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Gehaltsrechner: Wissen, wie viel man verdient

Gehaltsrechner

Ein neuer Job oder die Gehaltserhöhung – Momente, in denen man mit mehr Geld auf dem Konto rechnen kann. Allerdings sollte man nicht zu viel erwarten, denn das durch die Gehaltserhöhung zusätzlich ausgezahlte Geld landet nicht in voller Höhe auf dem eigenen Bankkonto.

Das Problem: Obwohl der Lohn auf dem Papier steigt, kommt am Ende nicht zwangsläufig ein signifikant höheres Einkommen unterm Strich raus. Schuld sind Sozialabgaben, die prozentual mit dem Gehalt steigen.

Damit zählt für den Alltag nicht so sehr das Bruttogehalt, es kommt auf das Nettoeinkommen an. Wie können Beschäftigte ohne Bleistift und Taschenrechner ihr Nettogehalt ermitteln?

Das Nettoeinkommen vor der ersten Gehaltszahlung ermitteln

Der Gehaltsrechner bietet allen Arbeitnehmern die Möglichkeit, vor der Zusage beim neuen Arbeitgeber das Nettogehalt zu ermitteln. Der Vorteil: Für das Ergebnis braucht der Rechner nur wenige Angaben.

Dazu gehören unter anderem:

Aus den eingetragenen Angaben bestimmt der Gehaltsrechner das Nettoeinkommen. Warum sind die einzelnen Angaben für das Gehalt so wichtig?

Der Unterschied zwischen Brutto und Netto

In Deutschland wird das arbeitsvertraglich vereinbarte Gehalt vom Arbeitgeber nicht zu 100 Prozent an den Beschäftigten ausgezahlt. Der Grund: Die Lohnsteuer wird als Quellensteuer direkt vom Lohn abgeführt. Hinzu kommen verschiedene Sozialabgaben, die der Arbeitgeber vor der Überweisung an die entsprechenden Träger abführt.

Das Bruttogehalt ist damit keine Größe, die einen Vergleich zwischen verschieden Jobangeboten ermöglicht oder Aussagen hinsichtlich des Potenzials einer Gehaltserhöhung zulässt. Wichtiger ist die Kenntnis des Nettoeinkommens.

  • Arbeitnehmer, die nicht der Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung unterliegen, erhalten vom Arbeitgeber einen Zuschuss zum PKV-Beitrag. Dieser spielt in der Berechnung des Einkommens über den Gehaltsrechner eine wichtige Rolle.

Der Gehaltsrechner: Die Steuerklasse optimieren

Das Nettoeinkommen lässt sich nur verändern, wenn das Bruttogehalt steigt. Diese Aussage ist in der Praxis nur bedingt richtig. Da Sozialabgaben wie für:

anhand eines prozentualen Werts vom Gehalt bemessen werden, steigen diese Abzüge mit. Erhält ein Beschäftigter höhere Gehaltszahlungen, steigen zwangsläufig auch die Abzüge durch die Sozialversicherung.

Erhöhungen des Nettolohns lassen sich beispielsweise durch Nachtarbeit realisieren. Erhält ein Arbeitnehmer hierfür einen Zuschlag, bleibt dieser steuerfrei. In vielen Berufen ist Nachtarbeit allerdings nicht üblich. Verheiratete Arbeitnehmer können zumindest die Lohnsteuer noch auf andere Weise senken – durch den Wechsel ihrer Lohnsteuerklasse.

Ehepartner können sich für die Kombination IV/IV oder III/V entscheiden. Gerade in Familien mit größeren Unterschieden zwischen den beiden Einkommen kann letztgenannte Variante zu in der Summe geringeren Belastungen durch die vom Gehalt einbehaltene Lohnsteuer führen.

Lohnt sich der Lohnsteuerklassenwechsel? Hier finden Sie ein Beispiel:

BruttoeinkommenSteuerklasseLohnsteuerabzug
2.750 Euro IV 416,83 Euro
2.750 Euro III 165,16 Euro
1.250 EuroIV 41,75 Euro
1.250 EuroV169,91 Euro

Durch den Griff zum Gehaltsrechner haben Familien die Chance, die beste Kombination für sich herauszufinden – ohne komplizierte Berechnungen anstellen zu müssen. Es reicht, im Gehaltsrechner einfach die Steuerklasse zu ändern – und schon lässt sich einschätzen, welche Steuerklassen-Kombination den größten finanziellen Vorteil mit sich bringt.

  • Sofern die Einkommen innerhalb einer Familie kaum Unterschiede aufweisen, bringt der Wechsel in der Steuerklasse wenig Vorteile.

Häufig gestellte Fragen zum Gehaltsrechner

Mit dem Gehaltsrechner lässt sich mit wenig Aufwand nicht nur das reine Nettovermögen ermitteln. Vielmehr wird jedem Beschäftigten sofort klar, in welcher Höhe Sozialabgaben abzuführen sind.

Im Prinzip ließe sich daraus bereits im Januar bestimmen, sofern keine Gehaltserhöhung zu Veränderungen führt, in welcher Höhe steuerrelevante Vorsorgeleistungen vom Arbeitslohn einbehalten werden.

Parallel bietet der Gehaltsrechner Gelegenheit, verschiedene Szenarien durchzurechnen, um beispielsweise als Familie mit zwei Einkommen die günstigsten Lohnsteuerklassen zu ermitteln. Des Weiteren lässt sich mit dem Gehaltsrechner prüfen, was bei einem Stellenangebot unterm Strich vom Gehalt übrig bleibt.

In Deutschland unterliegen einige der Abzüge vom Gehalt bundesrechtlichen Vorgaben - etwa die Lohnsteuer. Auf der anderen Seite wirken sich länderspezifische Regelungen auf die Abzüge aus. Dies betrifft vor allem den Beitrag zur Pflegeversicherung. Sachsen hat sich in der Vergangenheit für die Beibehaltung des Buß- und Bettags entschieden. Arbeitnehmer werden im Gegenzug mit einem höheren Anteil in der Pflegeversicherung belastet.

Darüber hinaus variiert die Höhe der Kirchensteuer in Deutschland. Bei einem Beschäftigten in Bayern und Baden-Württemberg erfolgt ein Abzug in Höhe von acht Prozent. Im Rest des Bundesgebiets erfolgt ein Steuerabzug vom Arbeitslohn in Höhe von neun Prozent.

In Deutschland greift für die gesetzlich Versicherten ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Aufgrund gesetzlicher Regelungen kann die Krankenkasse einen individuellen Zusatzbeitrag erheben.

Der Gehaltsrechner ist standardmäßig auf einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent eingestellt. Ist die Zusatzprämie höher oder niedriger, muss dieser angepasst werden. Darüber hinaus kann unter gewissen Umständen ein ermäßigter Beitragssatz greifen - etwa im Zusammenhang mit freiwilliger Mitgliedschaft in der GKV.

In den Zweigen der Sozialversicherung wird zur Beitragsbemessung das erzielte Gehalt berücksichtigt. Allerdings erfolgt dies nur bis zum Erreichen der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze (BBG).

Diese wird jedes Jahr seitens der Bundesregierung angepasst. In Jahren mit einer Anhebung wird bei gleichbleibendem Einkommen ein höherer Lohnanteil zur Bestimmung der Sozialabgaben herangezogen. Daher spielt das Kalenderjahr in der Bestimmung der Anteile von Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung eine Rolle.

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