Kapitalertragsteuer - wie genau das Geld besteuert wird

Aktualisiert am 14.09.2022 16:45 von Melanie Vahland

Die Kapitalertragsteuer bezeichnete bis zum 31.01.2008 die Steuer, welche auf sämtliche Einkünfte aus irgendeiner Art Kapital gezogen wurden. Dazu zählen zum Beispiel Zinsen von Sparbüchern, Girokonten, Tagesgeld etc. und Dividenden unter anderem aus Aktien. Inzwischen wird von der Abgeltungssteuer gesprochen.

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Kapitalertragssteuer berechnen

Der Begriff Kapitalertragssteuer wird so in seiner Form nicht mehr verwendet. Seit 2009 gibt es stattdessen die Abgeltungssteuer. Der alte Name wird jedoch wegen der treffenden Bezeichnung trotzdem immer noch im allgemeinen Sprachgebrauch benutzt und ist weiterhin geläufig.

Die Kapitalertragsteuer lässt sich schnell berechnen.

Für die Berechnung der Kapitalertragsteuer müssen Sie einen Verkaufspreis, Anschaffungspreis und die Anzahl der Wertpapiere wissen. Zudem ist wichtig, ob Sie Kirchensteuer zahlen und wie hoch bei Ihnen der Sparerpauschbetrag ist.
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Kapitalertragsteuer berechnen

Kapitalertragsteuer und Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer wurde in erster Linie eingeführt, um die Steuern leichter und übersichtlicher einziehen zu können. Vorher gab es für jede Art Kapital eine andere Besteuerung. Obwohl alles unter dem Oberbegriff Kapitalertragsteuer fiel, musste es an verschiedenen Stellen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Die Rechtslage vollständig zu überblicken, war deshalb schwierig.

KapitalertragsteuerAbgeltungssteuer
Zeitraum: Bis 31.12.2008Zeitraum: Seit 01.01.2009
Art des Steuereinzugs: Anrechnung auf die EinkommenssteuerArt des Steuereinzugs: Die Bank behält das Geld direkt ein und gibt es weiter.
Höhe der Besteuerung: Abhängig vom Kapital zwischen 10 und 35 Prozent, zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (und eventuell Kirchensteuer)Höhe der Besteuerung: 25 Prozent, zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf sämtliche Kapitalerträge (und eventuell Kirchensteuer)
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Kapitalertragsteuer Freibetrag

Es gibt einen Kapitalertragsteuer Freibetrag. Bei Singles wird auf Kapitaleinkünfte 801 Euro pro Jahr gewährt, bei Verheirateten steigt dieser Freibetrag auf das Doppelte von 1.602 Euro an.

Diesen Betrag lässt die Bank dem Steuerzahler in den meisten Fällen nicht von selbst auf dem Konto. Es muss entweder ein Antrag gestellt oder am Ende des Jahres in der Einkommenssteuererklärung zurückgefordert werden.

Menschen mit einem Einkommen unter dem Grundfreibetrag (zum Beispiel Kinder) sind generell nicht abgeltungssteuerpflichtig.

Freistellungsaufträge müssen vom Steuerzahler selbst beantragt werden. Das Ausfüllen des Formulars lohnt sicher aber in jedem Fall, denn so muss er auf Kapitalerträge in der Höhe des Sparerpauschbetrags (aktuell 801 Euro) keine Steuern zahlen.

Wenn zum Beispiel Aktien mit Verlust verkauft werden, kann dieser Verlust mit den Kapitalerträgen verrechnet werden.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 44 Entrichtung der Kapitalertragsteuer »

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