Der Generationenvertrag wurde von niemandem unterschrieben. Er existiert in dem Sinne auch nicht, denn der Begriff beschreibt lediglich das Umlageverteilungsprinzip, durch welches die Renten gesichert und ausgezahlt werden sollen. Dabei werden die Rentenzahlungen der älteren Generation durch die Rentenbeiträge der jüngeren Generation finanziert.


Wie funktioniert der Generationenvertrag?

Seitdem die deutsche Rentenversicherung besteht, basiert diese auf dem Generationenvertrag. Dieser funktioniert durch drei Generationen:

Erste Generation:Die Rentner sind diejenigen, die die Rente durch die gesetzliche Rentenversicherung erhalten.
Zweite Generation:Die Erwerbstätigen zahlen regelmäßig einen Rentenbeitrag in die Rentenversicherung ein. Durch diese Beiträge können die Renten an die Rentner gezahlt werden.
Dritte Generation:Die Kinder sowie die Ungeborenen werden die späteren Erwerbstätigen und die späteren Zahler der Rentenbeiträge. Dementsprechend werden die Kinder die Renten von Morgen finanzieren.

Somit werden die Rentenbeiträge, die regelmäßig von den Erwerbstätigen gezahlt werden, umgelegt, und zwar in die monatlichen Renten. Dieses Verfahren wird auch Umlageverfahren genannt.

Entwicklung des Generationenvertrags

In Deutschland wurde im Jahr 1957 ein Rentenversicherungssystem, welches auf dem Generationenvertrag beruht und welches umlagefinanziert ist, eingeführt. Dieses System basiert auf dem Familienprinzip, das während der Vorindustrialisierung ausgeübt wurde. Nach diesem Prinzip hat jede Generation innerhalb einer Familie eine bestimmte Aufgabe bzw. Verpflichtung, die mit dem Alter wechselt.

  • Der Generationsvertrag basiert auf dem Gedanken, dass zunächst die Eltern die Aufgabe haben, die Kinder zu erziehen und zu versorgen. Später hingegen wechseln die Rollen, sodass die Kinder sich um ihre Eltern kümmern.

Dieses Familienprinzip funktioniert heutzutage nicht mehr. Denn damals gab es viele Großfamilien, in denen die einzelnen Aufgaben auf mehrere Menschen verteilt werden konnten. Stattdessen existieren seit dem Beginn der Industrialisierung innerhalb Deutschlands überwiegend kleine Familien. Aus diesem Grund können die Familien nicht mehr garantiert nach dem beschriebenen Familienprinzip versorgt werden.

So wurde schließlich ein Rentenversicherungssystem, welches auf dem Generationenvertrag basiert, etabliert.

Schwierigkeiten beim Generationenvertrag

Der Generationenvertrag kann nur funktionieren, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Beispielsweise muss die Anzahl an Beitragszahlern hoch genug sein, um alle Rentenauszahlungen zu finanzieren.

Weitere Faktoren, die eine Belastung für den Generationenvertrag und somit für das umlagefinanzierte Rentenversicherungssystem darstellen, sind:

  • Demografische Veränderungen
  • Eine dauerhaft hohe Anzahl an Arbeitslosen
  • Zeiten, die wirtschaftlich schwer sind

Das Umlageverfahren kann zumindest theoretisch funktionieren, nämlich sofern es mehr Beitragszahler als Bezieher von Renten gibt.

  • Derzeit gibt es immer mehr Rentenbezieher. Im Gegenzug verringert sich die Zahl an Beitragszahlern. Darüber hinaus war es den Rentenkassen nicht möglich, langfristig Rücklagen zu bilden. All diese Faktoren belasten das deutsche Rentensystem.

Die häufigsten Fragen zum Generationenvertrag

Beim Generationenvertrag handelt es sich nicht um einen echten Vertrag. Der Begriff wird dazu genutzt, um das Umlageverteilungsprinzip zu beschreiben, bei dem die Renten der älteren Generation durch die Beitragszahlungen der jüngeren Generation gedeckt werden.

Im Jahr 1957 wurde diese Regelung in Deutschland eingeführt.

Es gibt mehrere Faktoren, die das Umlageverteilungsprinzip erschweren. Der demografische Wandel ist einer der wichtigsten Einflussvariablen, da es aktuell mehr ältere Menschen gibt, als jüngere. Dazu kommt die Zahl der Arbeitslosen und auch wirtschaftlich instabile Zeiten können dazu führen, dass das Rentensystem beeinträchtigt wird.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Deutsche Rentenversicherung Bund Geschäftsbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation: Generationenvertrag »
  2. Zimmer, Marco: Die Deutsche Rentenversicherung »
  3. Schmidt, Marian: Das Umlageverfahren in Deutschland – doch kein Auslaufmodell? »

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