Das deutsche Steuersystem ist sehr komplex und verfügt über viele Sonderregelungen, die für die Berechnung des Einkommens ausschlaggebend sind. Ein Begriff, der in Verbindung mit dem Steuerrecht steht, ist der sogenannte Grenzsteuersatz.
Was ist der Grenzsteuersatz und wozu braucht man ihn?
Dieser Artikel beleuchtet das Thema auf einfache und verständliche Weise.

Lesen Sie weiter, wenn Sie erfahren möchten, was Sie bei Ihrer nächsten Gehaltserhöhung dringend beachten sollten.


Definition: Grenzsteuersatz

Grenzsteuersatz

Der Grenzsteuersatz ist ein wichtiger Bestandteil der Einkommensteuer. Grundsätzlich verändert sich mit steigendem Einkommen auch der Steuertarif, da er progressiv ist.

An dieser Stelle greift der Grenzsteuersatz. Er gibt sozusagen an, welcher Anteil eines zusätzlich zu versteuernden Verdienstes abgeführt werden muss. Der Grenzsteuersatz ist für jeden interessant, der mehr als den Grundfreibetrag in Höhe von 9.000 Euro jährlich verdient.

  • Der Grenzsteuersatz nimmt bei der deutschen Einkommensteuer mit steigendem Einkommen immer weiter zu und bleibt bei höheren Einkommen konstant hoch.

Bis zum Freibetrag fallen keine Steuern an, so beträgt auch der Grenzsteuersatz 0 % bis zu einem Einkommen von 9.000 Euro.
Der Wert der Grenzsteuer zeigt, wie hoch die Steuerbelastung für das nächsthöhere Einkommen ausfällt.

Einkommen und Grenzsteuersatz

Aus der folgenden Tabelle wird ersichtlich, wie hoch der Grenzsteuersatz für das jeweilige Einkommen ist. Die Übersicht kann bei der Berechnung der Steuerabgaben hilfreich sein.

  • Die Grenzsteuer gibt lediglich Auskunft über die Versteuerung des Hinzuverdienstes. D.h. nicht, dass auf das Einkommen von 55.000 € Steuern in Höhe von 42 Prozent berechnet werden. Eine detaillierte Beschreibung zur Berechnung der Grenzsteuer finden Sie hier.

EinkommenSteuersatz
0 - 9.000 Euro0 Prozent
9.000 Euro - 53.665 Euro14 bis auf 42 Prozent steigend
53.666 - 254.446 Euro42 Prozent
Ab 254.447 Euro45 Prozent

Grenzsteuer berechnen

Die Berechnung der Grenzsteuer ist eine der schwierigsten mathematischen Operationen im Steuerrecht. Der Grenzsteuersatz darf dabei nicht mit dem Durchschnittsteuer- oder Spitzensteuersatz verwechselt werden. Die Staffelung, die in der Tabelle angegeben ist (siehe hier), verdeutlicht, ab welchem Betrag, welcher Grenzsteuersatz angewendet werden muss.

  • Tatsächlich zahlt niemand den in der Tabelle am höchsten angegeben Grenzsteuersatz auf das komplette Einkommen.

Angenommen eine Person hat ein zu versteuerndes Einkommen von 300.731 Euro, so zahlt sie nur für die letzten 50.000 Euro den vollen Steuersatz von 45 Prozent. Für den Bereich von 52.882 bis zu 250.730 Euro werden nämlich 42 Prozent berechnet usw. Der Steuersatz steigt bei jedem weiteren verdienten Euro an. Daraus ergibt sich die Staffelung des Grenzsteuersatzes für die jeweiligen "Tarife". Das System wird für alle Level konsequent fortgeführt. Aus den verschiedenen Steuersätzen für die jeweiligen Bereiche des Einkommens ergibt sich schließlich der zu zahlende Durchschnittssteuersatz.

  • Eine Person verdient 45.000 Euro jährlich und zahlt hierfür 10.496 Euro Steuern.
    Wenn Sie theoretisch 3 Euro mehr erhielte, müsste sie davon einen Euro an den Fiskus zurückgeben.
    Würde sie jedoch nur zwei Euro mehr bekommen, müsste sie genau so hohe Steuern, wie vorher zahlen (10.496 Euro).

Das Beispiel verdeutlicht: Eine Gehaltserhöhung muss nicht unbedingt mehr Lohn bedeuten. Zwischen einer Einkommenssteigerung von zwei und drei Euro springt der Steuersatz im Beispiel also von null auf 33 Prozent.
So zeigt sich auch, welchen Sinn der Steuersatz hat: Es geht darum herauszufinden, ob sich Einkommenssteigerungen lohnen oder ob diese durch die Steuern zu sehr belastet werden.

Die wichtigsten Fakten zum Grenzsteuersatz

  • Der Grenzsteuersatz ist ein wichtiger Bereich des deutschen Einkommensteuerrechts.
  • Mit steigendem Einkommen erhöht sich der Steuertarif.
  • Der Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, der für die Steuerberechnung des hinzuverdienten Einkommens gilt.
  • Mit dem Grenzsteuersatz hat man ein Maß dafür, mit welchem Steuersatz mindestens zu rechnen ist.
  • Das Einkommen ist sozusagen in 4 Stufen gestaffelt.
  • Je nachdem wie hoch das Einkommen ist, fällt ab dem genannten Betrag der jeweilige Grenzsteuersatz an.

Häufig gestellte Fragen

Darunter versteht man einen Steuersatz, der für das Einkommen angibt, wie viele Steuern für zusätzlich verdientes Einkommen zu zahlen sind. Mit höherem Einkommen steigen die Steuerabgaben. Jeder Euro, der zusätzlich verdient wird, führt im deutschen Steuertarif zwischen dem Eingangssteuersatz (14 %) und dem Spitzensteuersatz (42 %) zu steigenden Steuerabgaben. Mithilfe des Grenzsteuersatzes kann berechnet werden, wie hoch die Abgaben insgesamt ausfallen.

Mit der unterschiedlichen Versteuerung von unterschiedlich hohen Einkommen soll das Steuersystem gerechter gestaltet werden.
Jeder Steuerbürger wird auf diese Weise nach Maßgabe seiner ökonomischen Leistungsfähigkeit bewertet. Das bedeutet, je höher die relative Leistungsfähigkeit, desto höher die Steuerlast.

Mithilfe unserer tabellarischen Übersicht, lässt sich einfach und schnell bestimmen, welcher Grenzsteuersatz ab welchem Einkommen gilt. Beachten Sie dabei die Staffelung. Das bedeutet: Ihr Einkommen ist bis zum Grundfreibetrag (9.000 €) steuerfrei. Danach berechnen Sie die Steuerlast für die nächste Stufe der Besteuerung ( 9.000 Euro - 53.665 Euro). Das bedeutet, ab einem Verdienst von 9001 € zahlen sie auf den 1 € eine Steuer in Höhe von 14 %. Sollten Sie mehr als 53.665 Euro im Jahr verdienen, müssen Sie weitere Abzüge in Höhe von 42 Höhe auf den Mehrverdienst berechnen usw.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Finanzen: Die gefühlte Steuerbelastung»
  2. Bundesministerium der Finanzen: FAQ zum Lohn- und Einkommensteuerrechner»
  3. Stiftung Jugend und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Finanzen (BMF): Finanzen und Steuern»

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