alte Dame hält eine Hand

Hatte der Steuerpflichtige im Veranlagungszeitraum Aufwendungen für Pflege und Betreuungsleistungen, so darf er diese als zusätzliche haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen.

Gemindert werden die zu versteuernden Einkünfte und nicht die Steuerschuld selbst und die Steuerermäßigungsgrenze wird erhöht.

Maximale Steuerermäßigung für Pflege und Betreuungsleistungen

Kann man Pflege und Betreuungsleistungen als zusätzliche haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen, so erhöht sich die maximale Steuerermäßigung von 600 Euro auf 1200 Euro. Allerdings greifen zwei Bedingungen: Erst einmal dürfen nur 20 Prozent der Aufwendungen geltend gemacht werden.

Wer Aufwendungen von mehr als 5000 Euro hatte, muss den Übertrag also selbst tragen. Die Steuerermäßigung wird außerdem zugestanden, wenn die Kosten nicht schon als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht worden sind.

Pflegestufe, Pflegeversicherung und Haushalt: Sonstige Anforderungen

Um die Steuerermäßigung zu erhalten, müssen einige weitere Anforderungen erfüllt werden:

  • Der Betreute muss in die Pflegestufe I bis III eingestuft sein
  • Alternativ kann er auch Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten
  • Die Betreuung muss direkt im Haushalt stattfinden
  • Die erhaltenen Leistungen aus der Pflegeversicherung müssen von den Aufwendungen abgezogen werden

Die Steuerermäßigung durch die zusätzliche haushaltsnahe Dienstleistung fallen der Person zu, welche diese bezahlt. Ist es der Betreute selbst, kann dieser sie beanspruchen. Zahlt ein Angehöriger die Leistungen, erhält er die Steuerermäßigung.

Die Leistungen aus der Pflegeversicherung bzw. durch die Pflegestufe sind davon unabhängig: Sie gehen in der Regel an den Betreuten selbst, können aber von Angehörigen verwaltet werden.

Ausführliche Nachweispflicht

Um Pflege und Betreuungsleistungen absetzen zu können, müssen ausführliche Nachweise erbracht werden. Zu diesen zählt erst einmal die Rechnung des Dienstleisters. Auf diese muss zu ersehen sein, dass die Pflege ausschließlich im Haushalt durchgeführt worden ist.

Für jede Form der stationären Pflege kann man keine Steuerermäßigung erhalten. Zudem muss auch ein Nachweis über den Zahlungsweg beigebracht werden, um Schwarzarbeit zu unterbinden. Dies geschieht über den Kontoauszug.

Unverzichtbar ist außerdem ein Beleg über die Pflegebedürftigkeit. Hierbei genügt ein Bescheid über die Einstufung in die Pflegestufe I bis III oder ein entsprechendes Dokument, das aussagt, dass Zahlungen aus der Pflegeversicherung erhalten werden.

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