Die Begriffe Freiberufler, Freelancer oder freier Mitarbeiter werden im alltäglichen Sprachgebrauch oft synonym verwendet. Tatsächlich verbergen sich hinter den verschiedenen Bezeichungen kleine Unterschiede, die im Einkommensteuergesetz festgelegt sind.

Besonders in Bezug auf Steuerzahlungen müssen Freiberufler einiges beachten. Zum Beispiel:
Wie viel Netto bleibt vom Bruttogehalt eines Freiberuflers?
Und welche Steuerklasse ist für den Freiberufler sinnvoll?

Mit unserem Rechner können Selbstständige und Freiberufler ganz einfach und schnell herausfinden, wie viel Netto ihnen vom Brutto übrig bleibt.


Was sind Freiberufler?

Grundsätzlich handelt es sich bei Freelancern und freien Mitarbeitern um Personen, die selbstständig tätig sind und sich in keinem festen Beschäftigungsverhältnis befinden, also keinen (dauerhaften) Arbeitgeber haben. Der Begriff Freelancer ist lediglich die englische Übersetzung für "freier Mitarbeiter". Freiberufler können dagegen sowohl Arbeitnehmer als auch selbstständig sein.

Anders als der freie Mitarbeiter bzw. Freelancer kann ein Freiberufler einer bestimmten Berufsgruppe zugeordnet werden, die im Rahmen des Einkommensteuergesetz § 18 EStG festgelegt wird. Darunter fallen die sogenannten Katalogberufe, katalogähnliche- und Tätigkeitsberufe wie z.B.:

Verteilung der freien Berufe in Deutschland (Stand 2017)
Freie Heilberufe414.000
Freie rechts- wirtschafts- und steuerberatende Berufe379.000
Freie Kulturberufe328.000
Freie technische und naturwissenschaftliche Berufe261.000
Freie Berufe insgesamt 1,32 Millionen

Die Unterscheidung zwischen freier Mitarbeit und freien Berufen ist in Hinblick auf alle steuerlichen Belange wichtig. Denn nur ein freiberuflich Tätiger muss kein Gewerbe amelden und somit auch keine Gewerbesteuer zahlen.

Freiberufler

Manchmal ist es gar nicht so einfach anhand der Berufsbezeichnung zu erkennen, ob es sich um einen freien Mitarbeiter oder einen Freiberufler handelt. Deshalb sollte in jedem Einzelfall das Finanzamt oder der Steuerberater prüfen und entscheiden, ob der freiberufliche Status anerkannt wird.

  • Sowohl freiberuflich Selbständige als auch freie Mitarbeiter haben keinen Arbeitgeber, der für sie Pflichtabgaben direkt vom Entgelt an die staatlichen Träger abführt, dennoch haben sie Abgabepflichten.

Freiberufler und Steuern

Wie beim festangestellten Arbeitnehmer lässt sich für Selbstständige, also freiberuflich Tätige und freie Mitarbeiter ein Brutto und ein Netto berechnen. Dabei fallen andere Abgaben an als in einem abhängigen Arbeitsverhältnis.

Arbeitnehmer beneiden häufig Freiberufler und Freelancer, weil sie davon ausgehen, dass sich bei diesen Brutto und Netto fast entsprechen. Schließlich zahlen freiberuflich Selbstständige keine Lohnsteuer und meistens auch keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Dennoch sind die Honorare und Entgelte, die freiberuflich Tätige von ihren Auftraggebern erhalten, nicht abgabenfrei. Bei der Berechnung des Netto vom Brutto kann bei ihnen nicht so viel verallgemeinert werden, denn jeder frei Tätige hat etwas andere individuelle Voraussetzungen, die seine Abgabenlast bestimmen.

Auch der Freiberufler kann sich an einem Steuerrechner bedienen, um sein Netto vom Brutto zu ermitteln. Diese gratis Online Einkommensrechner sind so gestaltet, dass Selbständige ihre individuellen Voraussetzungen und Werte in Eingabemasken eintragen können.

  • Mit dem Brutto Netto Rechner lassen sich schnell die individuellen Abgaben und der monatlich zur Verfügung stehende Netto Betrag feststellen.

Steuerklasse für Freiberufler


Vorauszahlungen für Freiberufler

Je nach Einzelfall müssen Freiberufler pro Monat oder pro Quartal eine Vorauszahlung auf die Einkommens- und Umsatzsteuer entrichten. Die Höhe der Vorauszahlung orientiert sich an einer bestimmten Umsatz- oder Einkommensgrenze. Deshalb ist es wichtig, das Finanzamt regelmäßig über die genauen Einkünfte zu informieren, damit die Abgaben gegebenenfalls neu angepasst werden können. Der Betrag der Steuervorauszahlungen richtet sich nämlich zunächst nach der letzten Steuererklärug.

Manche freiberufliche Tätigkeiten unterliegen sogenannten Pflichtmitgliedschaften in Versorgungswerken. Sie begleichen deshalb zusätzlich monatliche Pflichtabgaben an jene rentenversicherungsrechtliche Versorgungswerke.

Schließlich zahlen die freiberuflich Tätigen auch in ihre meist private Krankenversicherung monatlich ein und möglicherweise auch noch für eine freiwillige Altersversorgung.

Die wichtigsten Fakten

  • Im steuerrechtlichen Sinn wird zwischen Freiberuflern und freien Mitarbeitern (Freelancern) unterschieden
  • Freiberufliche Tätigkeiten sind in § 18, Abs. 1 des Einkommensteuergesetz (EStG) festgelegt
  • Wer die im steuerrecht festgelegten Kriterien des Freiberuflers erfüllt, kann von steuerlichen Vergünstigungen profitieren
  • Freiberuflich Tätige müssen kein Gewerbe anmelden
  • Sowohl Freiberufler als auch freie Mitarbeiter haben Abgabepflichten

Freiberufler: Die häufigsten Fragen

Ob man ein Freiberufler werden kann, hängt ganz von den persönlichen und beruflichen Qualifikationen ab. Es muss eine wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeit ausgeübt werden, die nicht gewerbepflichtig ist und dem Allgemeinwohl der Gesellschaft dient. Die genauen Bedingungen, die ein Freiberufler erfüllen muss werden in § 18 EStG aufgeführt. In dem Gesetz werden zudem viele verschiedene Berufgruppen genannt, die zu einer freiberuflichen Tätigkeit zählen.

Solange die ausgeübte Tätigkeit einen Mehrwert für die Gesellschaft bietet und nicht die Absicht verfolgt, Gewinne zu erzielen, bleibt der freiberufliche Status erhalten. Sollte die Tätigkeit an erster Stelle einen gewerblichen Nutzen haben muss ein Gewerbe angemeldet werden, für das eine Gewerbesteuer entichtet werden muss.

Seit einigen Jahren ist es für Freiberufler und Selbstständige verpfichtend, die Steuererklärung elektronisch einzureichen. Freiberuflich Selbstständige haben aber die Möglichkeit stark davon zu profitieren, da sie beim Finanzamt diverse Ausgaben, die mit ihrer Tätigkeit zusammenhängen, geltend machen können.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz
  2. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Bericht der Bundesregierung zur Lage der Freien Berufe
  3. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Freie Berufe
  4. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Gewerberecht
  5. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gesetz über Partnerschaftsgesellschaften Angehöriger Freier Berufe

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