Das Private Carsharing stellt eine Sonderform zum klassischen Carsharing dar, bei der die beteiligten Parteien (also der Eigentümer des Fahrzeugs und der Mieter) die gemeinsame Nutzung mithilfe eines privaten Vertrags regeln. Das Autoteilen findet also im privaten Umfeld statt und es gibt nur einen kleinen Kreis von beteiligten Personen, die sich in der Regel untereinander kennen.Privates Carsharing ist ein Konzept, das auch unter Bezeichnungen wie privates Autoteilen, Peer-to-Peer-Carsharing bzw. nachbarschaftliches Autoteilen bekannt ist.

Wie funktioniert privates Carsharing?

Mit dem Begriff Privates Carsharing wird eine gemeinschaftliche Nutzung eines Fahrzeugs bzw. mehrerer Fahrzeuge beschrieben. Der Eigentümer stellt dabei anderen Personen sein Fahrzeug für einen festgelegten Zeitraum zur Verfügung. Privates Carsharing folgt normalerweise folgendem Ablauf:

  • Fahrzeugeigentümer meldet sich auf einer Carsharing-Plattform an
  • Eigentümer bietet sein Fahrzeug über das Carsharing-Portal an
  • Interessent und Eigentümer setzen einen Privaten Vertrag auf
  • Mieter zahlt an den Eigentümer eine "Leihgebühr" für die Dauer des Carsharings
  • Nach Ablauf der Ausleihzeit erhält der Eigentümer das Fahrzeug zurück
  • Bei entstandenen Schäden greift eine Haftpflichtversicherung
  • Übrigens hat der Anbieter des Carsharings dafür Sorge zu tragen, dass das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Ausleihe stets ausreichend betankt ist. Versäumt er dies, kann der Mieter des Fahrzeugs mit einer Tankkarte bargeldlos tanken.

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, wenn jemand sein Auto verleihen und sich zu diesem Zweck auf einem Carsharing-Portal anmelden möchte. Zu diesen Voraussetzungen gehört, dass das Fahrzeug weniger als 250.000 Kilometer gefahren ist, dass der Wert des Fahrzeugs nicht höher als 100.000 Euro ist und dass es nicht mehr als 272 PS (bzw. 200 kW) Leistung erbringt (die hier genannten Zahlen sind Beispiele und können von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein).

Privates Carsharing - Anbieter

Privates Carsharing kennt beim Begriff Anbieter zwei verschiedene Personengruppen. Zunächst ist der Eigentümer eines Fahrzeugs ein solcher Anbieter, denn er möchte ja sein Auto verleihen und anderen Personen zur Verfügung stellen. Anbieter sind aber auch die Carsharing-Portale, über die sich Eigentümer und Interessent überhaupt erst finden und miteinander in Kontakt treten können. Für die Anmeldung auf einem solchen Portal benötigt man lediglich seine Führerschein- und Ausweisnummer sowie ein Paypalkonto oder eine Kreditkarte als digitales Zahlungsmittel.

  • Die Rahmenbedingungen, unter denen Privates Carsharing stattfindet, werden ausschließlich von den Plattformen bestimmt, auf denen man sich anmelden muss. Zu ihrem Service gehört meist auch ein gut funktionierender Kundensupport. Zudem bieten sie auch gleich entsprechende Versicherungen an, mit denen sich Anbieter und Mieter absichern können.

Wie viel kann man durch privates Carsharing verdienen?

Grundsätzlich lohnt sich das Autoteilen für diejenigen, deren Fahrzeug nur selten verwendet wird. Privates Carsharing wird in der Regel mithilfe von Entfernung- oder Zeitpauschalen betrieben. Das bedeutet, dass der Carsharing-Anbieter Gebühren pro Stunde, Tag oder Woche einnimmt. Darüber hinaus kann er einen Beitrag pro gefahrenen Kilometer in Rechnung stellen. Mehr Geld kann man durch privates Carsharing in Zeiträumen verdienen, an denen die nachfrage höher ist, also etwa an Wochenenden oder zu ganz bestimmten Tageszeiten. Zu diesen Zeiten kann man als Anbieter die Preise erhöhen und mehr Einnahmen generieren.

Privates Carsharing - Versicherung

Wer nebenbei Geld verdienen und zu diesem Zweck sein Auto verleihen möchte, der ist gut beraten, entsprechende Versicherungen abzuschließen. Die eigene Versicherung haftet nämlich nicht, wenn andere Personen das Fahrzeug mieten und verwenden. Meist bieten die Plattformen für Carsharing eine Haftpflicht-, Teil- oder sogar Vollkaskoversicherung an, die bereits bei der Anmeldung abgeschlossen wird. Solche Versicherungspakete gelten dann für alle Personen, die mit dem verliehenen Fahrzeug fahren.

Wer sein Auto verleihen möchte, ohne sich auf einer Carsharing-Plattform anzumelden, der sollte vom jeweiligen Mieter des Fahrzeugs eine Kaution verlangen, mit deren Hilfe er dann eventuelle Schäden regulieren kann. Diese Kaution muss im Vertrag explizit, auch bezüglich der Höhe, genannt sein.


Quellen

Diez, Willi: Automobil-Marketing: Erfolgreiche Strategien, praxisorientierte Konzepte, effektive Instrumente »
Rühl, Christian: Markteintrittsentscheidung im stationsungebundenen Carsharing »


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