Was ist der Unterschied zwischen Steuerklasse 1 und Steuerklasse 3? Je nach Lebenssituation bzw. Familienstand wird ein Steuerpflichtiger einer der Klassen zugeordnet. Der Unterschied zwischen Steuerklasse 1 und 3 ist für Arbeitnehmer interessant, die Aufgrund einer Eheschließung oder einer Scheidung von einer in die andere Steuerklasse wechseln.

Doch was genau macht die Steuerklassen 1 und was die Steuerklasse 3 aus? Wann greift welche der beiden Klassen? Und in welcher Situation ist ein Wechsel möglich?

+ 1.273,00 € jährlich kassieren
Staatliche Zulagen mitnehmen!

Unterschied Steuerklasse 1 und 3: Wer ist in Steuerklasse 1?

In Steuerklasse 1 befinden sich alle Personen, die nicht verheiratet oder nicht mehr verheiratet sind. Das heißt

  • Ledige,
  • Geschiedene,
  • dauerhaft getrennt Lebende
  • und Verwitwete

werden dieser Lohnsteuerklasse zugeordnet.

Für wen gilt die Steuerklasse 3?

Die Steuerklasse 3 ist für Verheiratete bzw. gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften vorgesehen. Sie ist nur in Kombination mit Steuerklasse 5 möglich. Wählt ein Partner die Steuerklasse 3, so wird der andere zwangsläufig der Klasse 5 zugeordnet. Die Steuerklasse 3 bietet sich für folgende Personen an:

Richtige Steuerklasse finden

Unterschied Steuerklasse 1 und 3: Sonderfälle

Stirbt ein Ehepartner, hat die verwitwete Person die Möglichkeit, im Jahr des Todes des Partners und im Folgejahr nach Steuerklasse 3 veranlagt zu werden. Das hat den Vorteil, dass Witwen in einer solch schwierigen Situation den höchsten Steuerfreibetrag erhalten können und finanziell besser abgesichert sind.

Erst nach dieser Zeit werden Vewitwete als ledig angesehen und der Steuerklasse 1 zugeordnet.

Auch für eine eingetragene Lebenspartnerschaft kann es von Vorteil sein, die Unterschiede zwischen Steuerklasse 1 und 3 genau zu kennen. Genau wie Ehepaare haben eingetragene Lebenspartner die Möglichkeit, eine Steuerklassenkombination frei zu wählen. Ob Steuerklasse 4 und 4, 3 und 5 oder 4 und 4 mit Faktor – gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften können ebenso wie Ehepaare die Steuerklassen wechseln.

Doch zu den Standard-Kombinationen für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner, kommt eine weitere Wahlmöglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare hinzu. Sie können in der Steuerklasse 1 bleiben.

Möchten Partner nicht, dass der Arbeitgeber von der eingetragenen Lebenspartnerschaft erfährt, können sie weiterhin nach Steuerklasse 1 veranlagt werden.

Wesentlicher Unterschied Steuerklasse 1 und 3: der Steuerfreibetrag

Die Steuerklassen 1 und 3 unterscheiden sich aber nicht nur in den Personengruppen, die ihnen zugeteilt werden. Der wohl gravierendste Unterschied zwischen Steuerklassen 1 und 3 zeigt sich in der Höhe des Steuerfreibetrags.

So liegt beispielsweise im Jahr 2021 der Grundfreibetrag in Steuerklasse 1 bei 9.744 Euro, während er in der Lohnsteuerklasse 3 mit 19.488 Euro genau doppelt so hoch liegt.

Der Grundfreibetrag ist der Betrag, der jedem steuerpflichtigen Arbeitnehmer in Deutschland zusteht. Er sorgt dafür, dass das Einkommen, das zur Sicherung des Existenzminimums nötig ist, nicht etwa durch steuerliche Abzüge geschmälert wird.

Arbeitnehmer in der Steuerklasse 3 können also theoretisch ein höheres Nettoeinkommen erzielen als in der Steuerklasse 1. Da die Steuerklasse 3 jedoch nur zusammen mit einem Ehepartner in Steuerklasse 5 gewählt werden kann und in Steuerklasse 5 der Grundfreibetrag komplett entfällt, relativiert sich diese vermeintliche Steuerersparnis mit dem gemeinsamen Lohnsteuerjahresausgleich wieder.

Unterschied Steuerklasse 1 und 3: Gründe für einen Wechsel

Ein Wechsel von Steuerklasse 1 zu Klasse 3 oder andersherum kommt nicht selten vor. So findet ein Wechsel entweder automatisch oder nach Beantragung in folgenden Fällen statt:

Grund für WechselArt des Wechsel
HeiratSteuerklasse 1 zu 3
Eine ledige Person wird mit der Heirat gemeinsam mit ihrem Partner automatisch der Steuerklasse 4 zugeordnet. Ist diese Klasse nicht günstig für das Paar, kann ein Wechsel zur Kombination 3/5 beantragt werden.
Trennung bzw. ScheidungSteuerklasse 3 zu 1
Im Trennungjahr können die bisherigen Steuerklassen, zum Beispiel 3 und 5, beibehalten werden. Danach werden beide Partner im Regelfall der Steuerklasse 1 zugeordnet.
Tod des PartnersSteuerklasse 3 zu 1
Im Jahr des Todes des Partners sowie im Folgejahr wird die Witwe nach Steuerklasse 3 veranlagt. Danach wird sie der Steuerklasse 1 zugeordnet.

Berechnung: Unterschied Steuerklasse 1 und 3

Wer genau wissen möchte, wie groß der finanzielle Unterschied zwischen den Steuerklassen 1 und 3 ist, kann auf einen Brutto Netto Rechner zurückgreifen. Dieser ermittelt mit wenigen Angaben das Nettogehalt in den verschiedenen Steuerklassen.

So lässt sich schnell und unkompliziert herausfinden, wie sehr sich das monatliche Einkommen durch einen Wechsel der Steuerklasse verändert.

Geben Sie hier Ihren Bruttolohn ein.

Nettolohn berechnen

Pfeil

Rechenbeispiel: Unterschied Steuerklasse 1 und 3

Im Trennungsjahr haben die ehemaligen Partner weiterhin die Möglichkeit der Zusammenveranlagung. Nach dem Jahr werden beide Partner als ledige Personen angesehen und in der Regel der Steuerklasse 1 zugeordnet.

Aber wie groß ist der Unterschied zwischen der Steuerklasse 3, die eine mögliche Klasse während des Trennungsjahres ist, und der Streuerklasse 1?

Beispiel: Rainer verdient 3.300 Euro brutto. Während des Trennungsjahres befindet er sich in Steuerklasse 3 und muss ca. 250 Euro Lohnsteuer zahlen.

Nach dem Trennungsjahr wird Rainer nach Lohnsteuerklasse 1 veranlagt. Dort muss er mit knapp 500 Euro das doppelte an Lohnsteuer leisten.

Unterschied Steuerklasse 1 und 3 – häufig gestellte Fragen

Generell richtet sich die Höhe der Abzüge in Steuerklasse 1 nach der Höhe des Einkommens. Daher sind konkrete Aussagen schwierig. Neben der Lohnsteuer, die auf Basis des Lohnsteuertarifs ermittelt wird, und gegebenenfalls der Kirchensteuer fallen zudem Sozialabgaben an.

Dazu gehören:

Auf Basis der verschiedenen Abzüge muss man als Steuerpflichtiger mit 30 bis 40 Prozent Differenz rechnen.

In Lohnsteuerklasse 3 fallen die bekannten Abzüge an:

  • Lohnsteuer
  • ggf. Kirchensteuer
  • Sozialabgaben

Letztere umfassen die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Kirchensteuer wird bei einer Kirchenzugehörigkeit einbehalten.

Inwiefern vom Bruttoentgelt des Steuerpflichtigen weitere Beträge einbehalten werden – etwa aus Vorsorgeverträgen – richtet sich nach dem individuellen Einzelfall.

Die Steuerklasse frei wählen können nicht alle Steuerpflichtigen. Lediglich Verheiratete und eingetragene Lebenspartner haben die Möglichkeit, aus drei Steuerklassenkombinationen zu wählen.

Doch wie läuft ein solcher Steuerklassenwechsel ab und was muss beachtet werden?

Grundsätzlich ist ein Wechsel der Steuerklasse mehrmals im Jahr möglich. Dafür muss ein Formular ausgefüllt und beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Bis 2019 war ein Steuerklassenwechsel nur einmal jährlich möglich.

Möchte ein Ehepaar oder eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft die Steuerklassen wechseln, ist es zwingend erforderlich, dass beide Partner mit dem Wechsel einverstanden sind und beide das Formular unterschreiben.

PDF-Formular Wechsel

Einzelnachweise


  1. Familienportal des Bundes: Steuerentlastungen
  2. Bundesministerium der Finanzen und für Verbraucherschutz: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.