Welche Leistung erbringt die Hinterbliebenenrente?

Aktualisiert am 09.05.2022 11:29 von Martina Laura Emter

Die Hinterbliebenenrente ist eine Form der Rentenversicherung. Sie tritt in Kraft, wenn die versicherte Person stirbt und die mitversicherte Person noch lebt.

Rechtlich ist es nur dem Ehepartner möglich, mitversichert zu sein.

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Welche Bestimmungen gelten für die Hinterbliebenenrente?

Grundsätzlich betrug die Hinterbliebenenrente bis 2002 60 Prozent der Rente der verstorbenen Person.

Das Erwerbseinkommen oder etwaige andere Ersatzleistungen des Hinterbliebenen werden mit der Rente verrechnet. Nicht angerechnet werden betriebliche Renten, Zusatzversorgungen aus dem öffentlichen Dienst, Kriegs- oder Unfallopferrenten, Kapitalerträge und Lebensversicherungen, Sozialleistungen und Erträge aus Verpachtungen und Vermietungen. Eingetragene Lebenspartnerschaften werden ebenso anerkannt wie schwule oder lesbische Hinterbliebene - sie können seit 2005 auch eine solche Rente erhalten.

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Hinterbliebenenrente: Altes und neues Recht

Bei der Hinterbliebenenrente wird zwischen dem alten und dem neuen Recht unterschieden.

Das alte Recht gilt:

  1. beim Tod des Ehepartners vor dem 1. Januar 2002,
  2. beim Tod des Ehepartners nach dem 31. Dezember 2001,
  3. aber bei einer Hochzeit, die vor dem Jahr 2002 stattfand und wenn
  4. einer der Partner vor dem 02. Januar 1962 geboren ist.

Das neue Recht tritt hingegen dann in Kraft, wenn:

  1. Die Hochzeit ab dem Jahr 2002 stattfand,
  2. ein oder beide Ehepartner nach dem 02. Januar 1962 auf die Welt kamen
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Änderungen der Hinterbliebenenrente ab 2002

Zusätzlich zu den genannten Bedingungen kommen nach neuem Recht weitere Bestimmungen hinzu.

Vor 2002Nach 2002
Damit der Hinterbliebene eine Rente erhält, muss die Ehe laut neuem Recht mindestens ein Jahr bestanden haben.Ein Rentensplitting schließt eine Hinterbliebenenrente aus.
Es wird zwischen "großer" und "kleiner" Witwenrente unterschieden.Bei der "großen Witwenrente" erhält der Hinterbliebene 55 Prozent der Rente des Verstorbenen, vorher waren es 60 Prozent. Die "kleine Witwenrente" wird nur befristet für zwei Jahre ausgezahlt.
Vor 2002 wurden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nicht angerechnet.Das neue Gesetz rechnet auch Kapitalvermögen sowie die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung an.

Für Hinterbliebene ist es möglich, eine Erziehungsrente für Kinder zu erhalten. Sie gilt dann, wenn minderjährige Kinder mit im Haushalt leben. Die Kinder selbst haben einen Anspruch auf Halb- oder Vollwaisenrente, sofern sie unter 18 Jahre alt sind. Eine verlängerte Zahlung ist dann möglich, wenn die Kinder eine Behinderung haben, eine betriebliche oder schulische Ausbildung absolvieren oder ein freiwilliges soziales/ökonomisches Jahr ableisten.

Einzelnachweise & Quellen


  1. Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) - Gesetzliche Rentenversicherung »

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