Unter einer Schenkung versteht man eine Übertragung von Vermögenswerten auf eine andere Person. Eine Schenkung ist sozusagen das Vererben zu Lebzeiten. In Deutschland werden ab einem gewissen Wert Steuern auf die Schenkung erhoben (Schenkungssteuer).

Sie wird bei Schenkungen von größerem Ausmaß erhoben. Um kleinere Schenkungen steuerfrei zu halten, gibt es die Freibeträge. Das verwandschaftliche Verhältnis des Schenkenden zum Beschenkten ist dabei entscheidend.


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Schenkungssteuer und Erbschaftssteuer

Schenkungsteuer und Erbschaftssteuer werden im deutschen Recht in etwa gleich behandelt. Fiskalisch gesehen gelten Schenkungen als Erbe zu Lebzeiten. Die Schenkung unter Lebenden wird von vorausschauenden Erblassern auch gern zur Minderung der Erbschaftssteuerlast genutzt.

  • Clever vererben - wie geht das? Wer Kinder hat und Geld vererben möchte, kann dies am besten zu Lebzeiten tun. Für Kinder gilt ein Freibetrag bei der Schenkungssteuer von 400.000 Euro. Dieser Freibetrag kann einmal in 10 Jahren genutzt werden. Es ist also am cleversten, man macht eine Schenkung zu Lebzeiten an die Kinder. Dann ist der Nachlass bereits geregelt und es kann der relativ hohe Freibetrag bei Schenkungen genutzt werden.

Schenkungssteuer Freibetrag

Für eine steuerfreie Schenkung ist das verwandtschaftliche Verhältnis des Schenkenden zum Beschenkten entscheidend. Je nachdem, wie nah das Verhältnis untereinander ist, wird der zu Beschenkende in eine von drei steuerlichen Klassen eingeteilt.

  • Die steuerliche Klasse für ein Erbe bzw. eine Schenkung hat nichts mit der gewöhnlichen Steuerklasse zu tun, nach der sich die Höhe der Abzüge bei einer Lohnabrechnung richtet. Sie gibt lediglich vor, wie das Erbe oder die Schnenkung versteuert wird.

Je näher Erblasser und Erbe bzw. der Schenker und der Empfänger miteinander verwandt sind, desto höher fällt der Steuerfreibetrag für das Erbe oder die Schenkung aus. Das bedeutet: Der Freibetrag stellt die Höhe der Summe dar, die steuerfrei verschenkt werden darf. In der folgenden Übersicht werden alle Freibeträge für das jeweilige Verwandschaftsverhältnis aufgeführt:

VerwandschaftsgradSteuerklasseSteuerfreibetrag
Ehegatten, LebenspartnerI500.000 €
Kinder, Enkelkinder (wenn deren Eltern verstorben sind), Stiefkinder, AdoptivkinderI400.000 €
EnkelkinderI200.000 €
Eltern, Großeltern, Nichten/ Neffen, GeschwisterII20.000 €
Alle anderen ErwerberIII20.000 €

Noch weiter entfernt in der Verwandtschaftsliste sind die Stiefeltern, Schwiegereltern und Schwiegerkinder. Für sie gilt auch die Steuerklasse 2 mit einem Steuerfreibetrag von 20.000 €. Wenn die Enkel eine Schenkung von Ihren Großeltern erhalten, liegt der Steuerfreibetrag bei 200.000€

schenkungssteuer

Die Schenkungsteuer wird fällig, wenn entweder der Schenker oder der Beschenkte seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder Wohnsitz in Deutschland hat. Handelt es sich bei keinem in die Schenkung Involvierten um einen Inländer, wird, falls Inlandvermögen verschenkt wurde, ebenfalls die Schenkungssteuer fällig.

  • Jeder Beschenkte sollte nicht vergessen, dass er von sich aus verpflichtet ist, wenn er einer Schenkung erhalten hat, diese in einer Steuererklärung anzugeben.

Im Gegensatz zum Steuerfreibetrag bei der Erbschaftssteuer, der immer nur einmal anfällt und dann verbraucht ist, kann ein Schenkungssteuer Freibetrag alle zehn Jahre erneut in Anspruch genommen werden. Wer also eine größere Summe zu vererben hat, könnte, um die Erbschaftssteuer zu umgehen, alle zehn Jahre den Schenkungssteuerfreibetrag ausnutzen.

Schenkungssteuer: Steuersätze

Höhe des Erbes in EuroSteuersatz Steuerklasse ISteuersatz Steuerklasse IISteuersatz Steuerklasse III
Bis zu 75.0007 %15 %30 %
Bis zu 300.00011 %20 %30 %
Bis zu 600.00015 %25 %30 %
Bis zu sechs Millionen19 %30 %30 %
Bis zu 13 Millionen23 %35 %50 %
Bis zu 26 Millionen27 %40 %50 %
Mehr als 26 Millionen30 %43 %50 %

Bei der letzten Reform der Erbschaft- und Schenkungssteuer wurden neue Freibeträge bei den jeweiligen Steuerarten festgelegt, die seit 2012 unverändert gelten.

  • Die Steuerklasse 1 ist mit einem Schenkungssteuerfreibetrag von 500.000 € versehen. In diese Klasse werden alle Ehegatten oder Lebenspartner eingeordnet.

Kinder und Stiefkinder gehören ebenfalls zur Steuerklasse 1, erhalten jedoch nur einen Steuerfreibetrag von 400.000 €. Deren Kinder, also Enkel und Stiefenkel, erhalten auch die Steuerklasse 1, ihr Steuerfreibetrag ist jedoch 200.000 €.

Verschiedene Arten der Schenkung

Wollen Großeltern ihren Enkeln oder Schwiegerkindern ein größeres Geschenk zukommen lassen, stehen sie vor dem Problem, dass hier der Schenkungssteuerfreibetrag deutlich niedriger ist als bei Schenkungen von Eltern an Kinder. Dieses Problem kann durch eine sogenannte Kettenschenkung umgangen werden. Die Großeltern schenken die Zuwendung zuerst ihren Kindern, die diese wiederum an ihre Kinder weiter verschenken.

  • Auch der Bundesfinanzhof sieht in der Kettenschenkung kein rechtliches Problem. Geschenke dürfen somit problemlos weiter verschenkt werden. Auf diesem Umweg können Steuerfreibeträge optimal genutzt werden.

Wurde der Schenkungssteuer Freibetrag bereits ausgeschöpft, dann müssen weitere Zuwendungen versteuert werden. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen sogenannte Gelegenheitsgeschenke dar. Nachdem der Gesetzgeber für den Begriff keine klare Definition vorgibt, ist der Spielraum, was genau ein Gelegenheitsgeschenk ist, relativ groß. Dazu gehören Zuwendungen, die sowohl in Bezug auf den Wert als auch hinsichtlich des Anlasses allgemein üblich sind. Als Gelegenheitsgeschenke gelten zum Beispiel ein PKW oder Schmuck. Sie werden dem Steuerfreibetrag nicht hinzugerechnet. Allerdings muss ein wichtiger Grund für die außerordentliche Zuwendung vorliegen.

Vom Finanzamt werden folgende Gründe als wichtig anerkannt:

  • Hochzeit
  • Jubiläum
  • Abitur
  • Examen
  • Geburtstag

Zudem muss beachtet werden, dass der Wert des Geschenks einen bestimmten Betrag nicht überschreiten darf, da dieser im Verhältnis zum Gesamtvermögen des Schenkenden betrachtet wird.

  • Unterschiedliche Geschenke, die jeweils zu verschiedenen Anlässen verschenkt wurden, darf das Finanzamt nicht addieren. Aus diesem Grund kann im Zeitraum die Steuerbefreiung, wenn der Schenkungssteuerfreibetrag bereits ausgeschöpft ist, dank der 10-Jahres-Frist-Regelung mehrmals genutzt werden.

Um die Steuerbefreiung für Gelegenheitsgeschenke zu nutzen, muss eine Steuerbefreiung nach § 13 Abs. 1 Nr. 14 ErbStG für „übliche Gelegenheitsgeschenke“ beantragt werden.

Schenkungssteuer Formular

Um eine Schenkungsteuererklärung zu machen, müssen Sie ein bestimmtes Formular ausfüllen . Da die Landesfinanzbehörden für die Schenkungssteuer zuständig sind, geben diese auch die entsprechenden Formulare aus.

Wählen Sie ihr Bundesland und mit einem Klick öffnet sich der Link zu der zuständigen Stelle:

Neben der eigentlichen Steuererklärung begleiten weiteren Anlagen die Dokumentensammlung bei der Schenkungssteuer. Die Formulare teilen sich auf in:

  • die Steuererklärung
  • Anlage Steuerentlastung für Unternehmensvermögen
  • Anlage Steuerbefreiung für vermietete Wohnungen
  • Anlage Steuerbefreiung für Familienheime
  • Anlage Gegenleistungen und Auflagen
  • Anlage Bedarfsbewertung Erbschaft-/ Schenkungssteuererklärung

In der eigentlichen Steuererklärung werden die Grundeckpunkte zur Schenkung abgefragt:

  • Zeitpunkt der Schenker
  • Personalien des Schenkers
  • Personalien des Beschenkten
  • Verwandtschaftsgrad zwischen den Beteiligten
  • Entscheidung zur Frage, wer die Schenkungssteuer trägt: Schenker oder Beschenkter
  • Angaben zum Schenkungsgegenstand
  • Erwerbsnebenkosten
  • Vorschenkungen

Bei dieser Steuerart haften beide Beteiligte für die Steuer, deshalb fragt das Formular ausfüllen danach, wer die Steuer tatsächlich übernehmen wird.

Häufig gestellte Fragen zur Schenkungssteuer

Im Grunde fallen sowohl für Schenkungen als auch für ein Erbe die gleichen Steuersätze und Freibeträge an. Sie können Ihr Vermögen allerdings so aufteilen, dass Ihre Verwandten oder Bekannten Vermögenswerte erhalten, die unter dem gesetzlich festgelegten Freibeträgen liegen. Sollten Sie ein relativ hohes Vermögen besitzen, könnte es von Vorteil sein, Ihren späteren Nachlass alle zehn Jahre zu verschenken, um eine steuerfreie Aufteilung umzusetzen.

Beide Beteiligste, also Schenker und Beschenkter, haften für die Steuer. Im entsprechenden Formular muss deshalb angegeben werden, wer die Steuer bezahlen wird.


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Aktualisiert am 23.10.2019 von

Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium für Finanzen: Erbschafts- und Schenkungssteuer
  2. Bundesministerium für Finanzen: Broschüren der Landesfinanzbehörden
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erwerb von Todes wegen
  4. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz
  5. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Erbschaftsteuer/ Schenkungsteuer
  6. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erben und Vererben

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