Job, da man verbeamtet ist und die Besoldung nach Beamtenrecht erfolgt. Die Besoldung ist allerdings je nach Bundesland unterschiedlich.

Obwohl Gerichtsvollzieher Beamte sind, ähnelt ihr Job sehr dem eines Selbstständigen, da sie meistens ein eigenes Büro außerhalb des zuständigen Amtsgerichtes besitzen und oft sogar Schreibkräfte beschäftigen. Dafür erhalten sie eine Bürokostenentschädigung.

  • Bei Gerichtsvollziehern gibt es keinen Konkurrenzkampf um Aufträge, da jeder seinen eigenen Bezirk hat, für den er zuständig ist.

Der Weg zum Gerichtsvollzieher

Die Aus- bzw. Weiterbildung zum Gerichtsvollzieher

Es gibt keine klassische Ausbildung zum Gerichtsvollzieher, es handelt sich hier eigentlich um eine Weiterbildung. Diese ist allerdings nicht bundeseinheitlich geregelt. Je nach Bundesland dauert sie 18-24 Monate.

Die Voraussetzungen für diese Weiterbildung sind allerdings recht hoch. Bewerber müssen entweder Beamte des mittleren Dienstes in der Justiz oder der Finanzverwaltung sein oder eine dienliche Ausbildung vorweisen, zum Beispiel:

Ohne eine juristische Vorbildung können Quereinsteiger nur in Ausnahmefällen für die Weiterbildung zugelassen werden.

Frisch von der Schule ist die Ausbildung ohnehin nicht machbar, da die Anwärter mindestens 23 Jahre alt sein müssen. Höchstalter für die Weiterbildung ist 40.

Zulassungsvoraussetzungen für die Weiterbildung

Wer für diese Tätigkeit eingesetzt werden möchte, der muss bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllen, um hierfür überhaupt zugelassen werden zu können.

In der Regel muss man zunächst eine Ausbildung zum sogenannten Justizfachwirt absolviert haben. Darüber hinaus muss der angehende Gerichtsvollzieher je nach Bundesland auch noch über folgende Grundvoraussetzungen verfügen:

  • Er sollte von seiner Persönlichkeit her für diese Art von Dienst geeignet sein.
  • Eine gesundheitliche Eignung ist durch ein amtsärztliches Gutachten nachzuweisen.
  • Er darf selbst nicht hoch verschuldet mit verbundener Zahlungsunfähigkeit sein.

In vielen Bundesländern dürfen auch andere Berufskreise als die der Justizfachwirte zugelassen werden. Allerdings handelt es sich hierbei regelmäßig um einen Ausnahmefall, der auch wieder von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird.

Die Weiterbildung zum Gerichtsvollzieher im Detail

Wer sich sodann für diese Tätigkeit ausbilden lassen möchte, der muss zunächst einmal eine in etwa 1,5 Jahre andauernde Weiterbildung an einer Justizakademie besuchen.

Neben dem Besuch der Akademie, wird ein weiterer Teil der Weiterbildung bei einem bereits ausgebildeten Gerichtsvollzieher absolviert. Nach erfolgreich abgeschlossener Weiterbildung steht dann der Beschäftigung als Gerichtsvollzieher nichts mehr im Wege.

  • Das Einkommen ist nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern unterliegt landesrechtlichen Bestimmungen.

Je nach Bundesland wird der Berufseinsteiger einer bestimmten Besoldungsgruppe unterstellt, aus der sich dann das jeweilige monatliche Einkommen ergibt.

Das Gehalt in der Weiterbildung

Die Weiterbildung erfolgt im Beamtenverhältnis auf Widerruf, das heißt unter anderem, dass die Gerichtsvollzieher-Anwärter von ihrem Gehalt eine private Krankenversicherung finanzieren müssen.

Das Gehalt in der Weiterbildung richtet sich in der Regel nach der Besoldungstabelle TV-L. So wird die Weiterbildung zum Gerichtsvollzieher beim Landesgericht Oldenburg nach der Entgeltgruppe 5 TV-L vergütet, das entspricht einem Gehalt von ungefähr 1.987 Euro brutto pro Monat.

Das Gehalt von der Probe bis zum Obergerichtsvollzieher

Wer die Weiterbildung erfolgreich durchlaufen hat, bekommt sein Gehalt vom Landesbesoldungsamt. Die Besoldung für Gerichtsvollzieher auf Probe richtet sich nach der Entgeltgruppe 8 TV-L und beträgt aktuell im ersten Jahr 2.258 Euro brutto monatlich.

Eine Beförderung in die Entgeltgruppe 9 TV-L ist nach entsprechender Wartezeit und Eignung möglich. Das Gehalt beträgt dann bis zu 3.459 Euro brutto. Zudem sind Boni für Barpfändungen bei Gerichtsvollziehern durchaus üblich.

Finden Sie den passenden Arbeitgeber

Die Top 5 der bestbezahlten Beruf Jahresgehalt
Orthopäde/ Orthopädin 130.470,08 Euro
Chefarzt/ Chefärztin 104.812,21 Euro
Plastischer Chirurg/ Plastische Chirurgin 100.873,28 Euro
Oberarzt/ Oberärztin 96.948,29 Euro
Kardiologe/ Kardiologin 90.286,88 Euro

Einzelnachweise

Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: BERUFE im Spiegel der Statistik
Berufsinstitut für Berufsbildung: Berufe
Berufsinstitut für Berufsbildung: Tarifliche Ausbildungsvergütungen

Das könnte Sie auch interessieren