Lohnsteuer bei kurzfristigen Beschäftigung

Aktualisiert am 13.06.2022 09:20 von Dr. Kathrin Borgs

Wer eine kurzfristige Beschäftigung ausübt, gehört wahrscheinlich zu der Gruppe Gelgenheitsarbeiter oder Aushilfskräfte. Auch in einer kurzfristigen Beschäftigung kann man so viel Geld verdienen, dass Steuern anfallen. Wie werden diese Steuern für eine kurzfristige Beschäftigung berechnet und was muss der Arbeitnehmer dabei beachten?

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Was ist eine kurzfristige Beschäftigung?

Unbefristete Arbeitsverhältnisse sind in den letzten Jahren seltener geworden. Beschäftigungen von Arbeitnehmern finden häufiger in Form von geringfügigen Jobs oder kurzfristigen Beschäftigungen statt.

Während geringfügige Beschäftigungen aus Sicht eines Arbeitgebers durch niedrige Sozialabgaben verlockend erscheinen, gelten für die kurzfristigen Beschäftigungen Besonderheiten. Eine betrifft die Lohnsteuer.

Anders als im Rahmen der geringfügigen Arbeitsverhältnisse, die hinsichtlich der Gehaltshöhe engen Rahmenbedingungen unterliegen, ist eine kurzfristige Beschäftigung flexibler.

Von einer kurzfristigen Beschäftigung wird gesprochen, wenn drei Monate oder 50 Arbeitstage Beschäftigungszeit je Kalenderjahr nicht überschritten werden.

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Steuern bei kurzfristiger Beschäftigung

Im Rahmen des Abzugs der Lohnsteuer bei einer kurzfristigen Beschäftigung können Arbeitgeber zu zwei unterschiedlichen Durchführungswegen greifen – der Bemessung der Steuer nach individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder dem Pauschalabzug.

Letzterer liegt bei 25 Prozent, ist aber an gewisse Rahmenbedingungen gebunden.

So darf:

  • eine nur gelegentliche (keine regelmäßig wiederkehrende) Beschäftigung
  • nur eine maximale Arbeitszeit von 18 Arbeitstagen (zusammenhängend)
  • nur ein Arbeitstaglohn von 62 Euro (Durchschnitt Stundenlohn maximal 12 Euro)

vorliegen. Sofern die kurzfristige Beschäftigung eine der genannten Rahmenbedingungen nicht mehr erfüllt, entfällt die Möglichkeit, Lohnsteuer nach der Pauschale abzuziehen. In diesem Fall ist die einzige Option der Abzug nach Merkmalen der Lohnsteuerkarte.

Kurzfristige Beschäftigung: ein Beispiel

Ein Unternehmen beschäftigt einen Arbeitnehmer vom 13. Mai 2022 bis zum 08. Juni 2022 für täglich fünf Stunden zum Mindestlohn. Aufgrund der Tatsache, dass durch einen Feiertag die 18-Tageregel eingehalten wird und alle anderen Parameter stimmen, ist der Pauschalabzug der Lohnsteuer möglich. Nicht so bei Vollbeschäftigung, hier werden nämlich 68 Euro je Arbeitstag verdient.

Kurzfristige Beschäftigung und Steuern: Wichtige Fakten

  • Eine kurzfristige Beschäftigung ist steuerpflichtig
  • Kurzfristige Beschäftigungen unterliegen bestimmten Bedingungen
  • Pauschale Besteuerung mit 25% ist möglich
  • Keine Sozialabgaben für eine kurzfristige Beschäftigung
  • Geringe Abgaben als Umlage müssen entrichtet werden
  • Es empfiehlt sich eine Steuererklärung bei einer kurzfristigen Beschäftigung

Kurzfristige Beschäftigung: Häufige Fragen

Wie zahlt man die Steuern bei einer kurzfristigen Beschäftigung?

Für den Einzug der Lohnsteuer aus kurzfristigen Arbeitsverhältnissen ist das Finanzamt der Betriebsstätte zuständig. Diese gilt für beide Varianten. Zu beachten ist, dass der pauschalierte Abzug die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag nicht enthält, diese sind zusätzlich zu erheben.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: Einkommensteuergesetz - Pauschalierung der Lohnsteuer für Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte
  2. Bundesministerium der Justiz: Mindestlohngesetz - Anhebung der Freibeträge zur Lohnsteuer

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