kirchensteuer

Bislang war das Prinzip, wie die Kirchensteuer bei Gewinnen aus Kapitalanlagen abgeführt wurde, sehr bürokratisch.

Seit 2015 hat sich dies geändert: Die Abgabe wird automatisch mit der Abgeltungssteuer abgeführt. Wer dies nicht möchte, muss tätig werden.

Hierzu benötigt man einen Freistellungsauftrag und muss sich damit an das zuständige Finanzamt wenden.

Kirchensteuer & Freistellungsauftrag: So funktioniert das Verfahren

Künftig wird die Kirchensteuer aufgrund der folgenden Schritte erhoben:

  • Jährlich fragt die Deutsche Finanzagentur, die für die Erhebung der Abgeltungssteuer zuständig ist, beim Bundeszentralamt für Steuern ab, ob eine Person kirchensteuerpflichtig ist oder nicht
  • Beim Bundeszentralamt für Steuern muss das entsprechende 'Merkmal' hinterlegt sein
  • Anhand dieser Information wird die Kirchensteuer mit der Abgeltungssteuer abgeführt oder nicht
  • Zum ersten Mal fragte die Finanzagentur diese Informationen im Herbst 2014 ab

Die automatische Abführung der Kirchensteuer unterbinden

Jetzt wird es leider etwas kompliziert: Das zuständige Bundesamt erhält seine Informationen von den Finanzämtern. Man muss deshalb zu der zuständigen Stelle gehen und einen Antrag auf Nicht-Veranlagung stellen.

Das Finanzamt übermittelt diesen an das Bundesamt. Hier wird das entsprechende Merkmal zu einem Nullwert geändert. Dieser sagt nur aus, dass man nicht der Pflicht unterliegt, Steuern an eine Religionsgemeinschaft abzuführen.

Das Problem dabei: Wirksam wird diese Änderung erst dann, wenn die Finanzagentur diese Informationen das nächste Mal abfragt. Im Extremfall kann das ein Jahr dauern.

Wie kann man die Abführung der Steuer sofort stoppen?

An dieser Stelle kommt der Freistellungsauftrag ins Spiel. Er stoppt die Erhebung der Abgeltungssteuer - und damit auch der Kirchensteuer. Es kann Sinn machen, dies aber noch gesondert schriftlich festzuhalten. Auf den amtlichen Vordrucken für den Freistellungsauftrag fehlt die entsprechende Information nämlich beispielsweise.

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.

Das könnte Sie auch interessieren