Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist bei Steuerpflichtigen nicht beliebt. Schließlich bedient sich der Fiskus hier direkt und sofort an der Quelle der zufließenden Einkünfte, ohne dass es einer vorherigen Erklärung, Veranlagung und Festsetzung bedarf.

Häufig versteht man unter dem Begriff in erster Linie die Steuer, die auf bestimmte Kapitalerträge erhoben wird. Viele setzen den Begriff Abgeltungssteuer mit dieser Form der Kapitalertragssteuer gleich.

Ihrer Rechtsnatur nach ist etwa auch die Lohnsteuer als abgeltende Quellensteuer eine Abgeltungssteuer.

Die Kapitalertragssteuer als Abgeltungssteuer

Die Kapitalertragsteuer gehört zum Bereich Einkommensteuer und ist eine Gemeinschafssteuer. Bei den Einkünften aus Kapitalvermögen der natürlichen Personen hat man sie als abgeltende Quellensteuer gestaltet.

Als Abgeltungssteuer wird sie somit technisch an der Quelle - beim Entstehen des entsprechenden Kapitalertrages erfasst - und unverzüglich an den Fiskus abgeführt. Verpflichtet zur Abführung sind die inländischen Kreditinstitute.

Für den privaten Anleger ist die Steuer somit regelmäßig abgegolten. Normalerweise finden die der Steuer zugrundeliegenden Erträge so auch keinen Eingang mehr in seine Steuererklärung.

In Ausnahmefällen werden die entsprechenden Kapitalerträge später in der Steuererklärung erklärt. Unter Umständen kann dies für den Steuerpflichtigen vorteilhaft sein, wenn ihm durch den Sparer-Pauschbetrag Erstattungen zustehen, weil er seinem Kreditinstitut keinen Freistellungsauftrag erteilt hatte.

Auch niedrig besteuerte Einkommen bis 25 % Steuersatz profitieren von der sogenannten Günstiger-Prüfung durch das Finanzamt, die verhindert, das geringe Einkommen unverhältnismäßig hoch besteuert werden.

Seit 2015 sind inländische Kreditinstitute auch zum Einbehalt und zur Abführung der auf Kursgewinne entfallenden Kirchensteuer (KiSt) verpflichtet.

Höhe der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge

Grundsätzlich beträgt die Steuer auf Kapitalerträge 25 %. Da auch die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag involviert sind, ergibt sich teilweise eine abweichende Bemessungsgrundlage.

Kirchensteuer ist teilweise Abzugsbetrag bei der Kapitalertragssteuer, was sich in einer komplizierten Berechnungsformel niederschlägt. Im Ergebnis wird dem Steuerpflichtigen die Summe aus den folgenden Positionen abgegolten:

Abgeltungssteuer Kapitalerträgeohne KiSt8 % KiSt9 % KiSt
Kapitalertragssteuer25,00 %24,51 %24,45 %
Soli1,375 %1,348 %1,345 %
KiSt0 %1,961 %2,2 %

Im Ergebnis beträgt die Bemessungsgrundlage für:

  • den Steuerpflichtigen ohne KiSt: 26,375 Prozent
  • den Steuerpflichtigen mit 8 % KiSt: 27,819 Prozent
  • den Steuerpflichtigen mit 9 % KiSt: 27,995 Prozent

Freibeträge und Freistellungsauftrag

Der Sparer-Pauschbetrag stellt einen gewissen Betrag von der Abgeltungssteuer frei. Alleinstehende haben 801 Euro Kapitalertrag im Jahr frei, Eheleute 1.602 Euro.

Den Kreditinstituten kann in dieser Höhe ein sogenannter Freistellungsauftrag erteilt werden. Sie ziehen bis zu diesen Beträgen keine Abgeltungssteuer ein.

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