Obwohl sich Doktoranden formell noch in der Ausbildung befinden, sind sie in den allermeisten Fällen bereits fest angestellt. Ihr Arbeitgeber ist dabei die Universität, an der die Promotion stattfinden soll.

Unabhängig davon, in welchem Umfang Doktoranden eine Stelle begleiten, müssen sie beim Überschreiten der Jahresverdienstgrenze von 8.820 Euro (Stand 2017) Steuern zahlen.

Sie werden dabei in die gleiche Steuerklasse eingeordnet, die auch für andere Arbeitnehmer maßgebend ist.

  • Diese Steuerklasse ist einzig und allein vom Familienstand und niemals von der Art und der Form des Arbeitsverhältnisses abhängig.

Die Steuerklasse für ledige Doktoranden

Für ledige Doktoranden ohne Kinder gilt ausschließlich die Steuerklasse 1.

Sollten sie bereits Kinder haben, alleinerziehend sein und regelmäßig Kindergeld beziehen, kommt die Steuerklasse 2 infrage. Diese zeichnet sich in erster Linie durch besondere finanzielle Vergünstigungen aus, die die alleinerziehenden Personen spürbar entlasten sollen.

Sollte ein Doktorand schon geschieden sein oder dauerhaft vom Partner getrennt leben, gilt wie auch bei alleinstehenden Personen die Steuerklasse 1. Auch verwitwete Doktoranden werden in diese Steuerklasse eingeordnet, solange der Partner zwei Jahre und länger tot ist. Eine Ausnahme bilden lediglich jene Personen, deren Partner im laufenden oder im vergangenen Jahr verstorben ist. Hier wäre die Steuerklasse 3 bindend.

Verheiratete Doktoranden: Welche Steuerklasse gilt?

Doktoranden

Im Gegensatz zu den ledigen Doktoranden können verheiratete Doktoranden selbst festlegen, in welche Steuerklasse sie eingeordnet werden möchten. Dies können sie jedoch nicht allein, sondern nur gemeinsam mit ihrem Partner tun.

Verdient der Partner in etwa gleich viel oder ist ebenfalls Doktorand, wäre die Steuerklassenkombination 4 und 4 sinnvoll.

Ganz anders verhält es sich, wenn einer der beiden Partner bereits sehr gut verdient und voll im Berufsleben steht. Hier bietet sich das Ehegattensplittung an, wobei der gut verdienende Ehepartner die Steuerklasse 3 und der Doktorand die Steuerklasse 5 wählen sollte.

  • Lukas ist Doktorand und geht neben seiner Promotionsstelle einem 450 Euro Job nach. Seine Frau Lilly war bis vor Kurzem ebenfalls Doktorandin und übte gleichzeitig einen Minijob aus. Aufgrund der gleich hohen Einkünfte ist das Ehepaar bisher in der Steuerklassenkombination 4/4 veranlagt.
    Da Lilly nun ihren Doktortitel erhalten hat und bald eine Vollzeitstelle antritt, ändert sich das Einkommensverhältnis des Paares. Lilly wird ihren Minijob zwar aufgeben, in ihrer Hauptbeschäftigung aber 3800 Euro monatlich verdienen.
    Für die Verheirateten bietet sich in diesem Fall ein Steuerklassenwechsel an. Die Kombination der Klassen 3 und 5 ist ratsam. Lilly würde die Steuerklasse 3 wählen, Lukas die Klasse 5.

Wie können Doktoranden die Steuerklasse wechseln ?

Generell gilt, wer als Ehepaar oder eingetragene Lebenspartnerschaft die Streuerklasse wechseln möchte, muss beim zuständigen Finanzamt einen Antrag stellen.

Ein Wechsel der Klasse ist einmal jährlich bis zum 30. November möglich.

PDF-Formular Steuerklassenwechsel

Die Steuerklassen für Doktoranden auf einen Blick

Familienstand/persönliche SituationSteuerklasse
Ledig ohne KindSteuerklasse 1
Ledig mit Kind und alleinigem Sorgerecht und ohne Partner im gleichen HaushaltSteuerklasse 2
Geschieden/getrennt lebendSteuerklasse 1
Verwitwet (der Partner ist zwei Jahre und länger tot)Steuerklasse 1
VerheiratetSteuerklassenkombination 3/5, 4/4 oder 4/4 mit Faktor
Ledig mit Nebenjob über 450 EuroSteuerklasse 1 und Steuerklasse 6 (bei selbständiger Tätigkeit im Nebenerwerb greift nicht die Steuerklasse 6)

Häufig gestellte Fragen

Wer an seiner Doktorarbeit schreibt, darf die hierfür notwendigen Aufwendungen unbegrenzt als Werbungskosten absetzen. Die Bedingung: Es muss ein berufsbezogener Zusammenhang bestehen. Mit wenigen Ausnahmen ist dies jedoch der Regelfall, da die Promotion häufig an die Stelle gebunden ist, die ein Doktorand inne hat.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Doktorarbeit nicht sichtbar dem Beruf zugeordnet werden kann. Dies ist zum Beispiel bei Senioren-Studenten so. Oft promovieren sie aus privatem Interesse. Die Kosten können dann nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Folgende Kosten können unter anderem abgesetzt werden:

  • Semesterbeiträge
  • Kosten für die notwendigen Reisen
  • Computer
  • Notwendige Software
  • Druckkosten

Wer als Doktorand seine Haushaltskasse mit einem Nebenjob aufbessern möchte, muss vor Aufnahme seinen Arbeitgeber (die Universität) um Erlaubnis bitten. Dies gilt ganz besonders für den öffentlichen Dienst.

Mit einem Minijob können Doktoranden bis zu 450 Euro zusätzlich steuerfrei verdienen. Wer mehr verdienen möchte, muss für den Nebenerwerb Steuern zahlen. Der Nebenjob wird in diesem Fall der Steuerklasse 6 zugeordnet.

  • Besondere Regelungen gelten, wenn der Nebenjob auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis ausgeübt wird. Hier greift die Steuerklasse des Haupterwerbs und nicht die Steuerklasse 6.

 

Zusammengefasst: Das Wichtigste für Doktoranden auf einen Blick

  • Die Steuerklasse von Doktoranden ist einzig und allein vom Familienstand abhängig.
  • Für ledige Doktoranden ohne Kinder gilt ausschließlich die Steuerklasse 1.
  • Wer als Doktorand alleinerziehend ist und mit keiner weiteren volljährigen Person zusammenlebt, die als Erziehungsberechtigter fungieren kann, kommt in Steuerklasse 2.
  • Verheiratete Doktoranden und solche in eingetragenen Lebenspartnerschaften können eine der Steuerklassenkombinationen 3/5, 4/4 oder 4/4 mit Faktor wählen.
  • Wer einen Nebenjob über der 450 Euro Grenze ausübt, wird mit diesem nach Steuerklasse 6 veranlagt.

Einzelnachweise


  1. Friedrich-Schiller-Universität Jena: Steuern
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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