Der sogenannte Minijob - eigentlich: geringfügige Beschäftigung - ist seit einiger Zeit weit verbreitet. Muss man Abgaben als Minijobber zahlen? Und wie sieht es mit der Rentenversicherungspflicht aus? Das lässt sich mit einem Brutto Netto Minijob Rechner schnell berechnen.

Minijob: Brutto Netto Rechner

Das Nettogehalt bei einem Minijob lässt sich schnell und einfach berechnen. Für den Minijob Brutto Netto Rechner benötigt man nicht viele Informationen. Es sind nur zwei Eingaben erforderlich: Der Entgeltbetrag und die Angabe zur Rentenversicherungspflicht.

  • Auch beim Minijob gelten Brutto und Netto. Jetzt schnell berechnen, was bei einem Minijob netto vom Bruttogehalt übrig bleibt.
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Brutto Netto bei Minijobs

Grundlagen des Minijobs

Der Minijob beschreibt ein Arbeitsverhältnis, das auf geringfügiger Basis ausgeführt wird. Das bedeutet, der Arbeitnehmer erhält ein geringes Einkommen, das nicht mehr als 450€ im Monat ausmachen darf. Nur wenn sein monatliches Arbeitsentgelt regelmäßig unter 450€ liegt, bleibt es steuerfrei.

  • Bei einer geringfügigen Beschäftigung entspricht das Nettoeinkommen in der Regel dem Bruttogehalt.

Es kommt bei Minijobs nicht darauf an, wie viele Arbeitsstunden wöchentlich ein Arbeitnehmer ableistet oder wie häufig er im Monat eingesetzt wird. Das heißt, dass bei einem 450€ Job flexible Arbeitszeitregelungen möglich sind.

Brutto Netto Minijob

In Ausnahmefällen darf der geringfügig Beschäftigte sogar mehr als 450€ verdienen, ohne dass vom Bruttolohn Abgaben einbehalten werden, vorausgesetzt das Jahresgehalt übersteigt nicht die Verdienstgrenze von 5.400€.

Es ist wichtig, dass dabei ein mindestens zwölf Monate andauerndes Beschäftigungsverhältnis besteht. Im Minijob erhaltene Jahressonderzahlungen, wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld, werden in der jährlichen steuerfreien Entgeldgrenze von 5.400€ berücksichtigt.

Rentenversicherungspflicht beim Minijob

Seit dem 1. Januar 2013 gilt für Minijobber eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das bedeutet, dass vom Gehalt der geringfügigen Beschäftigung ein kleiner Beitrag in die Rentenversicherungskasse fließt. Damit erhält der Arbeitnehmer den vollen Schutz einer gesetzlichen Rentenversicherung.

Auf Antrag kann sich der Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Wird dieser Antrag wirksam, bleibt er beitragsfrei. Sein Nettoverdienst entspricht somit seinem Bruttogehalt. Der Arbeitgeber muss für seinen Arbeitnehmer immer einen Pauschalbetrag an die Rentenversicherung zahlen. Dies entspricht 15% des Entgelts, egal, ob der Arbeitnehmer eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt hat oder nicht.

Bleibt der Minijobber rentenversicherungspflichtig, hat er selbst 3,9 % seines Entgelts zur Rentenversicherung beizutragen. In letzterem Fall unterscheiden sich Brutto- und Nettogehalt.

Übersicht zu Abgaben bei Minijobs

ArbeitgeberArbeitnehmer
13 % bei Gesetzlicher Krankenversicherung
0% bei privater Krankenversicherung
0
15 % Rentenversicherung3,9 % bei Rentenversicherungspflicht
0,7 % Aufwendungsausgleich
Entgeltfortzahlung
0 %
0,14 % Aufwendungsausgleich
Schwangerschaft
0 %
0,15 % Insolvenzgeldumlage0 %

Besondere Fälle beim Minijob

Beim Minijob kann zwischen einer gewerblichen und einer privaten Tätigkeit unterschieden werden. Letztere beschreibt das Arbeiten in einem privaten Haushalt, also eine haushaltsnahe Tätigkeit als Renigungskraft, Haushaltshilfe, Gärtner oder Betreuer von Kindern oder Pflegebedürftigen. Für geringfügig Beschäftigte im privaten Haushalt gelten verringerte Abzugsbeträge. Arbeitgeber im Privathaushalt zahlen Abgaben in Höhe von maximal 14,8 Prozent des Verdienstes. Darunter beträgt der Anteil der Rentenversicherung 13,7 Prozent.

Minijob: Wichtigste Fakten

  • Der Minijobber darf bis zu 450€ im Monat verdienen
  • Es kommt nicht auf die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Einsätze an
  • Bei einer geringfügigen Beschäftigung ist man nicht automatische krankenversichert
Nebenjob Minijob

Häufigste Fragen zum Minijob

Solange die Einkünfte des Minijobs nicht 450€ im Monat bzw. 5400€ im Jahr übersteigen, bleibt die geringfügige Beschäftigung sozialversicherungsfrei.

Die Krankenversicherungspflicht gilt in Deutschland für alle Personen. Der Minijobber muss sich deshalb entweder freiwillig gesetzlich oder freiwillig privat krankenversichern. Oder er wird, sofern möglich, durch Familienangehörige beitragsfrei mitversichert. Obwohl Ihr Arbeitgeber in der Regel pauchale Beiträge in die Krankenkasse zahlt, sind Sie nicht automatisch krankenversichert. Es handelt sich dabei um allgemeine Gesundheitsfonds, in die der Arbeitgeber einzahlen muss.

Grundsätzlich können mehrere Minijobs parallel ausgeübt werden. Dabei gilt aber einiges zu beachten! Betragen die Einkünfte von zwei oder mehr geringfügigen Beschäftigungen nie mehr als 450€ im Monat bleibt der Verdienst selbstverständlich steuerfrei.
Überschreiten die Einkünfte der Minijobs in Ihrer Summe die 450€-Grenze, werden alle Beschäftigungen als steuer- und sozialverischerungspflichtig eingestuft. Alle beteiligten Arbeitgeber müssen dann den normalen Arbeitgeberanteil an die Sozialversicherung abführen und alle Beschäftigungen werden der Krankenkasse gemeldet.


Einzelnachweise

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Geringfügige Beschäftigung und geringfügige selbständige Tätigkeit
  2. Minijob Zentrale: Flexible Arbeitszeitregelungen bei 450-Euro-Minijobs
  3. Minijob Zentrale: Rentenversicherungspflicht für gewerbliche Minijobs
  4. Bundesministerium für Arbeit und Soziales 450-Euro-Mini-Jobs / Geringfügige Beschäftigung
  5. Bundesagentur für Arbeit: Beschäftigung - Die aktuellen Entwicklungen in Kürze

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