Wer ein zu versteuerndes Gehalt bezieht, dessen Nettogehalt sinkt unter anderem durch den Abzug der Lohnsteuer, den der Arbeitgeber vornehmen muss. Hier kann man von einem Freibetrag profitieren, durch den das zu versteuernde Einkommen sinkt.

Dadurch muss der Arbeitgeber einen niedrigeren Betrag für die Lohnsteuer an das Finanzamt überweisen. Als Folge steigt das monatliche Nettogehalt. Rechtsgrundlage für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ist § 39a Einkommenssteuergesetz (EStG).

So funktioniert der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Um diesen Vorteil nutzen zu können, muss man bei seinem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung und den entsprechenden Freibetrag stellen. Wird der Antrag genehmigt, werden Aufwendungen, welche zu einer Minderung der Steuerlast führen, nicht erst bei der Abgabe der Einkommenssteuererklärung im nachfolgenden Jahr berücksichtigt, sondern sofort.

Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Der Antrag auf Lohnsteuerermäßigung wird mittels eines eigenen Antragsformulars beim Finanzamt gestellt. Ein vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung hingegen ist mithilfe des Hauptvordrucks des Antrags auf Lohnsteuerermäßigung möglich.

Der vereinfachte Antrag ist in diesen Vordruck eingebaut. Er kann verwendet werden, wenn:

  • sich steuerfreie Jahresbetrag ändert
  • sich die Zahl der Kinderfreibeträge verändert
  • sich der Hinzurechnungsbetrag ändert
  • Wer sich mit steuerrechtlichen Fragen und den zahlreichen Anträgen nicht auskennt, sollte einen Steuerberater mit solchen Tätigkeiten beauftragen. Er ist in der Lage, den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung fristgerecht und korrekt ausgefüllt einzureichen.

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung Anlage Kind

Das Formular für den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung enthält auch eine "Anlage Kinder", denn auch bezüglich der Sozialleistung des Kindergeldes wirkt sich ein höheres Nettoeinkommen positiv für denjenigen aus, der einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung gestellt hat.

Von einer Lohnsteuerermäßigung profitieren vor allem Eltern, wenn ihre Kinder:

  • unter 21 Jahre alt, ohne Erwerbstätigkeit und bei der Agentur für Arbeit Arbeitsuchend gemeldet sind
  • unter 25 Jahre alt sind, eine Ausbildung machen oder sich in einem Freiwilligen-Dienst befinden
  • unter 25 Jahre alt sind, eine abgeschlossene Berufsausbildung/ein Studium vorweisen und maximal 20 Stunden arbeiten (Minijob, Ausbildung)
  • behindert sind und nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Die Behinderung muss entweder vor dem 25. Lebensjahr aufgetreten sein oder vor dem Jahr 2007 (wobei das Kind dann nicht älter als 26 Jahre, also unter 27 Jahre, sein darf)

Wer sollte bis wann den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen?

Ein solcher Antrag auf Lohnsteuerermäßigung muss prinzipiell bis Ende November des jeweils aktuellen Jahres gestellt werden.

Wer in der glücklichen Lage ist und eine Jahressonderzahlung in Form von Weihnachtsgeld erhält, der sollte den Antrag spätestens Ende Oktober des jeweils laufenden Kalenderjahres stellen. Auf diese Weise sinkt das zu versteuernde Einkommen bereits im Monat, in dem es das Weihnachtsgeld gibt.

Der Antrag ist auch für alle steuerpflichtigen Personen interessant, die bereits während des Jahres abschätzen können, dass sie hohe Kosten haben werden, etwa durch:

Man kann einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung immer für zwei Jahre beantragen und muss dem Finanzamt melden, wenn die Bewilligungsgründe während der Laufzeit nicht mehr vorhanden sind. Eine Grundvoraussetzung für die Bewilligung ist, dass die Werbungskosten, außergewöhnlichen Belastungen und Sonderausgaben mehr als 600 € betragen.


Quellen

Einkommenssteuergesetz (EStG) § 39a »
Kattenbeck, Dieter: Der aktuelle Steuerratgeber öffentlicher Dienst 2015 »


Das könnte Sie auch interessieren