Sobald zum regulären Einkommen, Zusatzleistungen vom Staat bezogen werden, kann es sein, dass sich diese auf die Steuerlast auswirken. Zuschüsse sind immer steuerfrei. Doch unter dem Progressionsvorbehalt können sie die steuerlichen Abgaben erhöhen. Mit dem Progressionsvorbehalt Rechner können Sie Ihre Steuerlast einfach und schnell ermitteln. Hier erfahren Sie, wie das geht.


Der Progressionsvorbehalt

Der Begriff Progressionsvorbehalt kommt aus dem Steuerrecht und beschreibt die Tatsache, dass bestimmte Einkommen zwar nicht besteuert werden, dennoch die Steuerlast erhöhen. Diese Einkommen sind, kurz gesagt, sämtliche Leistungen, die ein Arbeitnehmer oder ein selbstständig Tätiger vom Staat oder öffentlichen Körperschaften erhält.

Progressionsvorbehalt Rechner
Zusatzleistungen, die unter den Progressionsvorbehalt fallen:
  • Arbeitslosengeld
  • Krankengeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Erziehungsgeld
  • Elterngeld
  • Streikgeld

Werden diese Leistungen zusätzlich zum regulären Einkommen bezogen, kann das Auswirkungen auf die persönliche Steuerlast haben.

  • Immer dann, wenn ein steuerpflichtiger deutscher Bürger eine dieser Geldzahlungen erhält, ist er verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

In dieser Einkommensteuererklärung muss er alle seine Einkünfte darlegen, unabhängig davon, aus welcher Quelle sie kommen. Der Progressionsvorbehalt Rechner nimmt Steuerzahlern die teilweise komplizierte Berechnung unter Berücksichtigung der Faktoren ab. So ist es etwa der Normalfall, dass ein Arbeitnehmer Arbeitslohn erhält, der versteuert wird. Zusätzlich kann er jedoch auch während eines Teils des Jahres arbeitslos gewesen sein, also Arbeitslosengeld erhalten haben. Oder er war krank, hat gestreikt, sie war im Mutterschaftsurlaub, Elterngeld wurde gezahlt.

  • Auf den erarbeiteten Anteil des Einkommens werden die Einkommenssteuern festgelegt. Die Lohnersatzleistungen werden jedoch nicht direkt besteuert, dennoch in die Einkommensteuererklärung eingetragen. Sie bewirken, dass der Steuersatz, der auf das übrige Einkommen zu leisten ist, progressiv erhöht wird. Daher der Name: Progressionsvorbehalt.

Der zu zahlende Steuersatz der Einkommenssteuer erhöht sich nämlich nicht linear, wenn das Einkommen erhöht wird. Der Steuersatz erhöht sich progressiv. Das bedeutet, je höher das Einkommen ist, desto höher ist auch der Steuersatz.

Die Funktionsweise eines Progressionsvorbehalt Rechners

Mit Hilfe eines Progressionsvorbehalt Rechners kann die Höhe der zu erwarteten steuerlichen Abgaben einfach ermittelt werden. Die Errechnung des Progressionsvorbehalts ist nicht ganz einfach, denn verschiedene Faktoren müssen berücksichtigt werden, um ein genaues Ergebnis zu erhalten. Dank des Progressionsvorbehalt Rechners ist die Berechnung des Progressionsvorbehalts für jeden Steuerzahler einfach möglich.

Essentiell ist es, die genauen Zahlen bereitzuhalten, denn,  um den Progressionsvorbehalt Rechner effektiv zu nutzen, müssen korrekte Werte eingegeben werden.

Wie benutzt man den Progressionsvorbehalt Rechner?
1.SchrittZuerst gilt es, in den Progressionsvorbehalt Rechner das zu versteuernde Einkommen einzugeben. Hier ist das Nettoeinkommen gemeint. Zur Errechnung des Nettoeinkommens nimmt man das Bruttoeinkommen. Hiervon werden, grob gesagt,  Sonderausgaben, Werbungskosten, Altersvorsorgebeiträge und Sozialkosten abgezogen. Auch außergewöhnliche Aufwendungen und Vorsorgeaufwendungen werden zum Abzug gebracht.
2.SchrittIn die nächste Zeile des Progressionsvorbehalt Rechners wird das dem Progressionsvorbehalt unterliegende Einkommen eingetragen. Sind mehrere solcher Einkommen vorhanden, werden diese zu einer Summe addiert.
3.SchrittAnschließend wird ausgewählt, ob der Steuerpflichtige dem Grundtarif oder den Splittingtarif unterliegt. Mit anderen Worten, ob er verheiratet ist oder nicht. Verheiratete haben als Vergünstigung das Ehegattensplitting.
4.SchrittIm Folgenden wird beim Progressionsvorbehalt Rechner das Jahr der Veranlagung gewählt. Denn aufgrund der sich jährlich ändernden Steuergesetze kommt jedes Jahr eine andere Zahl als Ergebnis des Progressionsvorbehalt Rechners heraus.

Im Ergebnis der Berechnung gibt der Progressionsvorbehalt Rechner neben der zu erwartenden Einkommenssteuer auch den Progressionssteuersatz aus sowie die prozentuale Belastung der Einkommensteile, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

Der Rechner kann nur bei korrekten Angaben aussagekräftige Ergebnisse liefern. Hat man jedoch bereits Schwierigkeiten das anzusetzende Nettoeinkommen aufgrund vielfältiger Abzüge anzugeben, empfiehlt es sich in jedem Fall einen Fachmann aufzusuchen.

  • Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass solche Progressionsvorbehalt Rechner im Internet nur einen ungefähren Überblick über die zu erwartende steuerliche Belastung geben können. Sie ersetzen keinesfalls den Steuerberater.

Die wichtigsten Fakten zum Progressionsvorbehalt Rechner

  • Als Progressionsvorbehalt bezeichnet man einen steuerlichen Sachverhalt, der bei staatlicher Unterstützung greift.
  • Zusatzleistungen sind zwar selbst steuerfrei, wirken sich aber steuer erhöhend aus.
  • Wenn neben dem normalen Lohn, Arbeitslosengeld, Elterngeld etc. bezogen wird, können höhere Steuern anfallen.
  • Mit Hilfe des Progressionsvorbehalt Rechners kann die genaue Steuerlast ermittelt werden.
  • Dazu wird der Nettolohn und die Summe der staatlichen Zuschüsse angegeben.
  • Das Ergebnis liefert neben der zu erwartenden Einkommenssteuer auch den Progressionssteuersatz.

Häufig gestellte Fragen

Hat man in einem Jahr über mehrere Monate Krankengeld bezogen, wirkt sich dies auf die Höhe einer Steuerrückerstattung auf. Denn Krankengeld fällt unter die Lohnersatzleistungen und wird steuerfrei ausgezahlt.

Bei der Besteuerung des restlichen Einkommens wird es bei der Einkommenssteuererklärung addiert, um den korrekten Steuersatz zu erhalten, sprich den Progressionsvorbehalt. Der daraus resultierende höhere Steuerersatz muss nun auf das restliche Einkommen angewandt werden. Aus diesem Grund wird sich auch die zu erwartende Steuerrückzahlung reduzieren.

Im Prinzip sind Sozialleistungen wie das Elterngeld nicht steuerpflichtig. Im Klartext heißt dies, dass keine Steuern abgeführt werden müssen, wenn Sie im zurückliegenden Jahr nur Elterngeld bezogen haben.

Anders jedoch, wenn andere Einkünfte hinzukommen. In den meisten Fällen wird ein Ehepartner weitere Einkünfte bezogen haben. In diesem Fall wird zumeist eine nachträgliche Steuerzahlung fällig.

Der Grund hierfür ist der Progressionsvorbehalt. Denn bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens wird das Einkommen der Eheleute addiert. Hier muss auch das Elterngeld erfasst werden.

In einem zweiten Schritt wird aus der Steuertabelle der Prozentsatz ermittelt, der für das ermittelte Gesamteinkommen greift. Anhand dieses Prozentsatzes wird nunmehr das zu versteuernde Einkommen ermittelt.

Aufgrund der Tatsache, dass das Elterngeld zum Gesamteinkommen addiert wird, ist es meistens der Fall, dass das zu versteuernde Einkommen sich in einen höheren Steuersatz verschiebt und damit höher besteuert wird.

Tatsache ist, dass das Elterngeld abgabenfrei ist. Doch Tatsache ist auch, dass das Elterngeld dem Progressionsvorbehalt unterliegt. War eine Mutter, bevor sie in Mutterschutz gegangen ist voll erwerbstätig, dann wird sich der Bezug von Elterngeld kaum auf die Steuer auswirken.

Anders hingegen, wenn sie keiner Vollzeitbeschäftigung nachgegangen ist. Das Elterngeld wird bei der Steuer dann dem Ehemann bei einer gemeinsamen Veranlagung hinzugerechnet. Im Anschluss wird anhand der Steuertabelle der sich aus dem Gesamteinkommen ergebende Steuerprozentsatz ermittelt. In der Folge können in der Tat teilweise hohe Nachzahlungen fällig werden.

Wirklich umgangen können Nachzahlungen bei Elterngeld also nicht. Wichtig wäre es allerdings darauf zu achten, dass nach der Geburt kein Wechsel der Steuerklasse von 4/4 auf 3/5 erfolgt. Die 3/5 Steuerklassenkombination provoziert Nachzahlungen bei Elterngeld geradezu und sollte daher vermieden werden.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG)
    § 32b Progressionsvorbehalt
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