Mitglied in einer Gewerkschaft zu sein, kann sich vor allem im Rahmen von Tarifverhandlungen für den Arbeitnehmer auszahlen.

Damit man von den Vorteilen profitieren kann, muss man allerdings Mitglied werden und einen monatlichen Gewerkschaftsbeitrag zahlen, den man aber von den Steuern absetzen kann.


Warum muss man einen Gewerkschaftsbeitrag zahlen?

Gewerkschaftsbeitrag

Eine Gewerkschaft ist nichts anderes als ein Berufsverband, der sich für die Belange seiner Mitglieder einsetzt. Es gibt für zahlreiche Berufsgruppen eigene Gewerkschaften, die ihren Hauptauftrag darin sehen, ihre Mitglieder in wirtschaftlicher, sozialer und auch kultureller Hinsicht zu vertreten. Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, wird der Gewerkschaftsbeitrag erhoben.

Er ist notwendig, um folgende Dinge zu finanzieren:

  • Rückstellungen für den Streikfall
  • Leistungen an Mitglieder
  • Bildungsarbeit
  • Abgaben an den Dachverband der Gewerkschaften (z. B. DGB)
  • Publikationen
  • Verwaltungsaufgaben
  • Vorstandsverwaltung

Die vielfältige Arbeit der Gewerkschaften muss finanziert werden. Daher werden die Mitglieder verpflichtet, ihren Teil beizutragen und einen Gewerkschaftsbeitrag zu zahlen, dessen Höhe von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Die entstehenden Kosten darf man steuerlich absetzen.

Wie hoch sind die Kosten für den Gewerkschaftsbeitrag?

Wie viel Beitrag ein Gewerkschaftsmitglied zahlen muss, hängt vor allem davon ab, wie hoch sein monatlicher Verdienst ist. Hier spielt eine wichtige Rolle, welcher Art von Angestelltenverhältnis vorliegt.

Normalerweise gilt die folgende bzw. eine ähnliche Einteilung:

  • Auszubildende, Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte zahlen 1 Prozent vom Bruttoeinkommen als Gewerkschaftsbeitrag
  • Rentner ohne Grundsicherung zahlen etwa 5 Euro monatlich an die Gewerkschaft
  • Arbeitslose und Angestellte in Elternzeit zahlen den Mindestbetrag von etwa 2,60 Euro

Durch diese Regelung ist gewährleistet, dass jeder den Gewerkschaftsbeitrag seinen Möglichkeiten entsprechend zahlen kann. Normalerweise wird der Beitrag per Lastschrift eingezogen, kann aber auch bar in einem Gewerkschaftsbüro abgegeben werden.

Gewerkschaftsbeitrag steuerlich absetzen

Wer Beiträge für die Mitgliedschaft in einer Interessenvertretung beziehungsweise einem Berufsverband zahlt, hat die Möglichkeit, diese Beiträge steuerrechtlich geltend zu machen, er kann sie also absetzen.

Da auch die Gewerkschaften Interessenvertretungen sind, darf der jährlich geleistete Gewerkschaftsbeitrag im Rahmen der Einkommenssteuererklärung absetzen. Die Gewerkschaft lässt im Normalfall jedes Jahr eine Bescheinigung zukommen, auf der vermerkt ist, wie hoch der Beitrag im abgelaufenen Jahr war.

Die Summe auf der Beitragsbescheinigung kann man als Werbungskosten in die Anlage N (Seite 2) eintragen und sie absetzen. Viele senden inzwischen ihre Steuererklärung über das Elster-System auf elektronischen Wege an die Finanzbehörden. Die Bescheinigung ist deshalb aufzubewahren, falls das Finanzamt einen entsprechenden Nachweis anfordert. Wer Kosten absetzen möchte, sollte immer alle Belege aufbewahren.


Einzelnachweise

Gesetze im Internet: Einkommensteuergesetz (EStG) § 9 Werbungskosten »
Deutscher Bundestag: Ausgewählte Fragen zu den Gewerkschaften in Deutschland (PDF) »


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