Die wichtigsten Fakten

  • Der Ausbildungsfreibetrag beträgt max. 924 Euro pro Steuerjahr.
  • Er ist für Eltern gedacht, die ihr Kind während einer Berufsausbildung finanziell unterstützen.
  • Eigene Einkünfte des Kindes haben keine Auswirkungen auf den Freibetrag.

Ausbildungsfreibetrag - Wer hat wann Anspruch?

Eltern können unter folgenden Bedingungen vom Ausbildungsfreibetrag profitieren:

  • das Kind muss mindestens 18 Jahre alt sein
  • es muss ein Anspruch auf Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag bestehen
  • das Kind befindet sich in einer Berufsausbildung

Darüber hinaus dürfen Eltern und Kind keine häusliche Gemeinschaft bilden. Das Einkommenssteuergesetz spricht hier von einer auswärtigen Unterbringung.

Wie wird der Ausbildungsfreibetrag beantragt?

Entscheidend für den Antrag bzw. die Inanspruchnahme ist die Anlage Kind.

Zur Anlage Kind

Hier werden unter anderem die Zeit der Berufsausbildung, das bezogene Kindergeld, die auswärtige Unterbringung usw. eingetragen. Über den Freibetrag können Eltern letztlich die eigene Steuerlast mindern. Allerdings ist anzuraten, sich an diesem Punkt mit den Voraussetzungen, unter denen der Abzug möglich ist, auseinanderzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Dieser Teil der Voraussetzungen ist aus Sicht einiger Eltern in sich nicht schlüssig. Hier kommt es letztlich darauf an, dass das Kind, für welches der Freibetrag in Anspruch genommen werden soll, eine gewisse Unabhängigkeit vom Haushalt der Eltern erreicht.

Dies kann zum Beispiel durch:

  • Internat
  • Wohnheim
  • WG
  • eigene Wohnung

realisiert werden. Denkbar wäre an dieser Stelle aber auch der Bezug einer Einlieger-/Eigentumswohnung, welche sich im elterlichen Besitz befindet. Wichtig ist die eigenständige Haushaltsführung des Kindes.

  • Bei getrennt lebenden Eltern ist an dieser Stelle darauf zu achten, dass sich die getrennte Haushaltsführung auf eine Unabhängigkeit beider Elternteile bezieht. Vorübergehende Besuche sind allgemein unschädlich.

 

In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass sich an einen Ausbildungsabschnitt der folgende Abschnitt nicht lückenlos anschließt.

  • Ein Kind beendet das Gymnasium mit dem Abitur und ist anschließend auf der Suche nach einer Berufsausbildung. An dieser Stelle besteht die berechtigte Befürchtung der Eltern, den Ausbildungsfreibetrag nicht in Anspruch nehmen zu dürfen.

Hier gilt allgemein die Regel, dass ein Zeitraum von vier Kalendermonaten unschädlich ist. Dieser Zeitraum ist an den Kindergeldbezug – eine der Voraussetzungen für den Freibetrag – gekoppelt.

In Ausnahmefällen können Kindergeld und Freibetrag auch länger gewährt werden.

Im Steuerrecht werden Eltern – zumindest augenscheinlich – einander gleichgestellt. In der Praxis gelten folgende Sachverhalte: Nach dem Einkommenssteuergesetz ist der Abzug des Freibetrags insgesamt nur einmal möglich.

Daher ergeben sich folgende Situationen. Bei einer Zusammenveranlagung der Eltern, was bei Eheschließung sowie einer Lebenspartnerschaft allgemein der Fall sein dürfte, wird der volle Beitrag abgezogen. Sofern die Eltern aber getrennt leben oder keine Lebenspartnerschaft besteht, hat jedes Elternteil Anspruch auf den hälftigen Freibetrag.

  • Der Freibetrag von 924 Euro gilt für das gesamte Steuerjahr. Sofern innerhalb eines Jahres die Bedingungen nicht erfüllt werden, kommt es zu einer anteiligen Minderung. Schließt das Kind im September die Ausbildung ab, werden 231 Euro (3/12) vom Freibetrag abgezogen.

 

Wie allgemein für den gesamten Themenbereich der Einkünftebesteuerung ist auch für den Ausbildungsfreibetrag das Einkommenssteuergesetz – kurz EStG – zuständig. Eltern, die hier nach dem passenden Paragrafen für den Freibetrag suchen, müssen allerdings sehr genau hinschauen. Der Ausbildungsfreibetrag „versteckt“ sich in § 33a Abs.2 EStG.

Das Problem: Die Bezeichnung  Ausbildungsfreibetrag sucht man an dieser Stelle vergeblich – was es Laien nicht unbedingt einfach macht. Wichtig ist zu wissen, in welcher Höhe und unter welchen Voraussetzungen man Anspruch auf den Freibetrag hat.

Grundsätzlich gilt, dass der Gesetzgeber über den Ausbildungsfreibetrag Eltern einen steuerlichen Vorteil zuerkennt, da der Freibetrag nach § 33a Abs.2 EStG eine Höhe von 924 Euro je Steuerjahr hat.

Denn Kinder kosten bekanntlich Geld. Folgt man Erhebungen, wie sie beispielsweise durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht werden, müssen Eltern – je nach Alter – im Jahr zwischen 6.000 Euro bis knapp 8.500 Euro für ihren Nachwuchs einplanen.

Bis Kinder volljährig sind und auch finanziell auf eigenen Beinen stehen, haben Eltern mehrere zehntausend Euro in ihren Nachwuchs „investiert“. Über Leistungen wie:

  • Kindergeld
  • Kinderfreibetrag
  • Betreuungskostenabzug usw.

greift der Staat Eltern unter die Arme. Der Ausbildungsfreibetrag ist hier in gewisser Weise ein Sonderfall, da er erst ab 18 greift.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz
  2. Statistisches Bundesamt: Kosumausgaben, Lebenshaltungskosten

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