Das notarielle Testament wird auch als öffentliches Testament bezeichnet. Ein notarielles Testament ist eine Willenserklärung gegenüber dem Notar.

Der Erblasser erklärt mündlich oder schriftlich, dass seine Schrift den letzten Willen enthält.


Notarielles Testament und seine Bedingungen zur Errichtung

Die Rechtsgrundlage für das notarielle Testament ist das Bürgerliche Gesetzbuch.

Bedingungen und Vorschriften des notariellen TestamentsBGB Paragraph
Erblasser kann Erbvertrag nur persönlich schließen§ 2274 BGB
Mindestalter: 16 Jahre§ 2229 Abs. 1 BGB
Personen mit krankhafter Störung der Geistestätigkeit, Bewusstseinsstörungen oder Geistesschwäche können kein Testament errichten§ 2229 Abs. 3 BGB
Erblasser erklärt Notar seinen letzten Willen oder übergibt ihm ein Schriftstück§ 2232 BGB

Notarielles Testament und seine Anfechtung

Der Erblasser kann ein notarielles Testament jederzeit widerrufen. Dies gestattet ihm einen flexiblen Umgang mit seinen eigenen Verfügungen und ermöglicht ihm auch kurzfristige Änderungen vorzunehmen. Die Anfechtung eines notariellen Testaments kann nur durch diejenigen Personen erfolgen, welche durch die Aufhebung des letzten Willens unmittelbar betroffen wären.

  • Die Anfechtung eines notariellen Testaments kann aufgrund einer Drohung, eines Irrtums oder wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten erfolgen.

Notarielles Testament und seine Aufbewahrung

Jedes notarielle Testament wird beim zuständigen Nachlassgericht gelagert. Im zentralen Testamentsregister erfolgt eine zusätzliche Registrierung des notariellen Testaments. Dort werden relevante Daten zum Testament gespeichert, sodass es im Erbfall schnell gefunden und vollstreckt werden kann. Diese Sicherungsmechanismen des notariellen Testaments sind ein großer Vorzug gegenüber dem eigenhändigen Testament. Beim privatschriftlichen Testament erfolgt keine automatische Verwahrung. Außerdem fehlt aufgrund der fehlenden notariellen Beurkundung die Beweiskraft im Falle der Anfechtung.

Notarielles Testament mit großen Vorteilen

Es gibt viele Vorteile des notariellen Testaments gegenüber dem privatschriftlichen Testament, unter anderem:

  • die Testierfähigkeit und Geschäftsfähigkeit des Erblassers wird vom Notar bei der Beurkundung überprüft (spätere Einwendungen aufgrund mangelnder Geschäftsfähigkeit werden auf jeden Fall erschwert)
  • notarielles Testament wird beim Amtsgericht hinterlegt
  • Sicherstellung der Eröffnung nach dem Todesfall
  • Einhaltung der gesetzlichen Formgaben
  • sichere Umsetzung des Willens des Erblassers

Quellen

Bretzinger, Otto N.: Richtig vererben: Keine Frage offen »
Hennerkes, Brun-Hagen / Kirchdörfer, Rainer: Die Familie und ihr Unternehmen: Strategie, Liquidität, Kontrolle »
Hell, Walter: Alles Wissenswerte über Staat, Bürger, Recht: eine Staatsbürger- und Gesetzeskunde »
Nasemann, Andrea: Testament, Erbrecht, Schenkung: Was Erblasser und Erben wissen müssen »
Zwißler, Finn / Petzold, Sascha: Das aktuelle Handbuch Testament: Den Letzten Willen selbst verfassen »
Pohlmann, Axel: Testamente einfach & korrekt: So regeln Sie Ihren Nachlass »