Der Spitzensteuersatz gibt einen festgelegten Prozentsatz vor, der von einem steuerpflichtigen Betrag als Steuer entrichtet werden muss. Neben anderen Steuersätzen, bildet der Spitzensteuersatz die obere prozentuale Grenze für Steuern, von der höhere Einkommen in Deutschland betroffen sind.

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Spitzensteuersatz Definition

Ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 57.919 Euro greift der Spitzensteuersatz. Dies bedeutet, dass jeder Euro, der über dieser Grenze liegt, zu 42% versteuert wird.

  • Der Spitzensteuersatz liegt aktuell bei 42%.

Für Ehepaare gilt der doppelte Wert. Die Grenze liegt hier entsprechend bei 115.838 Euro.

Das zu versteuernde Einkommen ist nicht dasselbe wie das Bruttoeinkommen und wird durch die Einkommensteuer errechnet.

Spitzensteuersatz

Da von dem Bruttoeinkommen beispielsweise noch Steuerfreibeträge abgezogen werden, verringert sich dadurch das zu versteuernde Einkommen. So kann es sein, dass das zu versteuernde Einkommen unter die Bemessungsgrenze des Spitzensteuersatzes rutscht.

  • Unter Berücksichtigung verschiedener Steuerfreibeträge verringert sich der Betrag Ihres Einkommens, das versteuert werden muss. Ermitteln Sie mit dem Rechner ganz schnell und einfach, ob Ihr Einkommen vom Spitzensteuersatz betroffen ist.
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Spitzensteuersatz Tabelle (Stand 2021)

GrenzsteuersätzeProzentsatzEinkommensgrenze
Eingangssteuersatzab 14% - 42%ab 9.744 Euro (zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person)
Spitzensteuersatz42%ab 57.919 Euro (zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person)
Reichensteuer45%ab 274.613 Euro (zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person)
Grenzsteuersatz

Die Steuersätze sind gestaffelt. Das bedeutet, dass ein Jahreseinkommen bis zu 57.919 Euro mit dem entsprechenden Eingangssteuersatz besteuert wird. Übersteigt der Betrag diese Grenze, unterliegt nur die Differenz dem Spitzensteuersatz. Genauso verhält es sich mit der Reichensteuer.

  • Ein Arbeitnehmer verdient 300.000 Euro pro Jahr. In dem Fall versteuert er 274.613 Euro Euro zu 42 Prozent. Lediglich sein Restverdienst muss zu 45 Prozent versteuert werden.
  • In 2014 wurden 2,3 Mio. Steuerzahler mit dem Spitzensteuersatz besteuert. Von allen Steuerpflichtigen in Deutschland sind das nur knapp über 6%. Diese 6% der Steuerpflichtigen, die den Einkommensteuerhöchstsatz zahlen, beziehen rund 28 % des zu versteuernden Einkommen.

Spitzensteuersatz und Reichensteuer

Übersteigt das jährlich zu versteuernde Einkommen einer Person 274.613 Euro, gilt der eigentliche höchste Spitzensteuersatz von 45%, die in Deutschland sogenannte Reichensteuer. Alles, was über diese Grenze hinaus geht, unterliegt diesem Steuersatz.

Für Ehepaare ist auch hier wieder der doppelte Betrag in Höhe von 549.226 Euro als Grenze vorgesehen.

  • Möchten Sie mehr über das Thema Reichensteuer in Deutschland erfahren? Dann folgen Sie dem Link.
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Spitzensteuersatz im EU Vergleich

Der Spitzensteuersatz in Deutschland ist im EU Vergleich nicht am höchsten, es werden aber deutlich mehr Steuern fällig im Vergleich zu den meisten anderen Ländern in der EU.

Spitzenreiter ist Dänemark. Hier werden 55,6% fällig. Und auch in Belgien und Portugal liegt der Spitzensteuersatz nur leicht unter dem Höchstwert in Dänemark mit 53,7% in Belgien und 53% in Portugal. Und sowohl die Niederlande als auch Spanien toppen den deutschen Steuersatz mit 52%.

Dänemark
55.6%
Belgien
53.7%
Portugal
53%
Niederlande
52%
Spanien
52%

Spitzensteuersatz: Häufig gestellte Fragen

Hier gibt es zwei mögliche Schrauben, an denen angesetzt werden kann.

Es ist möglich

  • den eigentlichen Steuersatz zu erhöhen
  • oder die Progression zu verändern.

Tatsächlich sind beide Lösungen in der Diskussion. Häufig wird vorgeschlagen, sowohl die Progression als auch den Steuersatz zu erhöhen.

Somit wird die Zahl der Personen, die den höchsten Einkommensteuertarif zahlen muss, sinken.

Das nordische Modell wird häufig auch als sogenanntes "schwedisches Modell" betitelt. Obwohl in den skandinavischen Ländern wie Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark nicht nur der Spitzensteuersatz, sondern auch die Steuern insgesamt sehr hoch angesetzt sind, floriert die Wirtschaft. Der Sozialstaat ist in seiner Gesamtheit optimal strukturiert und ausgebaut. Da der Staat die Einnahmen der höheren Steuern in die Bildung und Infrastruktur investiert, kann die Gesamtbevölkerung davon profitieren.

Ökonomen sehen in der Steuerpolitik eine Vorbildfunktion. Aus diesem Grund tauchen die Begriffe nordisches Modell bzw. schwedisches Modell immer wieder in der Diskussion um den Spitzensteuersatz in Deutschland auf.

Es ist möglich, mehr zu verdienen und dennoch nicht den Spitzensteuersatz zahlen zu müssen. Denn Abzugsmöglichkeiten werden berücksichtigt.

  • Eine Frau verdient 59.000 Euro brutto pro Jahr, hat aber ein Kind und entscheidet sich, den Kinderfreibetrag wahrzunehmen. In diesem Fall drückt sie der Steuerfreibetrag unter die Grenze für den höchsten Steuersatz.

Ja, denn die sogenannte Reichensteuer als eigentlich höchster Tarif im System der Einkommensteuer gilt nur für jeden Euro, den man tatsächlich mehr als die Grenze verdient.


Einzelnachweise

  1. Deutscher Bundestag: Aktueller Begriff - Spitzensteuersatz
  2. Universität Duisburg-Essen, Sozialpolitik aktuell: Grenz- und Durchschnittssteuersätze
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuertarif

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.