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Viele Verbraucher unterscheiden im Alltag nur zwischen Unternehmern und Beschäftigten. Dabei gibt es in der Praxis die Möglichkeit, sein eigener Chef zu sein – ohne gleich ein Unternehmen gründen zu müssen. Die Rede ist vom Freiberufler.

Neben verschiedenen Vorteilen, die das Leben als Freiberufler mitbringt, sind hier einige Sonderregelungen zu beachten. Eine betrifft die Krankenversicherung.

Warum hat dieses Thema für Freie Berufe besondere Bedeutung?

Freiberufler – was ist das überhaupt?

Die sogenannten Freien Berufe sind in der Vergangenheit als besonderes Kennzeichnungsmerkmal für die Ausübung selbständiger Tätigkeiten entstanden, die nicht in den Bereich geltender Gewerbeordnungen fallen und beispielsweise:

  • wissenschaftliche
  • künstlerische und schriftstellerische
  • unterrichtende sowie
  • erzieherische

Tätigkeiten umfassen. Damit sind beispielsweise freischaffende Journalisten, Designer, Lehrer, Musiker oder Historiker und Bauingenieure zu den Freien Berufen zu zählen – sofern sie in keinem Angestelltenverhältnis stehen.

Allerdings sind die Übergänge zwischen Freiberuflern und Gewerbetreibenden schnell fließend.

Präzise als Freiberufler werden Rechtsanwälte, Steuerberater oder Ärzte erfasst. Hinsichtlich der Krankenversicherung gilt der Personenkreis selbständig Tätiger nach § 5 Abs. 5 SGB V als versicherungsfrei im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung.

Freiberufler können sich also privat absichern – oder werden zum freiwilligen Mitglied der GKV.

  • Künstler und Publizisten – also klassische Vertreter der Freien Berufe – fallen oft unter das Künstlersozialversicherungsgesetzes und sind somit Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung.

Freie Berufe: GKV vs. PKV

Personen, die in den Geltungsbereich der Künstlersozialversicherung fallen, werden zu gesetzlich Versicherten. Der Vorteil: Als freiberuflich Tätiger sind in diesem Fall lediglich die halben Beitragssätze – in Analogie zum Arbeitnehmer – zu tragen. Der Nachteil liegt auf der Hand. Viele Angehörige der freien Berufe bevorzugen aufgrund größerer Gestaltungsspielräume den Eintritt in eine private Krankenversicherung.

Wer nicht in den Geltungsbereich des Künstlersozialversicherungsgesetzes fällt, sollte sich aber nicht per se für den privaten Zweig der Krankenversicherung entscheiden. In einigen Situationen ist die GKV durchaus eine überlegenswerte Option. Beispiel: Ein Freiberufler sorgt für das Haupthaushaltseinkommen.

Durch den Wechsel in die PKV würde die Möglichkeit der Familienversicherung für den Ehepartner und die Kinder wegfallen – für die plötzlich je ein separater Tarif abzuschließen ist. Die Wahl zwischen PKV und gesetzlicher Krankenversicherung muss deshalb auch beim Freiberufler immer eine Einzelfallentscheidung sein.

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