Der Solidaritätszuschlag ist eine Steuer, die ein Arbeitnehmer bei einer steuerpflichtigen Beschäftigung monatlich von seinem Bruttogehalt abgibt. Dieser Solidaritätszuschlag ist als Steuer Anfang der 90er Jahre entstanden und war ursprünglich zum Auffangen der Kosten des Konflikts am Golf gedacht. Später diente er der Angleichung der Verhältnisse in den neuen Bundesländern. Wie hoch der Soli ist und wer diese Steuer zahlen muss, ist gesetzlich klar geregelt.


Was ist der Solidaritätszuschlag?

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag ist eine Besonderheit in den steuerlichen Abgaben eines Arbeitnehmers.

Offiziell handelt es sich bei dem Soli um eine Ergänzungsabgabe, die zunächst nur befristet gezahlt werden sollte.
Der Solidaritätszuschlag war eingeführt worden, nachdem durch den Konflikt im Nahen Osten verschiedene Kosten entstanden waren. Danach diente er aber Kosten, die durch die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entstanden waren. Mit dem Solidaritätszuschlag sollten wichtige Projekte zum Aufbau von Infrastruktur und Wirtschaft in der ehemaligen DDR finanziert werden. Mittlerweile ist die Aufrechterhaltung des Solidaritätszuschlags umstritten.

  • Der Solidaritätszuschlag wird übrigens auch auf die Körperschaftssteuer erhoben. Juristische Personen, die also eine Körperschaftssteuer abgeben müssen, zahlen auch den Solidaritätszuschlag.

Wie errechnet sich der Solidaritätszuschlag?

Jeder Arbeitnehmer, der eine steuerpflichtigen Tätigkeit nachgeht, zahlt den Solidaritätszuschlag auf die Einkommensteuer, die er entrichten muss. Von der Zahlung des Solidaritätszuschlags sind nur wenige Arbeitnehmer ausgenommen.

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5% der Einkommenssteuer

Der Soli wird erst ab 81 € Lohnsteuerhöhe monatlich abgezogen. Jährlich müssen 972 Euro an Einkommensteuer zusammenkommen, damit der Soli gezahlt werden muss. 5,5 % ist der maximale Solidaritätszuschlag. Bei seiner Berechnung werden Kinderfreibeträge berücksichtigt.

LebenssituationSolidaritätszuschlag
Lohnsteuerklasse 1, Single, monatliches Bruttoeinkommen von 2.500In dieser Lebenssituation ist der Höchstsatz von 5,5% der Einkommensteuer als Solidaritätszuschlag zu zahlen
Lohnsteuerklasse 3, zwei Kinder, monatliches Bruttoeinkommen von 4.250 EuroIn dieser Lebenssituation ist aufgrund der Kinderfreibeträge und der Lohnsteuerklasse kein Solidaritätszuschlag zu zahlen.
  • Als Lediger in Steuerklasse 1 mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2.500 Euro im Monat und den normalen Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung wird eine Lohnsteuer von knapp 300 Euro fällig. Davon abgerechnet werden 5,5% Soli-Steuer, die dann knapp 17 Euro beträgt.

Wozu dient der Solidaritätszuschlag?

Die Einnahmen durch den Solidaritätszuschlag (2016 beispielsweise über 16 Milliarden Euro) stehen dem Bund zur freien Verfügung. Bei der Diskussion um Steuererleichterungen kommt auch immer wieder der Solidaritätszuschlag ins Gespräch. Bis zuletzt ist keine direkte Abschaffung des Soli von der Regierung geplant.

Kosten für die deutsche Wiedervereinigung zahlen?

Der allergrößte Irrtum, der seit Entstehung des Solidaritätszuschlags in der Bevölkerung verbreitet ist ist der, dass der Solidaritätszuschlag eingeführt wurde, um die Kosten der deutschen Einheit zu bezahlen. Wahr ist: Der Solidaritätszuschlag wurde eingeführt zur Finanzierung bzw. solidarischen Unterstützung der USA mit Geld, als diese den ersten Irakkrieg begannen. Er lief dann ein Jahr und wurde beendet.

Ein weiteres Jahr später wurde der Soli wieder eingeführt, um damit die Kosten der deutschen Einheit, deren Höhe zuvor völlig falsch eingeschätzt worden war, zu finanzieren. Die Erfindung des Soli beruht also nicht auf der deutschen Einheit, wohl aber dessen Nutzung.

Wichtige Fakten zum Thema Solidaritätszuschlag

  • Der Solidaritätszuschlag ist eine relativ neue Steuer die Anfang der 90er eingeführt wurde
  • Der Soli ist offiziell eine Ergänzungsabgabe und wird im Volksmund Soli genannt
  • Im Normalfall beträgt der Soli 5,5% der Einkommensteuer
  • Bei der Errechnung wird kein Soli bis 972 Euro Einkommensteuer im Jahr verlangt
  • Kinderfreibeträge finden ebenfalls Berücksichtigung
  • Konkrete Pläne zur Abschaffung des Soli bestehen bis dato nicht

Häufige Fragen zum Thema Solidaritätszuschlag

Den Soli als Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer und Kirchensteuer sowie anderen Abgaben müssen als steuerpflichtigen Arbeitnehmer zahlen, die eine Einkommensteuer von mehr als 972 Euro im Jahr zahlen. Der Soli ist verpflichtend, man kann sich von dieser Ergänzungsabgabe nicht befreien lassen.

Der Solidaritätszuschlag wurde als Ergänzungsabgabe tatsächlich bereits zur Deckung von Kosten während des Irakkriegs eingeführt. Danach wurde er kurzzeitig wieder abgeschafft und dann wieder mit der konkreten Deckung von Kosten zur Wiedervereinigung eingeführt. Mittlerweile werden durch die Einnahmen dieser Steuer viele verschiedene Kosten abgedeckt. Da die Einnahmen jährlich bis zu mehr als 16 Milliarden betragen, verzichtet der Staat natürlich nur ungern auf diese Einnahmequelle.

Geringverdiener sind durch den Grundfreibetrag von der Zahlung der Ergänzungsabgabe befreit. Wenn die Lohnsteuer bei einem Geringverdiener über 972 Euro im Jahr steigt, wird nicht gleich der volle Soli fällig. Stattdessen findet dann eine schrittweise Anhebung der Steuern statt. Erst ab 1.340 Euro Einkommensteuer wird dann bei Geringverdienern der volle Zuschlag fällig.

Einzelnachweise und Quellen

  1. Grundgesetz: Verwendung der Erträge >>
  2. Solidaritätzuschlaggesetz >>
  3. Statistik: Steuereinnahmen durch den Solidaritätszuschlag >>

Das könnte Sie auch interessieren