Mehr Brutto auf dem Konto am Jahresende? Jahressonderzahlungen sind zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers zum Gehalt. Dazu zählen beispielsweise Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Außerdem wird in Tarifverträgen - nach beispielsweise TVöD geregelt - am Ende des Jahres eine Sonderzahlung ausbezahlt. Steuern auf die Jahressonderzahlungen werden anders berechnet als bei einem normalen Bruttogehalt.


Was sind Jahressonderzahlungen?

Zu den Jahressonderzahlungen an Arbeitnehmer gehören vor allem Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Der Arbeitgeber ist allerdings nicht dazu verpflichtet, Jahressonderzahlungen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld zu leisten.

Zumeist berechnet der Arbeitgeber ein etwas geringeres Jahresgehalt, wenn Sonderleistungen gezahlt werden. Zu den Jahressonderzahlungen gehören Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Beim Weihnachtsgeld taucht dann häufig der Begriff 13. Gehalt auf.

Brutto-Netto-Rechner Jahressonderzahlungen

Jahressonderzahlung nach TVöD 2018

Es gibt eine tarifliche Regelung nach der Sonderzahlungen geleistet werden. Es gilt hier ein Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, in dem eine Einmalzahlung für Ende des Jahres vorgesehen ist. Die Sonderzahlung besteht aus einem bestimmten Prozentsatz des Durchschnittsgehalts von Juli bis September.

EntgeltgruppenTVöD (VKA) 2018TVöD Bund 2018
Tarifgebiet West Entgeltgruppen 1-879,51%90%
Tarifgebiet West Entgeltgruppen 9a-1270,28%80%
Tarifgebiet West Entgeltgruppen 13-1551,78%60%
Tarifgebiet Ost Entgeltgruppen 1-859,63%81%
Tarifgebiet Ost Entgeltgruppen 9a-1252,71%72%
Tarifgebiet Ost Entgeltgruppen 13-1538,84%54%

Versteuerung von Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld

Ist das Urlaubsgeld steuerfrei? Bei einer Jahressonderzahlung muss mit einem anderen Steuersatz gerechnet werden, sodass sich das Bruttogehalt für diesen Monat erhöht. Je nach Lohnsteuerklasse muss mit anderen Abzügen im Monat der Einmalzahlung gerechnet werden. Die auf die Jahressonderzahlung erhobenen Abgaben erscheinen hoch und es bleibt oft weniger Netto vom Brutto als erwartet. Tatsächlich wird die Steuer auf die Einmalzahlung in abweichender Weise von der üblichen monatlichen Berechnung auf das reguläre Gehalt ermittelt.

Bei den sonstigen Bezügen, wie die Sonderzahlungen in der Lohnabrechnung heißen, wird die Lohnsteuer in verschiedenen Schritten berechnet. Die sonstigen Bezüge werden dabei im Verhältnis höher besteuert, weil die Jahrestabelle anstelle der Monatssteuertabelle eine Rolle spielt. Dies führt zu weniger Netto vom Brutto.

Jahressonderzahlung: Versteuerung von Weihnachtsgeld Beispiel

Ein Arbeitnehmer erhält ein reguläres Gehalt von 3.000 Euro bei Steuerklasse 1 und ein Weihnachtsgeld von zusätzlich 3.000 Euro, das im Dezember mit ausgezahlt wird.

Versteuerung für Weihnachtsgeld als Beispiel:

Besteuerung WeihnachtsgeldBeträge in Euro
Lohnsteuer auf 3.000 Euro
nach Lohnsteuermonatstabelle
431,16
I. Voraussichtlicher Jahreslohn
nach Jahrestabelle 12 x 3.000 Euro
36.000 Euro im Jahr
37.Steuer nach Jahrestabelle 5.174
II. Voraussichtlicher Jahreslohn +
sonstiger Bezug nach Jahrestabelle 12 x 3.000 Euro +
3.000 Euro Weihnachtsgeld
39.000 Euro im Jahr / Steuer 5.605
Differenz II - I =
Steuer auf den sonstigen Bezug
5.605 - 5.174 = 431
Steuerbetrag für den Monat Dezember
auf 6.000 Brutto (3.000 Gehalt + 3.000 sonstiger Bezug)
431 Euro + 862 Euro =
Doppelte Lohnsteuer für Weihnachtsgeld
Es verbleibt weniger Netto als vermutet,
da der sonstige Bezug gut doppelt so hoch
besteuert wird wie das normale Gehalt.
Jahressonderzahlungen

Jahressonderzahlung: Die wichtigsten Fakten

  • Jahressonderzahlungen sind freiwillige Leistungen des Arbeitgebers
  • Zu den Jahressonderzahlungen gehören Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • Von einer Jahressonderzahlung bleibt häufig weniger Netto vom Brutto als gedacht

Jahressonderzahlungen: Die häufigsten Fragen

Sonderzahlungen werden auch deshalb Jahressonderzahlungen genannt, weil sie einmal jährlich ausbezahlt werden. Die Begriffe Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sind umgangssprachlich entstanden. Wer am Ende des Jahres eine Sonderzahlung vom Arbeitgeber erhält, kann diese gut für Mehrausgaben zu Weihnachten nutzen. Wer Mitte des Jahres eine Sonderzahlung erhält, kann diese gut für die große Urlaubszeit im Sommer nutzen.

Insgesamt wird auf den Monat, in dem die Sonderzahlung erfolgt, ein höherer Steuersatz fällig, weswegen von der gleichen Summe brutto weniger netto bleibt. Das bedeutet, dass das zusätzliche Monatsgehalt höher besteuert wird.

Prinzipiell sind Jahressonderzahlungen eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers. Es gibt allerdings im Öffentlichen Dienst einen Tarifvertrag, in dem Sonderzahlungen gesetzlich geregelt sind. Wer also als Beamter arbeitet, kann sich informieren, inwieweit ihm jährlich eine zusätzliche Zahlung zusteht.

Einzelnachweise und Quellen


Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz
Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein: Gesetz über die Gewährung jährlicher Sonderzahlungen
Bundesministerium des Innern: Tarifvertrag Öffentlicher Dienst


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