Im Doppelbesteuerungsabkommen ist geregelt, wie und wo das Einkommen zu versteuern ist, wenn die Arbeit in einem ausländischen Staat ausgeübt wird. Damit es nicht zur Doppelbesteuerung kommt, hat Deutschland Abkommen mit mehr als einhundert Staaten abgeschlossen.


Doppelbesteuerungsabkommen in den Nachbarländern

Doppelbesteuerungsabkommen

Ist eine Person im Nachbarland steuerpflichtig, wird sie in Deutschland von der Steuer freigestellt. Wenn Steuern für die Grenzgänger-Tätigkeit in Deutschland bezahlt werden, muss das Einkommen im Nachbarland nicht noch einmal versteuert werden.

Das im Ausland versteuerte Einkommen wird allerdings in Deutschland in den Progressionsvorbehalt einbezogen. Das bedeutet, dass aus dem Einkommen als Grenzgänger und weiteren Einkommen in Deutschland ein Gesamteinkommen ermittelt wird. Aus diesem Gesamteinkommen folgt ein höherer Steuersatz, mit dem das Einkommen aus Deutschland versteuert werden muss.

  • Es gibt Ausnahmen für Frankreich, Österreich und die Schweiz. Dort gelten besondere Grenzgänger-Regelungen nach dem Doppelbesteuerungsabkommen. Arbeitnehmer in Frankreich oder Österreich müssen dort keine Steuern zahlen. Der Arbeitslohn muss jedoch in der deutschen Steuererklärung angegeben und normal versteuert werden. Beamte oder Angestellte des öffentlichen Dienstes versteuern ihr Einkommen in dem Land, in dem sie arbeiten. Für Grenzgänger in der Schweiz darf der Arbeitgeber eine Lohnsteuer von 4,5 Prozent erheben. Diese darf jedoch auf die Steuer in Deutschland angerechnet werden. Beamte oder Angestellte des öffentlichen Dienstes müssen ihr Einkommen komplett in Deutschland versteuern.

Methoden der Doppelbesteuerungsabkommen

Mit den Doppelbesteuerungsabkommen wird versucht, die steuerliche Doppel- und Mehrfachbelastung zu vermeiden. Hierbei können fünf unterschiedliche Methoden zur Anwendung kommen:

  • die Anrechnungsmethode
  • die Abzugsmethode
  • die Pauschalierungsmethode
  • die Freistellungsmethode
  • die Erlassmethode.

Welche Methode angewendet wird, richtet sich nach dem nationalen Steuerrecht oder nach dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen. In ihm wird geregelt, welchem Vertragsstaat die Besteuerungsrechte zustehen. Die Bunderepublik Deutschland wendet grundsätzlich das Welteinkommensprinzip bei der grenzüberschreitenden Besteuerung an.

Ist ein Arbeitnehmer beschränkt oder erweitert beschränkt in Deutschland steuerpflichtig und von der Doppelbesteuerung betroffen, kann er beim zuständigen Betriebsstätten-Finanzamt eine Freistellung vom Steuerabzug beantragen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass zu dem Ansässigkeitsstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht.


Einzelnachweise und Quellen

Kopf, Benjamin: Doppelbesteuerungsabkommen »
Herbst, Alexander: Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung von Lehrenden und Vortragenden in Österreich (11/2004) »
Conrad, Claus-Jürgen: Lohn- und Gehaltsabrechnung »
Schönfeld, Wolfgang / Plenker, Jürgen: Lexikon für das Lohnbüro 2018: Arbeitslohn, Lohnsteuer und Sozialversicherung von A-Z »


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