Wie hoch sind die Abzüge in Steuerklasse 6? Steuerklasse 6 soll sicherstellen, dass ein Arbeitnehmer mit einem Zweit- oder Drittjob nicht die doppelten Freibeträge wie ein Arbeitnehmer mit nur einem Job erhält. In Steuerklasse 6 werden also Arbeitnehmer mit den vollen Abzügen ohne weitere zusätzliche Freibeträge eingeordnet. Welche Freibeträge können in Steuerklasse 6 noch geltend gemacht werden? Für den Lohnsteuerjahresausgleich können hier noch Werbungskosten und Sonderausgaben abgesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Steuerklasse 6 Abzüge berechnen
  2. Wer hat Steuerklasse 6?
  3. Steuerklasse 6 Minijob Rechner
  4. Beispiele für die Abzüge in Steuerklasse 6
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Steuerklasse 6 Abzüge berechnen

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Abzüge berechnen

Wer hat Steuerklasse 6?

Oftmals besteht der Irrtum, dass man als Geringverdiener zählt, wenn man in Steuerklasse 6 eingeordnet ist. Dabei gilt lediglich, dass ein zweiter Job neben einer vollen Beschäftigung mit der Steuerklasse 6 belegt wird. Wer mit einem 450 Euro Minijob geringfügig beschäftigt wird, muss keine Lohnsteuer zahlen.

  • Auf der Grundlage von Steuerklasse 6 wird lediglich die weitere Beschäftigung, die neben dem Hauptjob ausgeübt wird, besteuert.

Lohnt es sich, durch die Einordnung in Lohnsteuerklasse 6 noch einen zweiten Job auszuüben? Die Antwort ist Jein. Wer in einem Hauptjob arbeitet und nebenbei noch Geld dazuverdienen möchte, muss sich im Klaren sein, dass der Verdienst im zweiten Job hoch genug sein muss, damit alle Abzüge abgedeckt sind.

  • Neben der Steuerklasse 6 muss der Arbeitnehmer mit seinem Hauptjob zu einer anderen Steuerklasse (1-5) gehören.
Steuerklasse 6

Steuerklasse 6 Minijob Rechner

Bei einer Einordnung in Steuerklasse 6 wird nicht mehr vom Gehalt abgezogen, sondern prinzipiell greifen hier weniger Freibeträge. Wer in einer Hauptbeschäftigung mit Lohnsteuerklasse 1, 2, 3, 4 oder 5 besteuert wird, erhält hier gewisse Freibeträge, die in Lohnsteuerklasse 6 nicht mehr gelten.

  • Mit dem Minijob Rechner können Minijobber die Höhe ihrer anfallenden Rentenbeiträge berechnen.
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Steuerklasse 6 Rechner

Stattdessen entfallen in der Lohnsteuerklasse 6 die Freibeträge für:

Grundfreibetrag
Kinderfreibetrag
Arbeitnehmerpauschbetrag
Sonderausgabenpauschbetrag

Bei einem Zweit- oder Drittjob muss in Kauf genommen werden, dass das Finanzamt davon ausgeht, dass die Freibeträge bereits für den Hauptjob in Anspruch genommen werden und diese Freibeträge deswegen im Zweitjob mit Lohnsteuerklasse 6 nicht mehr gelten können.

Beispiele für die Abzüge in Steuerklasse 6

ArbeitsverhältnisLohnsteuerklassenkombinationAbzüge in Lohnsteuerklasse
Ledig, Hauptbeschäftigung und mehrere MinijobsLohnsteuerklasse 1 und Steuerklasse 6Erster Minijob bleibt abzugsfrei, alle weiteren Minijobs mit vollen Abzügen
Ledig, Hauptbeschäftigung und Nebenjob über 450 EuroLohnsteuerklasse 1 und Lohnsteuerklasse 6Lohnsteuerklasse 1 mit normalen Abzügen, Nebenjob mit vollen Abzügen und wenigen Freibeträgen
Verheiratet, Hauptbeschäftigung und Nebenjob über 450 EuroLohnsteuerklasse 3, 4 oder 5 und Lohnsteuerklasse 6Lohnsteuerklasse 3, 4, 5 mit normalen Abzügen, Nebenjob mit vollen Abzügen und wenigen Freibeträgen
  • Steuerklasse 6 hat die höchsten Abzüge
  • Lohnsteuerklasse 6 gilt vor allem für Zweit- und Drittjobs
  • Die meisten Steuerfreibeträge gelten in Lohnsteuerklasse 6 nicht
  • Geringfügig Beschäftigte bis 450 Euro kommen nicht in die Steuerklasse 6

Lohnsteuerklasse 6 Abzüge - Häufig gestellte Fragen

Diese Lohnsteuerklasse gilt für Arbeitnehmer, die neben ihrem Hauptjob noch einen weiteren Nebenjob anmelden. In dem Fall greift die Besteuerung nach Lohnsteuerklasse 6. Ebenfalls sind Rentner davon betroffen, wenn sie zu ihrer Rente noch einen kleinen Job annehmen.

Die Abzüge in Steuerklasse 6 sind sehr hoch. Denn in dieser Lohnsteuerklasse gibt es keinen Freibetrag. Im Gegensatz zur Klasse 1, wo die Freibeträge insgesamt bei  8620 Euro liegen und zu Lohnsteuerklasse 3, wo 16.320 Euro als Freibetrag berücksichtigt werden können, steht in der Lohnsteuerklasse 6 überhaupt kein Freibetrag zur Verfügung.
Man geht davon aus, dass die Freibeträge durch den Job in der jeweils anderen Lohnsteuerklasse bereits ausgeschöpft sind. Ist dies nicht der Fall, kann man den Freibetrag, der auf der ersten Steuerkarte nicht verbraucht wurde auf der Lohnsteuerkarte mit der Klasse 6 berücksichtigen lassen.

Dabei hat der Arbeitnehmer freie Wahl. Es ist natürlich wichtig, bei der Auswahl sehr sorgfältig vorzugehen. Um Steuern zu sparen sollte man auf jeden Fall bei dem Arbeitgeber, bei dem man den niedrigsten Lohn erhält, die Karte mit der Steuerklasse 6 abgeben. Dadurch erhöht sich dann das monatliche Gesamteinkommen. Die Abzüge Steuerklasse 6 sind so hoch, weil in dieser Steuerklasse lediglich der Altersentlastungsbetrag abgezogen wird, ansonsten aber überhaupt kein Freibetrag zur Verfügung steht.

Einzelnachweise & Quellen

  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  3. Deutsche Rentenversicherung: Minijob - Midijob

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