Die Tabaksteuer ist eine Verbrauchssteuer, die auf die Herstellung von Tabak und die Tabakeinfuhr erhoben wird. In Deutschland wird die Tabaksteuer vom Staat erhoben. Sie ist im Preis von Tabakwaren eingerechnet.


Tabaksteuer - Einnahmen und Verwendung

Die Tabaksteuer gehört nach der Mineralölsteuer zu den ertragreichsten, speziellen Verbrauchssteuern. Etwa drei Prozent des kassenmäßigen Steueraufkommens werden durch die Steuer auf Tabakwaren erwirtschaftet. Auch die Länder und Kommunen profitieren von dieser Steuer, da sich ihr Aufkommen aus der Mehrwertsteuer durch den Verkauf von Tabakwaren noch erhöht.

  • Über 14 Milliarden Euro nimmt der Bund durchschnittlich mit der Steuer für den Tabak ein. Davon entfallen ca. 12,9 Milliarden Euro auf die Steuer für die Fertigzigaretten aus der Packung. Diese Einnahmen fließen in die Krankenkassen ein und entlasten das Gesundheitssystem.

Die Höhe des Steuersatzes für die Tabaksteuer

Tabaksteuer

Die Grundlage der Besteuerung von Tabakwaren wird durch das Tabaksteuergesetz von 1992 geregelt. Es erfolgen immer wieder Änderungen des Steuersatzes. Die Steuer wurde in den letzten Jahren schrittweise erhöht. Seit dem Jahr 2015 bedeutet das:

  • Tabaksteuer pro Zigarette beträgt 9,82 Cent
  • dazu kommen durchschnittlich 21,69 Prozent des Kleinverkaufspreises (im Kleinverkaufspreis sind die Abgaben auf Tabakerzeugnisse, die Kosten der vorgeschriebenen Verpackung, die vom Verbraucher zu tragenden Kosten und die Gewinnspanne enthalten).

Der Steueranteil pro Zigarette beträgt also ungefähr drei Viertel des Verkaufspreises.

Auf diese Tabakwaren wird Tabaksteuer erhoben

Auf den Erwerb und die Einfuhr folgender Tabakwaren wird Steuer an den Staat entrichtet:

  • Zigaretten
  • Zigarillos
  • Zigarren
  • Pfeifentabak
  • Feinschnitt sowie
  • Erzeugnisse, die teilweise oder ganz aus Tabakersatzstoffen bestehen.
  • Nur auf Schnupf- und Kautabak wird seit 1993 keine Steuer mehr erhoben.

Beabsichtigung einer Lenkungsfunktion durch die Tabaksteuer

Durch die Steuer für den Tabak werden hohe Einnahmen erzielt. Dennoch wird durch diese Steuer auch eine Lenkungsfunktion beabsichtigt. Somit verteuert sie den Konsum von Tabakwaren, was zum Rückgang der Konsummenge führt. Dieser rückläufige Tabakkonsum ist vom Staat auf Grund der gesundheitsschädigenden Wirkung von Tabakwaren gewünscht.

  • Ein Rückgang des Tabakkonsums ist sowohl für die aktiven Raucher als auch für die passiven Konsumenten wünschenswert. Ein hoher Preis von Tabakwaren führt oft dazu, dass sich die Menschen überlegen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Besonders Jugendliche sind nicht bereit, so viel Geld für Tabakwaren aufzubringen. Dies bedeutet auch, dass schwere Krankheiten, die durch das Rauchen ausgelöst werden, nicht mehr zu so einer hohen Belastung für das Gesundheitswesen führen können.

Allerdings führt die deutlich geringere Besteuerung des Feinschnitttabaks im Vergleich zu Fabrikzigaretten dazu, dass viele Raucher auf selbstgedrehte Zigaretten ausweichen. Der die Gesundheit betreffende Erfolg der Tabaksteuererhöhungen wird dadurch vermindert.


Einzelnachweise

Pozimski, Jens: Die Entwicklung der Tabaksteuer in Deutschland »
Sellien, Reinhold / Selien, Helmut: Gablers Wirtschafts Lexikon »
Senger, Eike Alexander: Die Reform der Finanzverwaltung in der Bundesrepublik Deutschland »
Rebscher, Herbert: Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Politikberatung »


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