Obwohl sich Doktoranden formell noch in der Ausbildung befinden, sind sie in den meisten Fällen bereits fest angestellt. Ihr Arbeitgeber ist dabei die Universität, an der die Promotion stattfinden soll.

Unabhängig davon, in welchem Umfang Doktoranden eine Stelle begleiten, müssen sie beim Überschreiten der Jahresverdienstgrenze von 9.744 Euro (Stand 2021) Steuern zahlen. Doktoranden sind also steuerpflichtig.

Sie werden dabei in die gleiche Steuerklasse eingeordnet, die auch für andere Arbeitnehmer maßgebend ist. Die Steuerklasse für Doktoranden ist einzig und allein vom Familienstand und nicht von der Art und der Form des Arbeitsverhältnisses abhängig.

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Steuerklasse für ledige Doktoranden

Für ledige Doktoranden ohne Kinder gilt ausschließlich die Steuerklasse 1. Sollte ein Doktorand geschieden sein oder dauerhaft vom Partner getrennt leben, gilt wie auch bei alleinstehenden Personen die Steuerklasse 1.

Auch verwitwete Doktoranden werden in diese Steuerklasse eingeordnet, solange der Partner seit zwei Jahren oder länger tot ist. Eine Ausnahme bilden lediglich Personen, deren Partner im laufenden oder im vergangenen Jahr verstorben ist. Hier wäre die Steuerklasse 3 bindend.

Sollten sie bereits Kinder haben, alleinerziehend sein und regelmäßig Kindergeld beziehen, kommt die Steuerklasse 2 infrage. Diese zeichnet sich in erster Linie durch besondere finanzielle Vergünstigungen aus, die die alleinerziehende Person spürbar entlasten sollen.

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Verheiratete Doktoranden: Welche Steuerklasse gilt?

Im Gegensatz zu ledigen Doktoranden können verheiratete Doktoranden selbst festlegen, in welche Steuerklasse sie eingeordnet werden möchten. Dies können sie jedoch nicht allein, sondern nur gemeinsam mit ihrem Partner tun.

Verdient der Partner in etwa gleich viel oder ist ebenfalls Doktorand, wäre die Steuerklassenkombination 4 und 4 sinnvoll.

Anders verhält es sich, wenn einer der beiden Partner bereits sehr gut verdient und voll im Berufsleben steht. Hier bietet sich das Ehegattensplitting an, wobei der gut verdienende Ehepartner die Steuerklasse 3 und der Doktorand die Steuerklasse 5 wählen sollte.

Lukas ist Doktorand und geht neben seiner Promotionsstelle einem 450 Euro Job nach. Seine Frau Lilly war bis vor Kurzem ebenfalls Doktorandin und übte gleichzeitig einen Minijob aus. Aufgrund der gleich hohen Einkünfte ist das Ehepaar bisher in der Steuerklassenkombination 4/4 veranlagt.

Da Lilly nun ihren Doktortitel erhalten hat und bald eine Vollzeitstelle antritt, ändert sich das Einkommensverhältnis des Paares. Lilly wird ihren Minijob zwar aufgeben, in ihrer Hauptbeschäftigung aber 3.800 Euro monatlich verdienen.

Für die Verheirateten bietet sich in diesem Fall ein Steuerklassenwechsel in die Kombination der Klassen 3 und 5 an. Lilly würde die Steuerklasse 3 wählen, Lukas die Klasse 5.

Wie können Doktoranden die Steuerklasse wechseln?

Wer als Ehepaar oder eingetragene Lebenspartnerschaft die Streuerklasse wechseln möchte, muss beim zuständigen Finanzamt einen Antrag stellen.

Ein Wechsel der Klasse ist mehrfach jährlich möglich. Bis zum Jahr 2019 war ein Steuerklassenwechsel lediglich einmal im Jahr erlaubt.

Die Steuerklassen für Doktoranden auf einen Blick

FamilienstandSteuerklasse
Ledig ohne KindSteuerklasse 1
Ledig mit Kind und alleinigem Sorgerecht und ohne Partner im gleichen HaushaltSteuerklasse 2
Geschieden/getrennt lebendSteuerklasse 1
Verwitwet (der Partner ist zwei Jahre und länger tot)Steuerklasse 1
VerheiratetKombination 3/5, 4/4 oder 4/4 mit Faktor
Ledig mit Nebenjob über 450 EuroSteuerklasse 1 und Steuerklasse 6 (bei selbständiger Tätigkeit im Nebenerwerb greift nicht die Steuerklasse 6)

Häufig gestellte Fragen

Wer an seiner Doktorarbeit schreibt, darf die hierfür notwendigen Aufwendungen unbegrenzt als Werbungskosten absetzen. Die Bedingung: Es muss ein berufsbezogener Zusammenhang bestehen. Mit wenigen Ausnahmen ist dies jedoch der Regelfall, da die Promotion häufig an die Stelle gebunden ist, die ein Doktorand inne hat.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Doktorarbeit nicht sichtbar dem Beruf zugeordnet werden kann. Dies ist zum Beispiel bei Senioren-Studenten der Fall. Oft promovieren sie aus privatem Interesse. Die Kosten können dann nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Folgende Kosten können unter anderem abgesetzt werden:

  • Semesterbeiträge
  • Kosten für notwendige Reisen
  • Computer
  • Software
  • Druckkosten

Wer als Doktorand seine Haushaltskasse mit einem Nebenjob aufbessern möchte, muss vor Aufnahme seinen Arbeitgeber (die Universität) um Erlaubnis bitten. Dies gilt besonders für den öffentlichen Dienst.

Mit einem Minijob können Doktoranden bis zu 450 Euro zusätzlich steuerfrei verdienen. Wer mehr verdienen möchte, muss für den Nebenerwerb Steuern zahlen. Der Nebenjob wird in diesem Fall der Steuerklasse 6 zugeordnet.

Besondere Regelungen gelten, wenn der Nebenjob auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis ausgeübt wird. Hier greift die Steuerklasse des Haupterwerbs und nicht die Steuerklasse 6.

Zusammengefasst: Das Wichtigste für Doktoranden auf einen Blick

Die Steuerklasse von Doktoranden ist vom Familienstand abhängig. Für ledige Doktoranden ohne Kinder gilt ausschließlich die Steuerklasse 1.

Wer als Doktorand alleinerziehend ist und mit keiner weiteren volljährigen Person zusammenlebt, die als Erziehungsberechtigter fungieren kann, kommt in Steuerklasse 2. Verheiratete Doktoranden und solche in eingetragenen Lebenspartnerschaften können eine der Steuerklassenkombinationen 3/5, 4/4 oder 4/4 mit Faktor wählen.

Wer einen Nebenjob über der 450 Euro Grenze ausübt, wird mit diesem nach Steuerklasse 6 veranlagt.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Finanzen und für Verbraucherschutz: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.