Die Arbeitswelt befindet sich stetig im Wandel. Durch die Entstehung neuer Berufe und der wirtschaftlichen Globalisierung werden immer wieder neue Anforderungen an die Gesellschaft gestellt, sodass unterschiedliche Arbeitszeitmodelle geschaffen werden müssen. So zum Beispiel die Teilzeitstelle.

Erfahren Sie hier alles Wichtige rund um das Thema Teilzeit.

Berechnen Sie mit unserem Brutto Netto Rechner, wie viel Gehalt Ihnen bei einer Teilzeitstelle nach Abzug aller Steuern am Ende des Monats übrig bleibt.


Mit unserem Rechner können Beschäftigte, die einem Teilzeitjob nachgehen ganz einfach und schnell herausfinden, wie viel Netto ihnen vom Bruttolohn ausgezahlt wird.

Was bedeutet Teilzeit?

Als Teilzeitjob bezeichnet man eine Beschäftigung, bei der die regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist, als die eines vergleichbaren vollbeschäftigten Arbeitnehmers. Damit zählen die sogenannten Minijobs ebenfalls zur Kategorie der Teilzeitbeschäftigungen.
Grundsätzlich gelten für Teilzeitbeschäftigungen auch alle Abzugsbeträge, die bei einer Vollzeitbeschäftigung zu berücksichtigen sind.

  • Bei Teilzeit fällt der Nettolohn erheblich geringer aus als bei einer Vollzeitbeschäftigung. Allerdings müssen bei einem niedrigerem Lohn, geringere Steuern gezahlt werden.

Der Arbeitnehmer möchte vor Abschluss eines Teilzeitvertrages natürlich erfahren, ob sich nach Abzug aller Abgaben eine Teilzeittätigkeit noch lohnt. Und auch der Arbeitgeber möchte seine Gesamtkostenbelastung berechnen, um zu ermitteln, ob er mit Teilzeitkräften seine Kosten senken kann.

Beide können den Gehaltsrechner verwenden, um sich einen Überblick über die steuerlichen Abgaben zu verschaffen. Mit wenigen Eingaben lassen sich das Netto vom Brutto ermitteln und alle Abzugsbeträge zuverlässig berechnen.

Man kann den Teilzeit Brutto Netto Rechner auch für eine Was-wäre-wenn Berechnung nutzen, um seinen Nettolohn bei einer Veränderung der Arbeitsstunden zügig zu ermitteln und so fundierte Entscheidungen zu geplanten Veränderungen treffen zu können.

Teilzeit - Wissenswertes & rechtliche Grundlagen

Wenn Arbeitnehmer planen, ihre Vollzeitbeschäftigung in Teilzeit umzuwandeln, müssen sie dabei einiges beachten. Hier finden Sie alle wichtigsten Informationen zum Thema Teilzeitarbeit.

Recht auf Teilzeitarbeit

Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (§ 8 TzBfG) wird es Arbeitnehmern ermöglicht gegenüber ihrem Arbeitgeber, einen Anspruch auf Teilzeitarbeit geltend zu machen. Dazu müssen sie jedoch seit mehr als sechs Monaten im Unternehmen arbeiten und ihr Arbeitgeber muss in der Regel mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen.
Das Gesetz verhilft Arbeitnehmern dazu, ihren Beruf mit ihrem Privatleben besser vereinbaren zu können. Auf diese Weise soll für alle Berufsgruppen, auch qualifizierte Täigkeiten und leitende Positionen, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit gegeben werden (siehe § 6 Abs. 1 TzBfG).

Teilzeit und Arbeitsstunden

Es gibt keine gesetzlich festgelegten Mindeststunden, die ein Arbeitnehmer in einer Teilzeitbeschäftigung ableisten muss. Auf der Grundlage des Arbeitsvertrags kann mit dem Arbeitgeber die Stundenzahl für die Verringerung der Vollzeitbeschäftigung vereinbart werden. Ob dann 39, 20 oder nur 3 Wochenstunden gearbeitet wird, liegt im Ermessen des Abeitnehmers und Arbeitgebers.
Solange weniger Stunden als bei einer Vollzeitbeschäftigung abgeleistet werden, spricht man automatisch von einer Teilzeitstelle.

  • Auch ein Minijob ist im Grunde eine Teilzeitbeschäftigung.

Auswirkungen von Teilzeit auf soziale Abgaben und Steuern

Weniger Arbeitsstunden bedeuten auch weniger Gehalt und geringere Abgaben. Prozentual gesehen bleiben bei einer Teilzeitarbeit die sozialen Abgaben im Vergleich zu einer Vollzeitstelle identisch. Allerdings fallen die Steuern (Lohnsteuer, Kirchensteuer, Soli-Zuschlag) bei weniger Lohn auch niedriger aus. Mit dem Brutto Netto Rechner lassen sich alle Abzüge sowohl für Vollzeit- als auch Teilzeitarbeit schnell und einfach ermitteln.

Teilzeit und Kündigungsschutz

Weder bei den Kündigungsfristen noch beim Kündigungsschutz wird zwischen Vollzeit- und Teilzeitkräften unterschieden; der Bestandsschutz der Arbeitsverhältnisse besteht unabhängig vom Umfang der Arbeitszeit.

Teilzeitmodelle

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Arbeitszeit an die eigenen Bedürfnisse flexibel anzupassen. Im Bereich der Teilzeit haben sich sogenannte Teilzeitmodelle etabliert, die in der folgenden Übersicht vorgestellt werden:

TeilzeitmodellBeschreibungArbeitszeit pro WocheFreizeitgewinnVorteile
Classic
  • Arbeitszeit wird täglich reduziert
5 Tagetäglich einzelne Stunden-für Arbeitnehmer: festgelegte Arbeitszeit und täglich mehr Freizeit
-für Arbeitgeber: höhere Effizienz, geringer Verwaltungsmehraufwand
Classic Vario
  • variable Variante von Teilzeit Classic, wöchentl. Arbeitszeit wird auf 2 - 5 Tage verteilt
2-5 Tage Vollzeit oder Teilzeit / oder 5 Tage - tageweise Vollzeit/Teilzeit kombiniertganze Tage und/oder einzelne Stunden pro Tag-für Arbeitnehmer: flexible Verteilung der Arbeitszeit, ganze freie Tage pro Woche
-für Arbeitgeber: höhere Effizienz, bessere Auslastung be schwankendem Arbeitsaufkommen
Jobsharing
  • zwei Arbeitnehmer teilen sich (eigentverantwortlich) eine Vollzeitstelle
5 Tage Teilzeit/ 2-4 Tage Vollzeit/ Teilzeit kombiniertganze Tage oder täglich einzelne Stunden-für Arbeitnehmer: persönliche Flexibilität, mehr Freizeit, Verantwortung für Projekte bleibt erhalten, Entscheidungsfreiraum durch Absprache
-für Arbeitgeber: zwei Arbeitnehmer teilen sich eine Stelle
Invest / Sabbatical
  • "unsichtbare Teilzeit": gearbeitet wird Vollzeit - bezahlt wird Teilzeit -> Differenz wird als Zeit- oder Geldguthaben auf einem Langzeitkonto angespart
5 Tage Vollzeitganze Wochen, Monate, Jahre-für Arbeitnehmer: Freizeit oder Geld ansparen, steuerliche Vorteile, längere Freizeit bei Gehaltsfortzahlung
-für Arbeitgeber: Weiterqualifizierung von Mitarbeitern, Arbeitnehmer arbeitet weiter Vollzeit
Team
  • Im Team werden persönliche Arbeitszeiten aufeinander abgestimmt
2 - 5 Tage - Vollzeit, Teilzeit oder tageweise beides kombinierteinzelne Tage/Wochen, täglich einzelne Stunden-für Arbeitnehmer: besonders flexible Verteilung der Arbeitszeit, kurzfristig planbar, Arbeitszeiten werden im Team vereinbart
-für Arbeitgeber: optimale Auslastung, kurzfristige Planbarkeit
Season
  • Zum Ausgleich von Über- oder Unterauslastung in Saisonbetrieben
5 Tage Vollzeit (in der Saison)außerhalb der Saison mehrere Monate-für Arbeitehmer: Sozialversicherungsschutz und Gehaltszahlungen über das ganze Jahr, längere Freizeitphasen
-für Arbeitgeber: keine Einarbeitungszeiten, Kostenersparnis für Akquise von neuen Mitarbeitern, Bewältigung saisonaler Schwankungen
Home
  • Arbeitnehmer arbeiten in Teilzeit von zu Hause
5 Tage Teilzeit 2-4 Tage - Vollzeit, Teilzeit oder
tageweise beides kombiniert
ganze Tage und/oder einzelne Stunden pro Tag-für Arbeitnehmer: Teilzeitarbeit von zu Hause, Einsparung von Fahrtkosten, höhere Eigenverantwortung
-für Arbeitgeber: Einsparung von Betriebskosten

Die wichtigsten Fakten

  • Als Teilzeitjob bezeichnet man eine Beschäftigung, bei der die regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist, als die eines vergleichbaren vollbeschäftigten Arbeitnehmers
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kann jeder Arbeitnehmer eine Teilzeitarbeit beim Arbeitgeber beantragen
  • Bei Teilzeit fällt der Nettolohn erheblich geringer aus als bei einer Vollzeitbeschäftigung
  • Bei einer Teilzeitarbeit können dagegen geringere Abgaben vom Bruttolohn fällig werden
  • Es gibt unterschiedliche Teilzeitmodelle, nach denen die Arbeitszeit flexibel gestaltet werden kann

Häufigste Fragen

Eine Teilzeitbeschäftigung liegt vor, wenn die wöchentliche Arbeitszeit weniger Stunden beträgt, als bei einer vergleichbaren Vollzeitbeschäftigung.

Im Gesetz ist ein grundsätzlicher Anspruch auf eine Teilzeitarbeit für Arbeitnehmer verankert: Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer sich seit mehr als sechs Monate in einem Arbeitsverhältnis befindet und sein Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Regelungen zur Teilzeitarbeit gelten für alle Angestellten, einschließlich Minijobber, Personen in Elternzeit und Führungskräfte. Der Anspruch besteht aber nicht bei Beamten und bei Auszubildenden.

Weniger Arbeit bedeutet auch ein geringerer Verdienst. Dies wirkt sich auch langfristig auf die Altersvorsorge aus. Eine Teilzeitbeschäftigung vermindert die Rente. Für Mütter und Personen, die pflegebedürftige Familienmitglieder betreuen wirkt sich das Gehalt etwas weniger stark auf die Rentenansprüche aus. Sie können von Sonderregelugen profitieren, da ihnen Zuschüsse zur Rente gewährt werden.

Die Elterngeldstelle muss umgehend darüber informiert werden, sobald eine Teilzeitbeschäftigung während des Elterngeldbezuges aufgenommen wird. Der Anspruch auf Elterngeld geht dabei aber nicht verloren. Der Elternteil, der elterngeldbeansprucht ist, darf allerdings nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Das Elterngeld wird also unter Berücksichtigung des Einkommens aus Teilzeitarbeit berechnet. Der betreuende Elternteil erhält das Elterngeld als Eratz für den entfallenden Einkommensteil.

Ein Antrag auf Teilzeit kann aus betrieblichen Gründen abgelehnt werden (§ 8 Abs. 4 Satz 1 TzBfG) . Zum Beispiel dann, wenn die Arbeit eine Reduzierung der Stunden nicht zulässt, weil bestimmte feste Arbeitsabläufe sich unter Teilzeitarbeit schwer organisieren lassen.

Ein Arbeitsnehmer darf theoretisch zwei Teilzeitstellen haben. Dazu muss er sich aber zunächst die schriftliche Einverständniserklärung beider Arbeitgeber einholen. Für zwei Teilzeitjobs werden dann aber auch zwei Lohnsteuerkarten benötigt. In der zweiten Lohnsteuerkarte wird in der Regel eine hohe Lohnsteuerklasse eingetragen. Die hohen Abgaben, die dadurch fällig werden, kann sich der Arbeitnehmer eventuell am Jahresende zurückholen.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Teilzeit
  2. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Rund um das Gesetz zur Teilzeit
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Begriff des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers
  4. Bundesministreium der Justiz und für Verbraucherschutz: Verringerung der Arbeitszeit
  5. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge
  6. Bundesministreium der Justiz und für Verbraucherschutz: Verbot der Diskriminierung
  7. Bundesagentur für Arbeit : Arbeitszeitmodelle
  8. Bundeministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Elterngeld, ElterngeldPlus: Elterngeld bei Teilzeitarbeit nach der Geburt
  9. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Teilzeit- Alles was Recht ist

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