Unter einer Schenkung versteht man eine Übertragung von Vermögenswerten auf eine andere Person. Eine Schenkung ist sozusagen das Vererben zu Lebzeiten.

In Deutschland werden ab einem gewissen Wert Steuern auf die Schenkung erhoben (Schenkungssteuer). Hier können Sie die Schenkungssteuer berechnen . Erfahren Sie zudem alles wichtige zum Thema Schenkungssteuern und Freibeträge .


Schenkungsteuer und Erbschaftsteuer

Schenkungsteuer und Erbschaftssteuer werden im deutschen Recht in etwa gleich behandelt. Fiskalisch gesehen gelten Schenkungen als Erbe zu Lebzeiten.

Die Schenkung unter Lebenden wird von vorausschauenden Erblassern auch gern zur Minderung der Erbschaftssteuerlast genutzt.

Schenkungssteuer: Freibeträge

Je näher Erblasser und Erbe bzw. der Schenker und der Empfänger miteinander verwandt sind, desto höher fällt der Freibetrag für das Erbe oder die Schenkung aus. In der folgenden Übersicht werden alle Freibeträge für das jeweilige Verwandschaftsverhältnis aufgeführt:

Eltern und Großeltern des Schenkenden werden in die Steuerklasse 1 eingeordnet. Für sie gilt ein Schenkungssteuer Freibetrag von 100.000 €. Geschwister, Neffen und Nichten werden in die Steuerklasse 2 eingeordnet. Für sie gilt ein Schenkungssteuer Freibetrag von 20.000 €.

Alle Empfänger einer Schenkung, die in keiner Weise mit dem Schenker verwandt sind, werden in die Steuerklasse 3 eingeordnet mit einem Schenkungssteuerbetrag von 20.000 €. In Steuerklasse 3 wird jedoch ein höherer Steuersatz als in der Steuerklasse 2 für den über den Schenkungsfreibetrag hinausgehenden Betrag fällig.

  • Jeder Beschenkte sollte nicht vergessen, dass er von sich aus verpflichtet ist, wenn er einer Schenkung erhalten hat, diese in einer Steuererklärung anzugeben.

Geschiedene Ehepartner erhalten ebenfalls die Steuerklasse 2 und den Freibetrag 20.000 €. Eine Ausnahme gibt es bei Schenkungen von Großeltern an Enkel, wenn die Eltern der Kinder verstorben sind. Hier gilt der Freibetrag von 400.000 €.

Noch weiter entfernt in der Verwandtschaftsliste sind die Stiefeltern, Schwiegereltern und Schwiegerkinder. Für sie gilt auch die Steuerklasse 2 mit einem Freibetrag von 20.000 €.

schenkungssteuer

Die Schenkungsteuer wird fällig, wenn entweder der Schenker oder der Beschenkte seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder Wohnsitz in Deutschland hat. Handelt es sich bei keinem in die Schenkung Involvierten um einen Inländer, wird, falls Inlandvermögen verschenkt wurde, ebenfalls die Schenkungssteuer fällig.

Im Gegensatz zum Freibetrag bei der Erbschaftssteuer, der immer nur einmal anfällt und dann verbraucht ist, kann ein Schenkungssteuer Freibetrag alle zehn Jahre erneut in Anspruch genommen werden.

  • Wer also eine größere Summe zu vererben hat, könnte, um die Erbschaftssteuer zu umgehen, alle zehn Jahre den Schenkungssteuer Freibetrag ausnutzen.

Für eine steuerfreie Schenkung ist das verwandtschaftliche Verhältnis des Schenkenden zum Beschenkten entscheidend. Je nachdem, wie nah das Verhältnis untereinander ist, wird der zu Beschenkende in eine von drei steuerlichen Klassen eingeteilt.

Je nach Steuerklasse und Verwandtschaftsgrad ist der Schenkungssteuer Freibetrag unterschiedlich festgelegt:

VerwandschaftsgradSteuerklasseFreibetrag
Ehegatten, LebenspartnerI500.000 €
Kinder, Enkelkinder (wenn deren Eltern verstorben sind), Stiefkinder, AdoptivkinderI400.000 €
EnkelkinderI200.000 €
Eltern, GroßelternI100.000 €
Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, etc.II20.000 €
Nicht verwandte ErbenIII20.000 €

Schenkungssteuer: Steuersätze

Höhe des Erbes in EuroSteuersatz Steuerklasse ISteuersatz Steuerklasse IISteuersatz Steuerklasse III
Bis zu 75.0007 %15 %30 %
Bis zu 300.00011 %20 %30 %
Bis zu 600.00015 %25 %30 %
Bis zu sechs Millionen19 %30 %30 %
Bis zu 13 Millionen23 %35 %50 %
Bis zu 26 Millionen27 %40 %50 %
Mehr als 26 Millionen30 %43 %50 %

Bei der letzten Reform der Erbschaft- und Schenkungssteuer wurden neue Freibeträge bei den jeweiligen Steuerarten festgelegt, die seit 2012 unverändert gelten.

  • Die Steuerklasse 1 ist mit einem Schenkungssteuer Freibetrag von 500.000 € versehen. In diese Klasse werden alle Ehegatten oder Lebenspartner eingeordnet.

Kinder und Stiefkinder gehören ebenfalls zur Steuerklasse 1 , erhalten jedoch nur einen Freibetrag von 400.000 €. Deren Kinder, also Enkel und Stiefenkel, erhalten auch die Steuerklasse 1 , ihr Freibetrag ist jedoch 200.000 €.

Verschiedene Arten der Schenkung

Wollen Großeltern ihren Enkeln oder Schwiegerkindern ein größeres Geschenk zukommen lassen, stehen sie vor dem Problem, dass hier der Schenkungssteuer Freibetrag deutlich niedriger ist als bei Schenkungen von Eltern an Kinder.

Dieses Problem kann durch eine sogenannte Kettenschenkung umgangen werden. Die Großeltern schenken die Zuwendung zuerst ihren Kindern, die diese wiederum an ihre Kinder weiter verschenken.

  • Diese Vorgehensweise ist nicht unüblich. Auch der Bundesfinanzhof sieht in dieser Vorgehensweise kein rechtliches Problem. Geschenke dürfen somit problemlos weiter verschenkt werden. Auf diesem Umweg können Steuerfreibeträge optimal genutzt werden.

Wurde der Schenkungssteuer Freibetrag bereits ausgeschöpft, dann müssen weitere Zuwendungen versteuert werden. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen sogenannte „Gelegenheitsgeschenke“ dar.

Nachdem der Gesetzgeber für den Begriff keine klare Definition vorgibt, ist der Spielraum, was genau ein Gelegenheitsgeschenk ist, relativ groß. Dazu gehören Zuwendungen, die sowohl in Bezug auf den Wert als auch hinsichtlich des Anlasses allgemein üblich sind. Als Gelegenheitsgeschenke gelten zum Beispiel ein PKW oder Schmuck.

Sie werden dem Freibetrag nicht hinzugerechnet. Allerdings muss ein wichtiger Grund für die außerordentliche Zuwendung vorliegen.

Vom Finanzamt werden folgende Gründe als wichtig anerkannt:
  • Hochzeit
  • Jubiläum
  • Abitur
  • Examen
  • Geburtstag

Zudem muss beachtet werden, dass der Wert des Geschenks einen bestimmten Betrag nicht überschreiten darf, da dieser im Verhältnis zum Gesamtvermögen des Schenkenden betrachtet wird.

  • Unterschiedliche Geschenke, die jeweils zu verschiedenen Anlässen verschenkt wurden, darf das Finanzamt nicht addieren. Aus diesem Grund kann im Zeitraum die Steuerbefreiung, wenn der Schenkungssteuer Freibetrag bereits ausgeschöpft ist, dank der 10-Jahres-Frist-Regelung mehrmals genutzt werden.

Um die Steuerbefreiung für Gelegenheitsgeschenke zu nutzen, muss eine Steuerbefreiung nach § 13 Abs. 1 Nr. 14 ErbStG für „übliche Gelegenheitsgeschenke“ beantragt werden.

Das Formular zur Schenkungssteuer

Um eine Schenkungsteuererklärung zu machen, müssen Sie ein bestimmtes Formular ausfüllen. Da die Landesfinanzbehörden für die Schenkungssteuer zuständig sind, geben diese auch die entsprechenden Formulare aus.

  • Wählen Sie ihr Bundesland und mit einem Klick öffnet sich der Link zu der zuständigen Stelle.

Formular Schenkungssteuer - Erläuterungen

Neben der eigentlichen Steuererklärung begleiten weiteren Anlagen die Dokumentensammlung bei der Schenkungssteuer. Die Formulare teilen sich auf in:

  • die Steuererklärung
  • Anlage Steuerentlastung für Unternehmensvermögen
  • Anlage Steuerbefreiung für vermietete Wohnungen
  • Anlage Steuerbefreiung für Familienheime
  • Anlage Gegenleistungen und Auflagen
  • Anlage Bedarfsbewertung Erbschaft-/ Schenkungssteuererklärung

In der eigentlichen Steuererklärung werden die Grundeckpunkte zur Schenkung abgefragt:

  • Zeitpunkt der Schenker
  • Personalien des Schenkers
  • Personalien des Beschenkten
  • Verwandtschaftsgrad zwischen den Beteiligten
  • Entscheidung zur Frage, wer die Schenkungssteuer trägt: Schenker oder Beschenkter
  • Angaben zum Schenkungsgegenstand
  • Erwerbsnebenkosten
  • Vorschenkungen

Bei dieser Steuerart haften beide Beteiligte für die Steuer, deshalb fragt das Formular danach, wer die Steuer tatsächlich übernehmen wird.

Beim Schenkungsgegenstand können Bewertungsfragen eine Rolle spielen, wenn es sich zum Beispiel um eine Immobilie handelt.

Erwerbsnebenkosten wie etwa die Kosten für einen Notar bei der Grundstücksübertragung können vom Wert des geschenkten Gegenstandes abgezogen werden.

Die Anlagen gewähren weitere bestimmte Befreiungen und Steuervergünstigungen, die auf bestimmte Schenkungen zutreffen.

  • Sehr wichtig ist die Frage nach dem Verwandtschaftsverhältnis zwischen Schenker und Beschenktem, da sich danach Freibeträge und Steuersätze bemessen. Das Gesetz gewährt nur alle zehn Jahre entsprechende Freibeträge auf Schenkungen, Vorschenkungen sind daher anzugeben.

Die wichtigsten Fakten zur Schenkungssteuer

  • Die Schenkungssteuer ist die Steuer auf ein Erbe zu Lebzeiten.
  • Sie wird bei Schenkungen von größerem Ausmaß erhoben.
  • Um kleinere Schenkungen steuerfrei zu halten, gibt es die Freibeträge.
  • Der Schenkungssteuer Freibetrag kann alle zehn Jahre erneut in Anspruch genommen werden.
  • Das verwandschaftliche Verhältnis des Schenkenden zum Beschenkten ist dabei entscheidend.

Häufig gestellte Fragen zur Schenkungssteuer

Im Grunde fallen sowohl für Schenkungen als auch für ein Erbe die gleichen Steuersätze und Freibeträge an. Sie können Ihr Vermögen allerdings so aufteilen, dass Ihre Verwandten oder Bekannten Vermögenswerte erhalten, die unter dem gesetzlich festgelegten Freibeträgen liegen. Sollten Sie ein relativ hohes Vermögen besitzen, könnte es von Vorteil sein, Ihren späteren Nachlass alle zehn Jahre zu verschenken, um eine steuerfreie Aufteilung umzusetzen.

Auch für den Hausrat gilt der Schenkungssteuer Freibetrag. Wie hoch der Freibetrag bei diesen Gegenständen ist, hängt von der Steuerklasse des Beschenkten ab.

Bei Personen der Steuerklasse I sind persönliche Gegenstände sowie Hausrat bis zu einem Wert von 41.000 Euro steuerfrei. Einzelheiten sind in § 13 ErbStG (Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz) geregelt.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Erbschafts- und Schenkungssteuer
  2. Bundesministerium für Finanzen: Broschüren der Landesfinanzbehörden
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erwerb von Todes wegen
  4. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz
  5. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Erbschaftsteuer/ Schenkungsteuer
  6. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erben und Vererben

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