Steuererklärung mit Hilfe

Die Arbeit an der Steuererklärung ist trotz moderner Hilfsmittel mühsam, langwierig und von dem unguten Gefühl geprägt, möglicherweise ernsthafte Fehler zu machen, die viel Geld kosten könnten.

Aus diesem Grund erwägen viele Menschen, auf die Dienste eines Steuerberaters zurückzugreifen.

In Deutschland gibt es deshalb inzwischen mehr als 80.000Steuerberater. Doch diese verlangen für seine Tätigkeit eine entsprechende finanzielle Entschädigung. Liegen die Vorteile der Hilfe eines Steuerberaters also in einem angemessenen Verhältnis zu diesem Nachteil?

Der Steuerberater: Ein geschützter Beruf

In Deutschland wird die Tätigkeit eines Steuerberaters im Steuerberatungsgesetz (StBerG) geregelt. Laut § 37 des Gesetzes müssen die Bewerber eine abschließende Prüfung absolvieren, um für den Beruf zugelassen zu werden.

Als Qualifikation für die Prüfung können entweder drei Lehrjahre, eine Ausbildung oder ein themenverwandtes Studium dienen. In den letzten beiden Fällen müssen zudem mehrere Jahre Berufserfahrung im Steuerrecht nachgewiesen werden.

Die Steuerberater sind zumeist freiberuflich tätig, gelten aber als Organe der Rechtspflege. Dies ist besonders wichtig, denn es bedeutet, dass sie beispielsweise der Schweigepflicht unterliegen. Auf diese Weise wird ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen dem Steuerberater und dem Mandaten möglich.

Die Tätigkeiten eines Steuerberaters

In der Regel reduzieren die meisten Menschen die Tätigkeit von Steuerberatern auf deren Hilfe bei der Steuererklärung. Tatsächlich ist deren Arbeit aber weit vielschichtiger. Sie besteht aus Beratung sowie Führung von Büchern und Erstellung von bestimmten Dokumenten sowie der Vertretung vor bestimmten Institutionen.

Führung/ ErstellungBeratungSonstiges
Führung der Buchhaltung von gewerblichen MandatenBeratung bei der SteuergestaltungVertretung vor Finanzbehörden und Finanzgerichten
Führung von Aufzeichnungen von SelbstständigenBeratung bei betriebswirtschaftlichen FragenVertretung bei sonstigen Institutionen (Sozialversicherungen, etc.)
Erstellung von Lohn- sowie GehaltsabrechnungenBeratung beim betriebsinternen Rechnungswesen sowie beim betriebsinternen KontrollsystemTätigkeit als Gutachter
Erstellung von JahresabschlüssenBeratungen bei Existenzgründungen und SanierungsfällenBewertungen von Unternehmen
Erstellung von Steuererklärung im privaten sowie unternehmerischen BereichBeratung bei der VermögensverwaltungEröffnung von Testamenten
Erstellung von EinnahmeüberschussrechnungenBeratung bei Bankverhandlungen

Was kostet ein Steuerberater? - Der Faktor

Eine allgemeingültige Antwort lässt sich auf die Frage nach den Kosten für den Steuerberater nicht geben. Seit 2013 sind die Kosten an die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) gebunden.

Gegenüber der vorherigen Steuerberatergebührenverordnung, die bis Ende 2012 galt, sind sie leicht angestiegen. Die Kosten sind vom Sachwert abhängig.

In fünf Tabellen (A, B, C, D, E) sind die einzelnen Steuerberaterdienstleistungen genau beschrieben. Hier kommt ein individueller Faktor ins Spiel, der beispielsweise die Zeit, die der Steuerberater für seine Arbeit benötigt, berücksichtigt.

Der individuelle Faktor wird in Zehnteln oder Zwanzigsteln ausgedrückt. Man findet zum Beispiel den Faktor /10. Der Steuerberater bekäme in diesem Fall also 60 Prozent der veranschlagten Gebühren.

Da für den individuellen Faktor ein gewisser Spielraum eingeräumt wird, können sich die Kosten für die einzelnen Steuerberaterdienstleistungen unterscheiden.

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