Die Restschuldversicherung

Angenommen, ein Kreditnehmer wird aufgrund einer Krankheit über Monate arbeitsunfähig. Oder er verliert betriebsbedingt seinen Job.

Das Ergebnis ist in beiden Fällen gleich – das Einkommen sinkt. Gerade Kreditnehmer mit hohen Verbindlichkeiten geraten in diesem Moment unter Druck.

Gut, dass die Bank eine Restschuldversicherung angeboten hat. Schließlich ist es immer sinnvoll, für den Fall der Fälle vorzusorgen. Ist die Restschuldversicherung aber wirklich das richtige Instrument?

Absicherung der Rückzahlungsfähigkeit

Sinn und Zweck der Restkreditversicherung ist die Absicherung des Zahlungsdienstes. Der Kreditnehmer ist die versicherte Person.

Sofern es wegen:

  • Arbeitslosigkeit
  • Krankheit
  • Tod oder
  • Scheidung

zu Störungen in der Tilgung eines Darlehens kommt, springt der Versicherer ein – und übernimmt die restlichen Raten. Auf den ersten Blick eine Win-win-Situation.

Aber: Die Restschuldversicherung muss sich immer wieder Kritik gefallen lassen.

Der Kostenfaktor Restkreditversicherung

Ein wichtiger Aspekt, der gerade Verbraucherschützer stört, sind die hohen Abschlusskosten. Bereits bei Darlehenshöhen von 10.000 Euro kann die Versicherung schnell mehr als tausend Euro kosten.

Hinzu kommt ein weiterer Kritikpunkt: Kaum ein Verbraucher kann im Vorfeld nachrechnen, was die Haushaltskasse erwartet.

Prozentangaben oder Berechnungsformeln sucht man in den Kreditangeboten der Banken vergeblich.

Der Grund: Nur selten ist die Restschuldversicherung wirklich Bedingung für die Ausreichung der Finanzierung, es handelt sich meist um einen separaten Vertrag. Daher werden die Kosten in den Effektivzins auch nicht eingepreist.

  • Die Restkreditversicherung beinhaltet oft Einschränkungen – etwa hinsichtlich des Kündigungsgrundes oder der Dauer einer Ratenübernahme.
Kreditsumme:Kosten RestschuldversicherungAnteil
20.000 Euro500 Euro2,5 Prozent
850 Euro4,25 Prozent
1.250 Euro6,25 Prozent

Restschuldversicherung – warum sie trotzdem sinnvoll sein kann

Die Restratenversicherung braucht niemand. So pauschal sollte die Versicherung nicht abgeurteilt werden. Vielmehr kommt es auf die Rahmenbedingungen an.

Ein Ratenkredit bis 5.000 Euro braucht in aller Regel keine zusätzliche Besicherung. Höhere Summen, wie die Eigenheimfinanzierung, sind aber ein ganz anderes Kaliber.

Störungen in der Rückzahlung bedrohen mitunter die Existenz der ganzen Familie. Sicherheit – etwa durch eine Restschuldversicherung – ist hier ein durchaus sinnvoller Aspekt. Aber: Der Kreditnehmer muss nicht das Angebot der Bank annehmen.

Letztere verdienen an den Provisionen, beim Schutz bleibt die Versicherung aber mitunter mangelhaft. Stattdessen können Bankkunden einen anderen Weg gehen – und sich ihre Restschuldversicherung selbst suchen.

Lebensversicherung als Restschuldversicherung

Diverse Lebensversicherer bieten inzwischen Produkte an, die als Restkreditversicherung fungieren. Die Rede ist von der Lebensversicherung mit fallender Versicherungssumme.

Diese kann dem Tilgungsplan zugeschnitten werden und passt sich so den Rahmenbedingungen des Darlehens an.

Der Vorteil: Als Kreditnehmer kann man sich Zeit für die Suche nach der passenden Restschuldversicherung nehmen – und findet so das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis. Gleichzeitig sinken die finanziellen Belastungen.

Denn die Restkreditversicherung der Banken wird in aller Regel auf die Kreditsumme aufgeschlagen. Auf diese Weise erhöhen sich die Zahlungsverpflichtungen des Kreditnehmers, der parallel höhere Zinszahlungen zu leisten hat.

  • Eine optimale Absicherung für Darlehensnehmer besteht nicht nur aus der Lebensversicherung, es sollte auch an die Berufsunfähigkeitsversicherung gedacht werden.

Bestehen beide vor der Kreditaufnahme, kann auf zusätzliche Sicherheit weitgehend verzichtet werden.

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