Erbschein Fristen

Nach dem Tod des Partners oder eines Elternteils stehen die Hinterbliebenen vor vielen Herausforderungen.

Es geht nicht nur darum, alle Formalitäten hinsichtlich der Beisetzung zu regeln oder wieder in einen geregelten Alltag zu finden. Der Verstorbene hat Verträge abgeschlossen und ein Bankkonto unterhalten.

Rechtsgeschäfte sind nach dem Tod alles andere als einfach zu beenden. Selbst Erben geraten schnell an Grenzen – solange sie keine Erbscheine oder das Testament vorlegen können.

Kein Erbschein ohne Erbe

Prinzipiell ist der Erbschein immer an eine grundlegende Bedingung gebunden: Der Erbberechtigte hat das Erbe auch tatsächlich angenommen. Hier gilt eine erste wichtige Frist. Im deutschen Erbrecht ist eine Frist von sechs Wochen für das Ausschlagen des Erbes vorgesehen.

Diese kann natürlich umgangen werden, wenn der Erbe die Annahme erklärt. Sofern aber befürchtet werden muss, dass das Erbe überschuldet ist, kann innerhalb dieser First über das Ausschlagen nachgedacht werden.

  • Sobald die Frist verstreicht – ohne dass sich der Erbberechtigte zur Ablehnung geäußert hat – gilt das Erbe als angenommen. Damit tritt dieser die Rechtsnachfolge des Erblassers an.

Erbschein: Keine Fristen für Antragsbearbeitung

Viele Erben wundern sich, dass die Bearbeitung ihres Antrags zum Erbschein mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Hier ist zu berücksichtigen, welche Regeln im Hinblick auf dessen Ausstellung gelten. Ein Erbschein darf vom Nachlassgericht erst erteilt werden, wenn alle notwendigen Dokumente vorgelegt und geprüft sind.

Daher sieht der Gesetzgeber auch keine Fristen für die Bearbeitung des Erbscheins vor. Einfache Fälle sind oft innerhalb von vier bis acht Wochen erledigt.

Sehr komplexe Sachverhalte benötigen für die Bearbeitung schnell deutlich mehr Zeit.

  • Da der Erbschein quasi als Beweisdokument der Erbfolge gegenüber Dritten dient, sollten Erben grundsätzlich prüfen, inwiefern Fristen aus Verträgen zum Tragen kommen – und ob Konflikte hinsichtlich der Bearbeitungszeit des Erbscheins drohen.

Fristen für Beschwerden bei Erbscheinen

Der Erbschein wird durch einen Beschluss des Nachlassgerichts erteilt. Letzteres kann die Erteilung auch verweigern.  Ist der Antragsteller mit der Entscheidung nicht zufrieden, kann dagegen Beschwerde eingelegt werden.

Aber: Dieses Rechtsmittel ist an eine Frist von einem Monat gebunden.

Wer diesen Zeitraum verpasst, akzeptiert den Beschluss des zuständigen Nachlassgerichts.

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