Ein Tarifvertrag wird zwischen der Gewerkschaft und einem Arbeitgeber geschlossen. Der Vertrag beinhaltet u.a. Regelungen zu Urlaub, Arbeitszeiten und den zu zahlenden Arbeitslöhnen.

Der Tarifvertrag ist ein allgemein verbindlicher, rechtlich abgesicherter und einklagbarer Vertrag, der Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer an die durch ihn festgelegten Bedingungen bindet. Dies gilt auch, wenn sie den vertragschließenden Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden nicht angehören.


Die Arten vom Tarifvertrag

Es gibt drei verschiedene Tarifvertragsarten:

  • Mantel- oder Rahmentarifvertrag
  • Lohn- beziehungsweise Gehaltstarifvertrag
  • Lohn- beziehungsweise Gehaltsrahmentarifvertrag.
TarifvertragsartLaufzeitRegelungen
Mantel- oder Rahmentarifvertragmehrjährige LaufzeitArbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Arbeitszeit, Urlaubszeit, Pausen, Urlaubgeld, Mehrarbeit, Kündigung
Lohn- und Gehaltstarifvertragin der Regel ein JahrHöhe der Entlohnung, Zuschläge für den Arbeitnehmer
Lohn- und Gehaltsrahmentarifvertraglange Laufzeit (über Jahre und Jahrzehnte)Bereiche der Entlohnung, die länger unverändert bleiben, wie zum Beispiel die Tarifgruppen-Bezeichnung oder die Grundsätze der Arbeitsbewertung

Die Funktionen vom Tarifvertrag

Tarifvertrag

Es gibt mehrere Funktionen eines Tarifvertrags im Tarifvertragsrecht. Dazu gehören die Schutzfunktion, die Friedensfunktion, die Ordnungs- und Verteilungsfunktion. Die Schutzfunktion legt fest, dass es unabdingbare Mindestarbeitsbedingungen gibt, von denen nicht zu Lasten des
Arbeitnehmers abgewichen werden darf.

Bei der Friedensfunktion wird zwischen der absoluten und relativen Friedenspflicht unterschieden. Die absolute Friedenspflicht bedeutet keinerlei Arbeitskämpfe. Die relative Friedenspflicht beinhaltet keine Arbeitskämpfe zumindest wegen des tariflich geregelten Inhalts. Die Ordnungsfunktion gewährt die Richtigkeit der Arbeitsverträge. Durch die Verteilerfunktion enthält ein Tarifvertrag Lohnregelungen, wie zum Beispiel die Höhe des Lohns, das Verhältnis der Löhne untereinander und die Vergütungsgruppen.

Vorteile vom Tarifvertrag

Die Tarifverträge regeln die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Vereinbarungen des Tarifvertrages sind für beide Parteien verbindlich. Die Vorteile des Tarifvertrages für den Beschäftigten sind die Sicherung wichtiger Rechte, die Absicherung und die relative Unabhängigkeit gegenüber dem Arbeitgeber. Die Arbeitsbedingungen des Arbeitnehmers im Beruf basieren auf den Vertragsbestimmungen und nicht auf den Unternehmensbestimmungen. Der Tarifvertrag gewährleistet dem Arbeitnehmer auch den zugesagten Branchenlohn.

  • Im Gegensatz zu dem einzelnen Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers, ist der Tarifvertrag für eine festgelegte Dauer gültig und darf in dieser Zeit auch nicht verändert werden.

Auch die Arbeitgeberseite kann die Vorteile durch den Abschluss eines Tarifvertrages genießen. Der Tarifvertrag vereinfacht den Abschluss von Arbeitsverträgen. Es müssen nun nicht alle Einzelheiten gesondert beschlossen werden.

Die festgelegte Regelung eines Vertrages erspart den Arbeitgebern immer wiederkehrende Verhandlungen mit neuen Mitarbeitern über Lohn, Zuschläge und Urlaubsansprüche. Der daraus entstehende Arbeits- und Zeitaufwand entfällt.

Außerdem werden Ungerechtigkeiten unter der ganzen Belegschaft vermieden. Diese Gleichstellung unter den Arbeitnehmern äußert sich in einem friedlichen Arbeitsklima eines Unternehmens und schafft die Grundlage für Gerechtigkeit und Chancengleichheit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.


Einzelnachweise und Quellen

Rudischhauser, Sabine: Geregelte Verhältnisse: Eine Geschichte des Tarifvertragsrechts in Deutschland und Frankreich »
Michalski, Lutz: Arbeitsrecht »
Grundmann, Wolfgang / Schüttel, Klaus: Wirtschafts- und Sozialkunde Teil 2: Fälle und offene Aufgaben mit Lösungen »
Diepholz, Piet / Von Horn, Jan Eckhard: Arbeitsrecht für Steuerberater »


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