Steuerrechtlich gesehen ist der Gewinn die Summe Geldes, die nach Abzug aller Ausgaben, die als betriebsrelevant eingestuft wurden, übrig ist. Dabei wird zwischen verschiedenen Einkunftsarten unterschieden. Es gibt die Einkünfte und sonstige Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Verpachtung und Vermietung, nichtselbständiger und selbständiger Arbeit, Kapitalvermögen und aus einem Gewerbebetrieb.


Gewinnermittlung als Kleinunternehmer

Umsatzsteuer Gewinnermittlung

Existenzgründer können mit der Kleinunternehmerregelung eine Sonderregelegung in Anspruch zu nehmen.

Durch die Kleinunternehmerregelung entfällt die Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung. Es muss keine Umsatzsteuer an das Finanzamt gemeldet und abgeführt werden. Liegt der voraussichtliche Umsatz im Jahr der Existenzgründung unter 17.500 EUR oder für das Folgejahr unter 50.000 EUR, kann die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden. Für diese Kleinunternehmer ist die Abgabe einer formlosen Gewinnermittlung vollkommen ausreichend.

Gewinnermittlung als steuerpflichtiges Unternehmen

Entscheidet sich ein Existenzgründer nicht für die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung und ist auch keine Umsatz-Befreiung möglich, so ist der Existenzgründer verpflichtet, monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt abzugeben. Hierbei wird die Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt, die Vorsteuer jedoch vorher gegengerechnet. Ein positives Überschuss-Ergebnis ist an das Finanzamt zu zahlen, ein negatives Ergebnis wird vom Finanzamt erstattet.

Soll- und Ist-Versteuerung bei der Gewinnermittlung

Umsatzsteuer minus Vorsteuer gleich Zahllast bzw. Vorsteuerüberhang. Dies ist das allgemeine Rechenschema, welches jedoch auf zwei verschiedene Arten berechnet werden kann.

umsatzsteuerliche Soll-Versteuerungumsatzsteuerliche Ist-Versteuerung
Versteuerung nach vereinbarten EntgeltenVersteuerung nach vereinnahmten Entgelten
Umsatzsteuer muss dem Finanzamt in demjenigen Zeitraum gemeldet werden, in dem die Steuer durch die Rechnungsstellung "vereinbart" wurde (Mai)Umsatzsteuer muss dem Finanzamt erst für den Monat gemeldet werden, in dem die Rechnung bezahlt wurde (Juni)
Gesamtumsatz kann höher als 125.000 Euro im vergangenen Kalenderjahr liegenGesamtumsatz im vergangenen Kalenderjahr darf nicht höher als 125.000 Euro liegen

Gewinnermittlung durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Das deutsche Steuerrecht kennt verschiedene Gewinnermittlungsarten. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist die einfachste Gewinnermittlungsmethode.

Sie rentiert sich für:

  • Kleingewerbetreibende
  • die freien Berufe.

Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung gilt das sogenannte Zu- und Abflussprinzip, bei dem nur Einnahmen und Ausgaben zu berücksichtigen sind, die im entsprechenden Wirtschaftsjahr auch tatsächlich zu- oder abgeflossen sind. Erfolgt die Gewinnermittlung anhand einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung, ist der Einkommensteuererklärung eine Anlage EÜR beizufügen.

Gewinnermittlung durch einen Jahresabschluss

Ein Jahresabschluss stellt die finanzielle Lage und den Erfolg eines Unternehmens in Form einer Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung dar. Bei Unternehmen, die der handelsrechtlichen oder steuerrechtlichen Pflicht zur Buchführung unterliegen, muss der Gewinn mittels Jahresabschlusses berechnet werden.

  • Im Gegensatz zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung werden im Jahresabschluss nicht die Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, sondern Erträge und Aufwendungen. Erträge erhöhen schon den Gewinn, wenn sie dem Kunden in Rechnung gestellt sind, unabhängig davon, ob er diese schon gezahlt hat oder noch zahlen wird. Ähnliches gilt für Aufwendungen. Ein Jahresabschluss setzt eine doppelte Buchführung voraus.

Einzelnachweise und Quellen

Thomsen, Iris: Basiswissen Gewinnermittlung für die Ertragssteuer »
Girlich, Gerhard / Bombita, Ralf J. / Obermeier, Hans Peter / Köstler, Bernhard: Gewinnermittlung für Selbständige »
Ratasiewicz, Daniela: Schnelleinstieg Finanzbuchhaltung - inkl. Arbeitshilfen online »
Riepolt, Johannes / Greulich, Stephan: Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG »
Schneeloch, Dieter / Meyering, Stephan / Patek, Guido: Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 2: Steuerliche Gewinnermittlung »


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